Abt.: An die Wand fahren
Totalausfall
Wenn der Totalausfall an der Spitze steht, dann kann unter ihm noch so sehr rotiert, rolliert und rochadiert werden, Totalausfall bleibt Totalausfall.
Ich kann mich ja mittlerweile an eine ganze Menge Kanzler, Kanzlerinnen, Regierungen und Koalitionen erinnern. Manche waren schlimm, manche superschlimm. Manche habe sich Mühe gegeben. Wirklich gut? War nicht dabei. Nicht erinnern kann ich mich jedoch daran, dass an der Spitze einer Regierung so eine komplette Null stand, wie das aktuell der Fall ist.
Die Supernull - und wenn jetzt jemand fragt, ob ich dem Merz vielleicht wirklich nicht mag, sei versichert, ich mag ihn wirklich nicht - kriegt nichts, aber auch gar nichts auf die Reihe. Jedes Mal, wenn sein Gesicht im Fernsehen auftaucht und die Lippen anfangen sich zu bewegen, setzt automatisch das Gefühl der Fremdscham ein. Man möchte ihm zurufen: "halt doch die Klappe, da purzelt nur Mist raus".
Der Merz hat kein Gespür, wann er einfach nur zuhören sollte, wenn seine Meinung nicht gefragt ist. Merz kann nicht mit Menschen umgehen und er hat keine Ahnung, wie man ein Team oder MitarbeiterInnen führt. Ich bin mir nicht mal sicher, ob er weiß, wie man eine Flasche Bier auf macht.
Es ist gruselig. Ich kann, nein, ich muss mich ereifern, alleine um den Klops aus dem Hals zu bekommen, der sich dort jedes Mal auf's neue bildet, wenn ich irgendwas von diesem Herrn Merz höre.
Ich verstehe ja, dass man einen Jens Spahn aus dem Kabinett schmeisst. Ich verstehe nur nicht, warum erst jetzt. Also eigentlich verstehe ich schon nicht, wie man so einen überhaupt erst rein holt. Hat er nicht hinreichend und wiederholt unter Beweis gestellt, dass er weder fachlich, noch charakterlich einer führenden Position gewachsen ist.
Ich verstehe, dass man gerne einen Nachfolger im Amt des Fraktionsvorsitzenden haben möchte. Und ich verstehe, dass man aus Ermangelung fähigen Nachwuchses auf bewährtes oder zumindest bekanntes Personal zurück greift. Die Folge ist denn ein lustiges Bäumchen wechsle dich Spielchen, das für Außenstehende recht verwirrend erscheinen mag.
Bei solcherlei Rochaden sollte der Spieler ganz genau wissen, welche Figur er wohin verschiebt. Weiß er das nicht oder ignoriert er sein Wissen, dann führt das zu einem heillosen Chaos, das vielleicht den Spieler selbst vom Spielfeld fegt. Dann ist es für alle besser, den unfähigen Spieler aus dem Spiel zu nehmen.
Bei der Personalie des Verkehrsministers ist dem Kanzler sein letztes bisschen Spielgeschick entglitten. Hatte er doch einen Minister am Start, der vergleichsweise geräuschlos agiert hat. Auf der Besetzungscouch hingegen lümmeln sich wie eh und je unterschiedlich unfähige Chargen. Die erste Wahl des Kanzlers zieht bei Zeiten Kopf und Schwanz ein und trollt sich vom Feld. Die zweite Wahl... ich muss ausholen.
Das Verkehrsministerium war seit jeher der Ort, an dem die Union maximal unfähige, aber bestens vernetzte Parteigänger geparkt hat. Ich erinnere an den kläglich gescheiterten Versuch, die Bahn börsentauglich zu machen. Darunter leiden wir heute noch. Oder das Maut Desaster, dessen Verursacher mittlerweile die Anklagebank drückt. Und das versessen, geradezu manische Festhalten am Individualverkehr zu Lasten der Schiene.
Man möchte meinen, geschickte Personalpolitik würde sich hüten, Namen in den Ring zu schicken, die auch nur im Geringsten im Ruch stehen könnten, eins dieser Debakel, wenn schon nicht federführend, doch mitzuverantworten haben. Nicht so Herr Merz, der holt sich einen ehemaligen Staatssekretär auf den Ministersessel, der unter Scheuer sehenden Auges und mit Vollgas in das Mautdesaster gerasselt ist.
Man möchte meinen, der Chef selbst hat sich auf die Fahnen geschrieben, erst das Land und dann die Regierung - oder in umgekehrter Reihenfolge - an die Wand zu fahren. Ein Trauerspiel... wer stoppt diesen Menschen?