Topinam... was?

Topinambur-Likör

Wer reichlich Topinambur im Garten hat, sieht sich schnell vor das Problem gestellt, was machen mit der Ernte. Zu Wein lassen sich die Knollen nicht verarbeiten. Schnaps? Da stehen Aufwand und Ergebnis in keinem vernünftigen Verhältnis. Was bleibt: Likör ansetzen.

Schreiten wir also zur Tat.

Die Zutaten:

1 l Wodka
400 gr Topinambur
500 gr Kandis
Und ein Glas (Flasche, Gefäß, Fass. Je nach dem, was sich so findet)

Die Literatur weiß zu berichten, dass die besten Ergebnisse mit einem lichtundurchlässigen Gefäß zu erzielen ist. Google hingegen schweigt sich darüber aus, was wohl mit einem lichtundurchlässigen Gefäß gemein sein könnte. Vielleicht ein Weinfass? Aber wer hat das schon zu hause? Ich nicht. Also muss es ein handelsübliches Einmachglas tun.

Bei der Wahl des Glases unbedingt darauf achten, dass es nicht nur den Wodka, sondern natürlich auch den Zucker und die Topinambur aufnehmen muss. Ein 1,5 Liter Glas reicht da nicht... ich musste umfüllen.

Die Zubereitung:

Wer eine Gemüsebürste unter unter seiner Spüle findet, jetzt kommt ihr Einsatz. Die Topinambur ordentlich schrubben, sonst wird der Likör zu erdig. Ganz Penible können auch zum Schälmesser greifen, muss aber nicht.

Die Topinambur kleinschnibbeln und mit dem Zucker und dem Wodka zusammen in das Glas und in eine möglichst dunkle Ecke. Muss nicht kalt sein, sollte nur eben dunkel sein. Vor allem, wenn man kein lichtundurchlässigen Gefäß zur Hand hat.

Jetzt heißt es warten. Einen Monat. Noch einen Monat. Und noch einen dritten Monat. Mann sollte sich den Wecker stellen, sonst vergisst man nach drei Monaten nachzusehen. Da kann es einem passieren, dass man beim Ansetzen auf den Likör vom Vorjahr trifft... dann ist die Freude groß.

Nach drei Monaten dann kann man den Likör filtrieren. Erst durch einen Sieb, um die Topinambur-Stückchen zu entfernen. Dann ein paar mal durch feineres Gewebe. Kaffeefilter verstopfen schnell. Vielleicht so: Erst durch den Teesieb, dann durch das Tuch mit dem man für gewöhnlich Kartoffeln für Kartoffelknödel presst und erst dann durch den Kaffeefilter. Müsst ihr wissen. Je weniger gefiltert, desto mehr der Schlabber, der sich letztlich am Boden sammelt.

Nach dem Filtrieren empfiehlt es sich den Likör in Fläschchen abzufüllen, die sich in der Hausbar gut machen oder als Mitbringsel zum nächsten Grillabend empfehlen. Bevor der Likör aber so richtig fein ist, mag er schon noch mal wenigstens zwei Monate reifen.

Warum jetzt ein Liter Wodka, wo es dieses edle Getränk doch vorzugsweise in 0,7 Liter Flaschen zu erwerben gibt.
Das hat zwei, drei eigentlich recht einleuchtende Gründe:

  • Nimmt man zwei Flaschen Wodka, dann bleibt von der zweiten Flasche locker genug übrig, um nebenbei ein, zwei White Russian zuzubereiten.
  • 1 Liter ist mehr als 0,7 Liter, das macht sich schnell bemerkbar, wenn man topinamburliebende Gäste im Haus hat.
  • Wenn man lediglich ein 1,5 Liter Gefäß zum ansetzen im Hause hat... so ein Gefäß möchte gefüllt sein.
  • Last but... die Ernte war reichlich, die Knollen möchten verarbeitet sein.