Abt.: Weltpolizei
Staatsterrorismus: USA
Da wachte ich auf und reibe mir die Augen. Eigentlich wollte ich mich über ganz anderes empören, da schiebt sich eine Nachricht ins Bewusstsein: Die USA haben Venezuela überfallen.
Allgemein wird nun rund um die Welt gemahnt, verurteilt, beobachtet.
Verurteilt vor allem von Ländern, mit denen die USA eh im Clinch liegen. Iran zum Beispiel. Oder - was wirklich drollig ist - Russland.
Mahnungen kommen aus Europa und auch aus Deutschland. Gemahnt wird vor allem zur Mäßigung.
Man habe Maduro gefasst und festgenommen, so lobt sich Trump über den Klee. Was sich wie ein ganz normaler Vorgang in der rechtsstaatlichen Strafverfolgung darstellt oder dargestellt werden soll, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schnell als hinterhältige und völkerrechtswidrige Entführung.
Ein Angriff auf ein souveränes Land und gleichzeitige Entführung des Staatsoberhaupts - erst einmal ganz egal ob international anerkannt und rechtmäßig oder nicht - das sind Verbrechen. Die logische Konsequenz wäre die sofortige Ausstellung eines internationalen Haftbefehls für Trump, Rubio und die ganze Bagage.
Auf politischer Ebene wäre es in der Konsequenz geboten und höchste Zeit, die freidrehende US Regierung mit Sanktionen einzufangen. Aufzeigen, dass nicht nur Verbrechen von Putin, den Mullahs und lateinamerikanischen Usurpatoren verfolgt werden. Dass auch Verbrechen einstiger und enger Verbündeter als solches behandelt werden, was sie sind: Verbrechen.
Tatsächlich bin ich jedoch skeptisch, ob Europa, ob Deutschland all die Manuale bespielen wird, die den diplomatischen Umgang mit anderen Verbrechern und Usurpatoren mit gehörig Theaterdonner untermalen.
So schwierig es ist, die Geschehnisse direkt nach dem Geschehen einzuordnen, so interessant sind die Versuche dazu. Insbesondere wenn der Aktion eine gewisse Legitimität zu attestieren versucht wird. Schließlich sei dieser Maduro schon ein ganz ein Schlimmer gewesen.
Sicher. Das war er. Ohne Zweifel. Und zum Teufel soll er gejagt werden. Aber nicht von Trump. Nicht weil sich Amerika Ölvorkommen unter den Nagel reißen will. Nicht weil einem Rechtsaußen ein Linksaußen nicht gefällt. Nicht weil fadenscheinige Gründe wie Drogenhandel einen Vorwand liefern.
[tagesschau.de]: US-Angriffe auf Venezuela
[spiegel.de]: US-Militäreinsatz in Caracas