[sueddeutsche.de]: Content-Moderatorin verklagt Facebook wegen Trauma

Cannibal Holocaust

Mein erster Gedanke? Geh weida, so schlimm werd des ned sei. Dann hab ich den Artikel bis zum Ende gelesen und muss sagen, mein erster Gedanke war etwas vorschnell.

Wenn ich mir vorstelle, ich muss mir jeden Tag 8 Stunden Videos von realen Verbrechen ansehen. Also die Szenen, bei denen in der Tagesschau spätestens abgeblendet wird. Puh, da wird mir doch etwas mulmig.

Und ich kann euch sagen, ich habe bei Zeiten kaum einen Horrorfilm ausgelassen. Ich kenne sie alle, diese Zombie und Kannibalen-Filme aus Italien, die schenken dem Zuschauer nichts. Doch ist man jederzeit gewahr, es handelt sich um einen Film. Das ist Kunstblut und die Gedärme kommen aus dem Schlachthof und nicht aus dem Bauch des Schauspielers.

Wenn es sich jedoch um reale Aufnahmen handelt, von Hinrichtungen des IS oder wenn einem Gefangenen vor laufender Kamera die Kehle durchgeschnitten wird, da läuft das Kopfkino ganz anders. Da ist kein Notanker, der einem Hilft zu sagen, da hinten steht der Regisseur und der Mann da steht nachher wieder auf und geht sich duschen.

Offenbar werden die Leute, die sich Tag ein, Tag aus mit den Niederungen des menschlichen Geltungsbedürfnisses, der menschenverachtenden Agitation perverser Ideologien und dem Hass, der durchs Internet getragen wird, auseinandersetzen müssen, allein gelassen. Wenn also Facebook seiner Sorgfaltspflicht seiner Mitarbeiter nicht nach kommt, dann muss der Konzern eben über den Rechtsweg auf seine Pflichten hingewiesen werden.

Niederträchtig

Vertrauensbruch: CSU erlaubt Glyphosat-Verwendung

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Die CSU neigt ja immer dazu, sich die Welt nach Bedarf zurecht zu biegen und damit haarscharf oder auch mal fußballfeldweit an der Realität, dem gesitteten Umgang miteinander und der Vernunft vorbei zu segeln.

Diesmal liefert also der Landwirtschaftsminister Schmidt ein wahres Husarenstück. Er schafft drei Fliegen locker mit einer Klappe.

Fangen wir einmal mit dem Kontext an:

1. Die CSU befindet sich noch mit der SPD zusammen in einer - wenn auch kommissarischen - Regierung, die eine klare Absprache haben, wie im Falle von unterschiedlichen Ansichten abzustimmen ist.

2. Wie angeschnitten, der Herr Schmidt ist nur noch kommissarisch im Amt. Und einer kommissarischen Regierung, ebenso wie einem kommissarischen Minister steht es gut zu Gesichte, sich in Zurückhaltung zu üben. Vor allem keine Entscheidungen zutreffen, die dem Wählerwillen oder einer möglichen künftigen Regierung zuwider laufen.

3. Gerade spriesst das zarte Pflänzchen einer Sondierung zwischen Union und SPD. Da ist es mehr als ein Fauxpas, den möglichen Partner erst einmal vor den Kopf zu stossen.

In diesem Kontext krempelt Schmidt die Ärmel hoch und reisst mit einer Entscheidung gleich drei Hürden von Würde und Anstand.

Aus Bayern kommt schon eine beachtliche Menge an unerträglichen Hohlbirnen...

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