[spiegel.de]: Die Mittelschicht betrügt sich selbst

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"Die Mittelschicht wird so lange für die Reichen zahlen, wie sie sich selbst zu den Reichen zählt."

Da trifft protestantischer Arbeitsethos auf das wirtschaftsliberale Credo, dass ein jeder seines eigenen Glückes Schmied sei. Wenn man nur brav und fleißig arbeite, dann käme Wohlstand und Aufstieg quasi von allein.

Wenn sich dann aber Wohlstand und Aufstieg nicht einstellen wollen, muss ein Schuldiger her.

Interessant ist, dass sich die Mittelschicht nun diejenigen als Schuldige ausspechten, die am allerwenigsten mit der eigenen Situation zu schaffen haben. Nämlich die sozial schwächeren.

Dabei könnte man in der Mittelschicht ein klein wenig Bildung vermuten, die es dem Individuum erlaubt minimal komplexe Zusammenhänge zu erfassen und zu durchschauen.

Wobei die Zusammenhänge zwischen finanzieller Umverteilung und der eigenen finanziellen Situation so komplex nun auch wieder nicht sind. Um zu erkennen, dass überteuerte Mieten, Rentenversicherungsbeiträge und Steuern nicht von Harz IV Beziehern abgebucht werden... aber lassen wir das.

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