Schaubrauen beim Richelbräu

17.07.2017

Das mit dem Brauen ist ja eigentlich ganz einfach. Man muss nur eine Suppe aus Malz und Hopfen kochen, die Suppe in die Ecke stellen und hoffen, das sie ordentlich gärt. Fertig ist das Bier.

Also in der Theorie. Oder auch in grauer Vorzeit. Ja, in grauer Vorzeit wurde das ungefähr so gemacht.

Damit das dann auch eine Ähnlichkeit mit dem bekommt, was wir hier so landläufig unter Bier verstehen, ist dann doch einiges mehr an Wissen, Sorgfalt, Erfahrung, Technik, Hygiene, Equipment und Geschick vonnöten. Vielleicht auch ein bisschen Hoffen.

EMAZ hat sich das ein wenig genauer angesehen.

Das Richelbräu in München hat zum Schaubrauen geladen. Ich bin dem Ruf gefolgt.

Samstags um 10 Uhr versammelte sich ein eingeschworener Haufen in den Kellergewölben des Richelbräu in München-Neuhausen um den großen Braukessel. Aus der Oberpfalz waren sie angereist, aus Chile und München. Begierig in das Geheimnis des wohlschmeckenden Gerstensaftes eingeweiht zu werden.

Der Zeremonienmeister in Gestalt von Günther Baumann ließ sich denn auch nicht lange bitten. Nach einer kurzen Einführung in die Geschichte der Brauerei, etwas kleiner Bierkunde, ein wenig zur Vergangenheit Neuhausens, Einweisung in die hauseigene Zapfanlage - Stefan, der Brauerkollege im Hintergrund scharrte schon mit den Hufen -, Grundsätzliches zu Getreide und Malz und einem kurzen Abriss, was wir den Tag über zu erwarten hätten, ging es flugs zur Sache.

Weizen- und Gerstenmalz warteten darauf, geschrotet zu werden, um als Grundstock für einen Sud Kupfer Weizen zu dienen.

Die Schrotmühle tat wie ihr geheißen, sie tat sich durch die Malze beißen.
Erst Getreide, dann der Schrot. Wird es Würze, wird es Brot?
In den Kessel mit Getose. Kräftig wird gerührt die Soße.

Im großen Braukessel wird alsdann das Malz in mehreren Stufen erhitzt, damit sich Eiweiß, Maltose und Zucker lösen. Aus der dabei entstehende Maische wird die Würze vom Treber abgeläutert. Die Würze - ja die Würze hat natürlich mit der oft beschworenen Stammwürze zu tun - wird weiter verarbeitet, aus dem Treber kann Brot gebacken werden, er kann kompostiert werden oder dient den Schweinen als Futter. Leider hatten wir keinen Bedarf an Brot und keine Schweine zur Hand.

Die Würze also wird mit Hopfen zusammen gekocht. Je mehr Hopfen, desto bitterer. Je länger gekocht wird, desto mehr Stammwürze hat der Sud.

Ist genug gekocht, wird der Hopfen wieder entfernt, die Würze gekühlt und Hefe hinzu gegeben. Das Gären kann beginnen.

Während der Gärung wandelt die Hefe den Zucker in Alkohol um. Das dauert so vier bis sechs Wochen.

Über die Enttäuschung, dass wir unser selbstgebrautes Bier nicht an Ort und Stelle verkosten konnten, half eine reichliche Brotzeit... und feines Bier vom Schaubrauen von vor vier Wochen.

Abschließend möchte ich Günter und Stefan meinen herzlichen Dank für ihre Geduld und den lehrreichen Tag zum Ausdruck bringen.

Ein paar Impressionen:

Malz

Malz - Gerste und Weizen

Schroten - die Mühle in Aktion

Schroten - die Mühle in Aktion

Malz - geschrotet

Malz - geschrotet

Das geschrotete Malz kommt in den Kessel

Das geschrotete Malz kommt in den Kessel

Biersuppe - das wird mal Bier

Biersuppe - das wird mal Bier

Würze wird abgelassen

Würze wird abgelassen

Treber

Treber - Brot backen, Schweinefutter oder kompostieren.

Hopfenpallets

Hopfenpallets - Bitter- und Aromahopfen

Hopfung

Hopfen wird der Würze beigegeben

Hopfen filtern

Der Hopfen wird herausgefiltert

Hefe wird angerührt

Hefe wird angerührt

Flaschenabfüllen

Flaschenabfüllen - eine abendfüllende Aufgabe

Keg Fässer

Keg Fässer

Aufraeumen

Nach getaner Arbeit heißt es aufräumen.

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