iWage vs. fair wages

Apple

Apple und faire Arbeitsbedingungen

11.02.2013

Nehmen wir mal Apple. Also nicht, dass die nun folgenden Ausführungen originär und ausschließlich Apple geschuldet sind. HP oder HTC, Samsung oder Motorola, ich denke mal, die Namen sind beliebig und austauschbar.

Und vor allem: Mir ist gar nicht daran gelegen, auf Apple einzudreschen. Nicht diesmal. Diesmal ist das Volk von der Straße das Objekt meiner Verachtung.

Eine kurze Vorgeschichte. Ich weiß, jetzt geht es doch wieder um Apple. Geht halt gerade durch die Presse. Also nicht gerade, sondern schon eine ganze Zeit und mit immer wieder neuen Wendungen. Aber jetzt zur Sache.

Die Arbeitsbedingungen bei den Herstellern der begehrten i-Produkte, namentlich bei Foxconn, spotten jeder Beschreibung. 72 Stunden in der Woche und mehr. Dazu nochmal 80 Überstunden im Monat extra.

Da arbeitet ein Arbeiter doppelt so viel, wie das hierzulande üblich ist und verdient, bei einem Euro pro Stunde, weniger als Harz IV.

Dazu die Unterbringung zu 14. in einem Zimmer. Unterhaltungen am Arbeitsplatz verboten. Und als Schmankerl Kantinenessen, dass nicht schmeckt.

Kinder werden zum Praktikum am Fließband gedrängt und wer das nicht aushält... bringt sich eben um.

Der ich-bin-ein-künstler Fotograf

Doch lassen wir den Müncher Mitbürger Stellung beziehen:

Wenn also "die Arbeiter auf ihre Rechte pochen, können die Produkte nicht mehr so günstig hergestellt werden". Gut erkannt möchte man sagen.

Zwischen den Zeilen lese ich aber da allerdings ein Schulterzucken: Damit ich bequem meine Arbeit als Fotograf machen kann, nehme ich es gerne in Kauf, dass andere Menschen ausgebeutet werden.

Mit einem popligen No-Name Rechner, der unter weniger fraglichen Bedingungen hergestellt wird, kann ein aufstrebender Yuppie-Fotograf natürlich nicht leben.

Der Schein bestimmt das Sein.

Die hach-bin-ich-toll Studentin

Frau Hofmann bringt das noch etwas direkter auf den Punkt:

Es handelt sich um Lifestyle-Produkte. Und die haben gefälligst billig zu sein.

Der guten Frau ist es "echt egal, wo und von wem die Sachen hergestellt wurden". Um Hip zu sein, wird also Kinderarbeit gerne in Kauf genommen.

Ob die Guteste auch so großen Maules wär, wenn sie zur Befriedigung anderer Bedürfnisse ins Bergwerk geschickt würde? Och, aber dabei versaut man sich doch den teuren Nagellack.

Der kann-ich-doch-nichts-dafür Simpel

Das Schlußwort wollen wir einem gestandenen Vertreter der arbeitenden Bevölkerung überlassen:

Zwar erkennt der Herr die offensichtliche Ungerechtigkeit und findet sie auch bedauerlich, zum eigenen Wohl ist aber auch er bereit, die Ausbeutung zu akzeptieren.

Und überhaupt, wenn die Dinger teurer wären, wer garantiert ihm, dass die Situation eine bessere ist?

Wenn die Kunden so denken, wieso sollte Apple sich da um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen seiner Hersteller kümmern?

Abschliessen möchte ich mit einem Zitat von einem guten Freund: "Transportkosten sind keine Kosten!"

Einmal mehr komme ich ins Grübeln...

Quellen:

comments powered by Disqus

Münchner Freiheit

Schwabinger Krawalle

Oli Nauerz

So manch einer denkt bei "Schwabinger Krawalle" an die 68er Studentenunruhen. Doch gefehlt. Das Eine hat mit dem Anderen recht wenig zu tun.

Zwar hat beides im Münchner Stadtteil Schwabing sein Epizentrum. Die "Schwabinger Krawalle" allerdings bereits 1962, die Studentenunruhen jedoch erst um 1968 herum.

Während die 68ern vorwiegend Studenten waren, beteiligten sich an den "Schwabinger Krawallen" von Beginn an Jugendliche aus allen Bevölkerungsschichten. Während die 68er politisch motiviert waren, entlud sich 62 ganz einfach der angestaute Frust über Obrigkeit, Willkür und Polizeigewalt.

Gelegentlich wird an die Krawalle erinnert. Seit 2012 mit größeren Veranstaltungen an der Münchner Freiheit.

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z