Wohnungsmisere stärker mit den Mitteln des Marktes... oder mit Voodoo

17.09.2018

Nicht nur auf den Münchner Straßen ist die Wohnungsnot dieser Tage ein Thema. Auch Parteien und Regierung können an diesem Problem nicht vorbei. So sehr sich mancher auch bemüht, das Augenmerk krampfhaft, beinahe pathologisch auf das Thema Migration zu lenken.

Gelegentlich gelangen Ansichten und Pläne aus der einen oder anderen Richtung an die Öffentlichkeit. Manch eine Aussage zeigt recht deutlich, wessen Wohlergehen sie im Auge hat: Das der Mieter oder das der Spekulanten.

Annegret Kramp-Karrenbauer von der CDU stellt unmissverständlich klar, wem die Sympathien der CDU gelten: Es sind nicht die Mieter.

"Die CDU dagegen wolle 'die Wohnungsmisere stärker mit den Mitteln des Marktes beheben'"

Die Mittel des Marktes bemühen? Das ist ja mal eine putzige Idee. Der Markt ist seit wenigstens 40 Jahren nicht in der Lage, angemessenen Wohnraum für alle auf die Beine zu stellen. Vielmehr stellt der Markt hier auf brutalst mögliche Weise unter Beweis, dass er in sozialen und gesellschaftlichen Belangen ein völlig ungeeignetes Werkzeug ist und einzig und allein kapitalistischen Zwecken dient.

Der Markt kann rudimentär dort funktionieren, wo sich die Partner in einem Gleichgewicht der Kräfte befinden, respektive nicht aufeinander angewiesen sind. Also alle beteiligten Partner jederzeit sagen können, "nö, so nicht". Im Falle des Wohnungsmarktes ist das nicht möglich. Der Wohnungssuchende kann nicht einfach sagen, "ach, lass mal gut sein, dann schlafe ich eben auf der Straße". Und weil der Wohnungssuchende auf eine Wohnung angewiesen ist, können Vermieter und Spekulanten die Preise beliebig in die Höhe treiben... es sei denn, sie werden vom Gesetzgeber eingebremst.

Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahrzehnten unterschiedlich ungeeignete Maßnahmen zur Entspannung des Wohnungsmarktes ausprobiert. Immer irgendwie in der Hoffnung, der Markt möge sich erbarmen und endlich den benötigten Wohnraum herzaubern. Gelungen ist das nicht ansatzweise.

"[...] will die Bundesregierung mit einem steuerlichen Sonderbonus dafür sorgen [...]"

...und weil es selbst den verbohrtesten Marktradikalen nicht verborgen bleibt, dass ihr angebeteter Markt nichts richtet, verfallen sie schnell auf die Absurde Idee, mann müsse nur einfach mehr Geld - also Steuergelder - in den Markt pumpen, dann würde schon alles gut.

Der Markt freut sich, nimmt das Geld dankend in Empfang und transferiert es direktemang auf die Konten der Spekulanten. Auf dem Wohnungsmarkt kommt davon nichts an.

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Greifen wir alles an, was uns am Leben hindert!

Greifen wir alles an, was uns am Leben hindert!

Wenn man den ganzen Tag damit beschäftigt ist, alles anzugreifen, was einen am Leben hindert, dann kommt man nicht umhin, sich früher oder später selbst anzugreifen, weil man vor lauter alles Angreifen sich selbst am Leben hindert.

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