Warum ich vor Google und Co noch so wunderbar wenig Angst habe.

Big Brother
15.12.2015

Google sammelt Daten, Bing macht das auch. Und Facebook, Twitter und wie sie alle heißen auch.

Werbenetzwerke sammeln Daten. Und findige Adresssammler verkaufen angeblich wertvolle Adressen.

Entwicklerjahre und Algorithmen Kolonnen werden verbraucht, immer auf der Jagt nach optimaler Auswertung des Sammelgutes.

Ängstlichen - und auch weniger ängstlichen - Zeitgenossen wird recht bang, angesichts der undurchsichtigen Sammelwut internationaler Konzerne. Es ist auch viel zu lesen über Datenschutz und welch Schindluder damit getrieben wird.

Die Sammler preisen ihr Geschäft, als seien sie die Heilsbringer im Dunkel des Neulandes. Oder sie betreiben ihr Geschäft konspirativ in eben dieser Dunkelheit.

Das Glück liegt in der Werbung

Die Heilsbringer versuchen und davon zu überzeugen, dass ihr Wirken zum Wohle der Allgemeinheit beiträgt. Mit Allgemeinheit meinen sie im Allgemeinen die zahlungskräftige welche. Wer möchte denn nicht mit passender, vielleicht noch personalisierter, Werbung beglückt werden? Und das auf Computer, Handy, Tablet und Fernseher gleichermaßen.

Wenn ich's mir recht überlege... ich möchte das eigentlich nicht.

Und bei genauerer Betrachtung muss ich sagen, bei dem Versuch, auf mich zugeschnittene Werbung zusammenzustellen, versagt die Werbeindustrie bis heute kläglich und sehr anschaulich:

Kaufe ich mir etwas bei Amazon, kann ich mir einigermaßen sicher sein, dass ich die nächsten Tage für genau das gekaufte mit Werbung überschüttet werde. Aber seien wir doch mal ehrlich, wenn ich mir einen Toner für den Drucker gekauft habe, dann werde ich mit Sicherheit nicht gleich noch einen kaufen, nur weil mir die Anzeigen auf der Seite meiner bevorzugten Zeitung das weiß machen wollen. Und schon gar nicht möchte ich einen Toner für ein anderes Druckermodell erwerben.

Also davor, für die Werbeindustrie zu so etwas wie einem gläsernen Kunden zu werden, hab ich schon mal keine Angst.

Wie sieht es denn mit dem Erkennen der eigenen Persönlichkeit aus?

Das sollen meine Freunde sein

Wenn ich mir die Vorschlagsliste bei Google+ so ansehe... nein, Google hat keine Ahnung von mir. Die Vorschläge sind - gelinde gesagt - armselig. Da reicht es gerade mal zum Naheliegensten.

In der Liste finden sich vor allem Kollegen oder vermeintliche Kollegen. Dabei ist Google aber anscheinend noch nicht einaml in der Lage, den Unterschied zwischen einer vor Jahren pleite gegangenen, Deutschen Firma und einer noch existierenden Indischen gleichen Namens herauszuarbeiten.

Länder, Kontinente? Mit so Kleinigkeiten gibt sich ein Google doch nicht ab. Es hat zwar schon seinen Reiz zu sehen, dass man weltweit unglaublich viele Kollegen hätte. Zu einer Freundschaft taugt das aber nur ganz wenig.

Alter, Jahre? Schnick Schnack. Bei Google herrscht die Zeitlosigkeit. Die Angabe, in welchem Lehrinstitut man seine Jugend verbracht hat, fördert Jahrgänge hervor... da dachte ich, hätte es die Schule noch gar nicht gegeben. Auch Jahrgänge, die selbst für die eigenen Kinder noch zu jung sind.

So lange Google da beim algorithmisieren nicht gehörig nachbessert, brauche ich mir da um meine Privatsphäre wenig Gedanken machen.

Zugegeben, Facebook ist da schon um einiges weiter. Ist aber auch noch lange nicht in der Lage, wirklich verblüffende Freundesvorschläge auf die Beine zu stellen.

Spracherkennung

Im Zuge verschiedener Geheimdienstaffähren ist immer wieder zu lesen, dass es Programme gibt, die in der Lage seien, Mailverkehr und Social-Postings zu analysieren.

Wenn ich das in Relation zu den Übersetzungsfähigkeiten von Bing - Google schneidet nich erwähnenswert besser ab - setze, dann lässt mich das einigermaßen ruhig schlafen. Denn die Fähigkeit, Inhalte zu erkennen und die dann auch noch richtig einordnen und bewerten zu können, geht hier gegen null.

Ob die Geheimdienste mit besseren Algorithmen aufwarten können, das wage ich nicht zu beurteilen. Das ist aber auch nicht das Thema.

Bis Google und Co  in der Lage sein werden, komplexe Texte zu verstehen und auszuwerten, werden wohl noch ein paar Wochen ins Land gehen müssen.

Das Beschriebene ist eine Momentaufnahme. Es besteht keinerlei Gewähr, dass nicht schon in kurzer Zeit der Algorithmus gefunden wird, vor dem schon heute alles zittert.

PS.: Sagte ich eingangs "findige Adresssammler"? "Windige" war natürlich gemeint...

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Paradox

Das Dinge Paradoxon

flohmarkt-01

Es gibt eine Theorie, die besagt, dass es für jedes Ding, das von Menschenhand hergestellt wurde auch einen Menschen gibt, der es besitzen will. Warum auch sonst sollte eine Menschenhand solch ein Ding herstellen.

Das hört sich logisch an, das hat auch einen gewissen Charme. Besonders wenn man sich auf einem Flohmarkt befindet und Stände bestaunt, an denen Unmengen an Dingen feil geboten werden, zu denen sich die Frage aufdrängt "wie um alles in der Welt kann jemand vom Verkauf solcher Dinge leben?"

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