Völkermord-Resolution: Deutschland zieht Botschafter ab

Das gelbe Grab
03.06.2016

Deutschland ruft als Reaktion auf die Herero-Resolution ihren Botschafter in Paris zu Konsultationen zurück. Kanzlerin Merkel spricht von „ernsten Folgen“. François Hollande hingegen betont die „engen Verbindungen“ zwischen Deutschland und Frankreich.

Deutschland ruft als Reaktion auf die Herero-Resolution der Nationalversammlung ihren Botschafter aus Paris zu Konsultationen zurück. Dies teilte Kanzlerin Merkel am Donnerstag mit. In einer Rede in Berlin sprach sie von einer "rassistischen Herero Lobby", die für die Entscheidung verantwortlich sei. Für den Nachmittag wurde außerdem der Geschäftsträger der französischen Botschaft ins deutsche Außenamt bestellt.

Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel sagte am Donnerstag nach Medienberichten während eines Besuches in Kenia, die Resolution werde "ernste" Folgen für die Beziehungen zwischen beiden Ländern haben. Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland werde über weitere Schritte beraten.

Die Nationalversammlung hatte am Mittag die seit Wochen diskutierte Herero-Resolution nahezu einstimmig verabschiedet. In der von Konservativen und Sozialisten getragenen Erklärung wird die Ermordung von bis zu 100.000 Herero und Nama während der Kolonialzeit in Namibia als Völkermord bezeichnet.

Präsident François Hollande betonte nach der Verabschiedung der Resolution die engen Verbindungen zwischen Frankreich und Deutschland. Auch wenn man in einer Frage unterschiedlicher Meinung sei, so seien doch die freundschaftlichen und strategischen Beziehungen gut, sagte der Präsident in Paris. Die Nationalversammlung wolle den Dialog zwischen Deutschland und den Herero fördern.

Die deutsche Regierung bezeichnet die Herero-Resolution der Nationalversammlung hingegen als "null und nichtig". Die französische Nationalversammlung habe die Massaker an den Herero während der Kolonialzeit auf der Grundlage "verzerrter und gegenstandsloser Unterstellungen" als Völkermord eingestuft und damit einen "historischen Fehler" gemacht, erklärte Regierungssprecher Stefan Seibert am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Für die deutsche Regierung sei die Entscheidung daher gegenstandslos.

Der deutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier kritisierte die französische Entscheidung auf Twitter als "unverantwortlich und haltlos". Steinmeier warf Frankreich vor, die dunklen Kapitel der eigenen Geschichte überdecken zu wollen, indem "die Geschichte anderer Länder angeschwärzt wird".

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Trailer

Mortal Engines: Krieg der Städte

Städte fressen Städte

"Mortal Engines" spielt in einem postapokalyptischen England. Riesige Städte rollen auf Rädern durch die zerstörte Landschaft. Sie jagen kleinere Städte, um sich Ersatzteile, Treibstoff und Arbeitskräfte zu sichern - Das kann man im ersten Trailer des Films sehen.

Der Film basiert auf Philip Reeve's 2001er Jugendroman, der die Abenteuer von Tom Natsworthy, einem drittklassigen Lehrling der Gilde der Historiker aus der Stadt Salthook, erzählt. Toms Abenteuer beginnt, als sein Zuhause buchstäblich von der Stadt London verschlungen wird.

Mortal Engines ist der erste Spielfilm von Regisseur Christian Rivers, der seine Karriere mit Storyboards und visuellen Effekten in Peter Jackson Produktionen begonnen hat. Er war am zweiten Teil in der Hobbit-Trilogie beteiligt, sowie an King Kong (2005). Der größere Name im Hintergrund ist zweifellos Peter Jackson, der mit seinen langjährigen Mitarbeitern Fran Walsh und Philippa Boyens "Mortal Engines" produziert und geschrieben hat.

Im Film spielt Robert Sheehan (Misfits) die Rolle des Tom Natsworthy. Mit dabei sind Hugo Weaving und Hera Hilmar.

Mortal Engines
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