Verschlafen die Städte die nächste Mobilitätsrevolution?

31.07.2018

Zur Sommerpause wird das Thema Fahrradfahren in der Großstadt landauf, landab durch die Medien getrieben. Zweifelsohne ein wichtiges Thema, das auch über das Sommerloch hinaus einer Lösung harrt.

Wurde die Fortbewegung durch Muskelkraft doch die letzten 100 Jahre stiefmütterlich oder einfach überhaupt nicht beachtet. Überfällig also, dass sich Stadtplaner mit dem Zweirad auseinadersetzen.

Die aktuellen Diskussionen lassen allerdings vermuten, dass das Thema schon im Vorfeld vergeigt wird, noch ehe der erste Radschnellweg - bezeichnenderweise auch gerne Fahrradautobahn gerufen - die Planungsphase hinter sich hat. Denn neben dem klassischen Zweirad mit Pedalantrieb etablieren sich eine Fülle weiterer Fahrzeuge der nächsten und übernächsten Generation. Das in enormer Geschwindigkeit. Die Rede soll hier von E-Bikes, Pedelecs, Segways, Elektro-Schwalben und motorisierten Skateboards sein. Von Lastenfahrrädern, Tandems und dem Anhänger für Kleinkinder. Sie alle fluten die urbanen Verkehrsadern. Drängen sich zwischen Autos, Fußgängern und dem einfachen Fahrrad.

Was diese jungen Fortbewegungsmittel verbindet: Sie kommen allesamt in den jüngeren Planungen, in der Gesetzgebung und in der Raumgestaltung nicht vor. Was sie noch gemeinsam haben: Jedes einzelne stellt sehr individuelle Ansprüche an seine Umgebung.

Nur mal so als Beispiel: Tummeln sich zunehmend Elektro-Mofas zwischen den Autos im morgentlichen Berufsverkehr - also zusätzlich zu den klassischen Rollern und Motorrädern - dann geht da ein Hauen und Stechen los, da möchte man nicht dazwischen kommen. Werden die Mofas hingegen auf den Radweg verbannt und müssen sich mit Lastenfahrrädern, Mountainbikes und Sonntagsradlern arrangieren, ich möchte nicht mit Kinderwagen auf dem Gehweg nebenan stehen.

Hier ist von Seiten der Politik und der Planungsbehörden viel Weitblick, Phantasie und ein gerüttelt Maß Geschwindigkeit gefordert. Hochfrequentierte Verkehrsknoten stehen schon heute allmorgentlich kurz vor dem Kollaps, das wird sich die nächsten Wochen, Monate und Jahre nicht von selbst entspannen. Nicht so lange der Verkehr weiter wächst. Nicht so lange, wie die Städte weiter wachsen.

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