Unfreiheit muss schön sein...

01.05.2017

Der Geschichtsunterricht lehrt, Menschen haben seit Menschengedenken gegen Unterdrückung und Unrecht aufbegehrt.

Vom Sklavenaufstand unter Spartakus über die aufklärerischen Bestrebungen des 18. Jahrhunderts, den Revolutionen des 20. Jahrhunderts bis zum Sturz der kommunistischen Regime.

Die Ziele waren - in der einen oder anderen Form - immer Freiheit, Gerechtigkeit und Teilhabe am Leben. Viele dieser Bestrebungen sind mit brutaler Gewalt nieder gerungen worden, einige dieser Bestrebungen haben ihren Nachhall bis heute.

Revolution ist Großartig

Revolution ist Großartig, alles andere ist Quark.

Heute leben wir - beschränken wir uns auf Europa - von Lissabon bis Ankara in meist mehr oder weniger gut funktionierenden Demokratien. Wir haben es also selbst in der Hand, die Geschicke von Gegenwart und Zukunft mitzugestalten. Und was passiert? In immer mehr Ländern beginnen die Menschen die Errungenschaften der Vergangenheit über Bord zu schmeißen. Sie wählen ganz freiwillig Unrecht und Unterdrückung. Schränken sich höchstselbst die Freiheit ein, für die sich ihre Vorväter mit ihrem Leben eingesetzt haben.

Pressefreiheit gilt als wichtiger Indikator für gesellschaftliche Freiheit. Demokratisch gewählte Regierungen schränken diese Freiheit massiv ein. In Polen, in Ungarn.

Freiheit der Lehre gilt als Bastion gegen willkürlich aufgezwungene und ideologisch verbrämte Meinungen. Ungarn ist im Begriff, dort erhebliche Einschnitte vorzunehmen.

Despotentum gilt als Garant für Willkür und Unterdrückung. Genau dem hat das Wahlvolk in der Türkei gerade demokratisch Vorschub geleistet.

Gewaltenteilung, so lehrt uns die Geschichte, ist ein Grundpfeiler im Sturm der Machtbesessenheit von Politik und Herrschaft. Viele Regierungen sind im Begriff, die Axt dort anzusetzen.

Der Souverän, also das Volk, schaut diesem Treiben nicht nur tatenlos zu, sondern legitimiert den Rückbau an der Wahlurne nach Kräften.

Wer sich diesem Irrsinn in den Weg stellt, versucht die Fahne der Aufklärung hoch zu halten, Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen, wird als Gutmenschen und Schlafschaf verunglimpft. Alternative Fakten - also klare und als solche mühelos erkennbare Lügen - bestimmen das Geschehen.

Vor lauer Kopfschütteln fällt mir keine Pointe ein, um diesen Aufschrei versöhnlich abzurunden...

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Lebensfreude

Feuerwerk und Lebensfreude? Verbieten, verbieten, verbieten...

Sonne

Eine Bürgerinitiative zieht von Bürgerversammlung zu Bürgerversammlung, um ein Verbot der jahresendlichen Feuerwerkssitten zu erreichen.

Jetzt hat sich Münchens Oberbürgermeister zu Wort gemeldet und dabei einen recht beachtlichen Satz gesagt:

"Ich kann sehr gut verstehen, dass die Leute immer mehr Umweltbewusstsein entwickeln."

An 364 Tagen im Jahr geht dem Münchner das Umweltbewusstsein vorwiegend am Arsch vorbei. Da darf der Bolide Dreck in die Luft pumpen, die Bio-Banane in Plastik verpackt werden, der Togo-Becher in die Ecke geworfen werden.

An einem Tag im Jahr kommt das Umweltbewusstsein dann zusammen mit den guten Vorsätzen ums Eck und sagt: Jetzt wird es Zeit ein Zeichen zu setzen. Und warum nicht den böllerliebenden Zeitgenossen ihre Lebensfreude abzwicken.

Die Hunde, der Dreck, der Feinstaub. Da kann dann niemand reinen Gewissens dagegen argumentieren.

Kann er nicht? Kann er doch!

Ich, der ich seit Jahren nicht böllert, ich sage euch, sobald die Stadt befreit ist von Autoabgasen, von Laubbläserlärm, von U-Bahnmusik und roten Ampeln nach Mitternacht, ich werde in vorderster Front gegen ... nein, werde ich nicht, weil mir die Verbieterei der Lebensfreude auch dann entschieden auf den Sack gehen wird.

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