Tunesien, Ägypten, Libyen

Wer nicht informiert ist, geht sich informieren. Wer sich vorab nicht über die Information informiert, ist hernach ordentlich uninformiert.

12.03.2011

Da will man sich also informieren. Über die Geschehnisse und deren Hintergründe in der nordafrikanischen Welt.

Der Titel der Veranstaltung: Tunesien, Ägypten, Libyen: Immer nur "Demokratie gegen Diktatur"?

Dachte ich, da kannste nicht viel falsch machen. Die Länder sind die richtigen. Die Fragestellung hört sich nach kritischer Auseinandersetzung an.

Und dann dass: Gemeinplätze werden heruntergebetet, unbelegte Behauptungen aufgestellt und primitivster Antiimperialismus für Anfänger zum Besten gegeben.

Hätte ich mich mal vorher über Veranstalter und Referenten erkundigt.

Veranstaltet von "Gegenstandpunkt", einer politischen Zeitschrift in der Tradition der Marxistischen Gruppe, referierte Wolfgang Möhl, Redakteur und Mitherausgeber.

Im Zentrum des Vortrags, der Militäreinsatz gegen Gaddafi. Ein Auszug aus der Argumentation:

"Der Westen will nur ans Öl". Hört, hört. Ist ja mal ganz was neues.

"Das ist kein Volksaufstand, das ist ein Aufstand von Interessengruppen". Aufgezählte Interessengruppen dann zerstrittene Stammesfürsten und islamistische Gruppierungen. Ist einfach blöd, dass Stammeszugehörigkeit und Religion in anderen Ländern eine andere Gewichtung haben, als bei uns.

"Der Westen will Gaddafi stürzen". Abgesehen davon, dass das vielleicht nicht die schlechteste aller Alternativen wäre, ist eine der wenigen klaren Aussagen des Westens in dem Konflikt (Konflikt, hier verniedlichend für Krieg), dass genau das nicht beabsichtigt ist.

"Gaddafi war Europa schon immer ein Dorn im Auge". Wohl die letzten 10 Jahre nichts von der Weltpolitik mitbekommen? Was besseres als Gaddafi hat Europa doch garnicht passieren können. Hat er doch dafür gesorgt, dass Afrikanische Probleme in Afrika geblieben sind und nicht in Form von Flüchtlingsströmen an Europäische Gestade gespült wurden. Und Öl hat er auch brav und zuverlässig geliefert.

usw. usf.

Kein Wort über Hintergründe. Kein Wort dazu, dass Herr Gaddafi Krieg gegen das eigene Volk führt. Kein bisschen Information, über die in der Boullevard-Presse nicht wesentlich fundierter berichtet worden wäre.

Dass die Jungs der Marxistischen Gruppe recht eigene Vorstellungen von Welt und Politik haben, das war mir ja bekannt. Dass sie aber inhaltlich, rhetorisch und vom Informationswert weit unter der Bildzeitung angekommen sind, ist erschreckend und neu.

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Saufen

Cocktailbar - wer weiss

Cocktailbar

"Kann mir jemand eine coole Cocktailbar empfehlen"... das ist mal eine Frage.

Dafür hat man früher Freunde gehabt, die so was wussten, ist man einfach losgezogen und hat ausprobiert.

Heute sitzen die Autisten vor Facebook und rufen sogar um Hilfe, wenn sie sich besaufen wollen.

Leute, lasst das sein. Das ist nichts für euch, das ist viel zu Real Life.

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