Transparenz - falsch verstanden

Deutschland, einig Land der 80 Millionen Steuerfahnder?

01.11.2012

Dieser Artikel stimmt mich nachdenklich: "Stadtwerke Bochum: Steinbrück hätte Honorar spenden sollen"

Herr Steinbrück hat seine Einkünfte offengelegt. Hätte er nicht tun müssen. Hat er aber gemacht. Man mag zu Herrn Steinbrück stehen, wie man will. Geschickt war das zunächst allemal.

Hatten nicht Vertreter der Regierungsparteien dies gefordert? Gespannt darauf wartend, wie Herr Steinbrück zwischen Öffentlichkeit und Nichtoffenlegenwollen zerrieben wird.

Raus ist er, der Wind aus den Segeln der Krakehler. Auf dem Tisch liegen die Einkünfte. Jetzt sind die sauberen Herren und Damen von Union und FDP gefordert.

Flugs soll ein Gesetz her, dass mehr Transparenz gewährleistet. Muss sagen, mich würd schon auch interessieren, wie unabhängig unsere Gewählten agieren. Oder wer von wem bedacht wird und wie sich das Abstimmungsverhalten zum Kontoverhalten verhält.

Und jetzt dieser Artikel. Aubacke. Wenn jetzt wirklich ein Gesetz in Sachen Transparenz auf den Weg gebracht wird und sich in Folge Presse, Regierung, Opposition und was weiss ich nicht wer darin ergehen, jeden einzelnen Posten zu durchleuchten.

Lasst das doch bitte bitte die Finanzbehörden machen.

Die Transparenz, die gefordert wird, und die auch notwendig ist, ist keine Aufforderung, aus Deutschland ein Land der 80 Millionen Steuerfahnder zu machen.

Die Transparenz soll vielmehr darlegen, wie unabhängig ein gewählter Volksvertreter wirklich ist. Und da ist es entscheidend, wer Zahlt und nicht, was mit dem Geld gemacht wird.

Wenn sich jetzt die Presse anschickt, auf den 25.000 Euro rumzureiten - ein eher lächerlicher Betrag bei insgesammt 1,25 Millionen - dann war der Schritt von Herrn Steinbrück im Nachhienein vielleicht doch nicht so geschickt. Und ist vor allem Wasser auf die Mühlen all derer, die nach wie vor gegen mehr Transparenz sind.

Und wirklich, wenn das gesamte Parlament pausenlos damit beschäftigt ist, die Einkünfte vom letzten Wochenende zu rechtfertigen, kann ich mir nicht vorstellen, das in den nächsten Jahren irgendetwas in Sachen parlamentarischer Arbeit von statten geht.

Kurz möchte ich doch noch auf den Inhalt des eingangs erwähnten Artikel eingehen.

Fangen wir mal so an: Geht es den Stadtwerken in Bochum so gut, dass sie eben mal so 25.000 Euro für einen Atriumtalk-Gast ausgeben können? Wohl. Der Stadtwerke-Kunde zahlts gerne.

Machen wir so weiter: Zwar hätten die Stadtwerke gerne, dass das Honorar gespendet wird. Doch eine Spende ist eine freiwillige Leistung. Und wenn Herr Steinbrück halt nicht will, dann ist das nicht Sache der Stadtwerke Bochum. Sorry.

Hören wir so auf: Im Zuge der Kanzlerkandidatur interessieren mich Honorare von Stadtwerken nun wirklich nicht. Würde sich Herr Steinbrück um den Bürgermeisterposten in Bochum bewerben...

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Backslash

Was will der Backslash da?

eZ publish

Da ist ein Backslash, wo keiner sein soll.

Das Phänomen hatte ich schon bei SilverStripe, das Problem auch bei eZ publish: Der Editor fügt vor alle möglichen Sonderzeichen einen Backslash.

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