Tatort: Böser Boden

27.11.2017

Der Tatort spielt mit den rechtsnational, völkischen Blut und Boden Ökos, ohne dies direkt zu benennen. Die Anhängerschaft des ideologischen Vorreiters wird als Horde chemisch verseuchter Gaga-Zombies dargestellt. Allesamt vom Staat im Stich gelassen und von der Industrie hinters Licht geführt.

Der Einfluss staatsfeindlicher Umtriebe bis in den Polizeiapparat hinein wird von einer forschen Beamtin verkörpert, die aus ihrer Sympathie für die Blut und Boden Bande keinen hehl macht. Sie wird etwas halbherzig vom Kommisarenduo gemaßregelt, wirkliche Konsequenzen erfolgen nicht.

Dazu noch ein skrupelloser Immigrant, der Leben und Gesundheit seiner Mitmenschen und selbst der eigenen Familie aufs Spiel setzt.

Die Gaga-Zombies als Tatort-Beigabe finde ich etwas deplatziert. Als Metapher auf die tumben AfD- und Pegida-Parteigänger hingegen durchaus gelungen.

Man wird insgesamt den Eindruck nicht los, dass das Drehbuch Sympathien für für die nationalen Ökos hegt und gleichzeitig Ressentiments gegen Migranten, Industrie und Staatsgewalt pflegt. 

Der Tatort experimentiert seit einiger Zeit mit neuen, auch ungewöhnlichen Formaten. Mal mehr gelungen, mal weniger. Mit der Episode "Böser Boden" begeben sich die Macher auf gefährliches Terrain, dem sie ganz offensichtlich nicht gewachsen sind oder dies nicht sein wollen.

Das finde ich bedenklich.

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Rundumschlag

Dezemberblues

Watschenbaum - modern

Hannes Ringlstetter hat dereinst recht anschaulich a Watschn, a Schelln und a Fotzn beschrieben.

Anderen Ortes wird kolportiert, das sei Obst und würde gemeinsam am in Baiern beheimateten Watschnbaum wachsen.

Die Schlagzeilen des Tages rütteln mächtig an einem besonders groß gewachsenen Exemplar. Und während der Watschnbaum jetzt umfällt, möchte ich es nicht versäumen, die Früchte gerecht zu verteilen.

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