Tatort: Böser Boden

27.11.2017

Der Tatort spielt mit den rechtsnational, völkischen Blut und Boden Ökos, ohne dies direkt zu benennen. Die Anhängerschaft des ideologischen Vorreiters wird als Horde chemisch verseuchter Gaga-Zombies dargestellt. Allesamt vom Staat im Stich gelassen und von der Industrie hinters Licht geführt.

Der Einfluss staatsfeindlicher Umtriebe bis in den Polizeiapparat hinein wird von einer forschen Beamtin verkörpert, die aus ihrer Sympathie für die Blut und Boden Bande keinen hehl macht. Sie wird etwas halbherzig vom Kommisarenduo gemaßregelt, wirkliche Konsequenzen erfolgen nicht.

Dazu noch ein skrupelloser Immigrant, der Leben und Gesundheit seiner Mitmenschen und selbst der eigenen Familie aufs Spiel setzt.

Die Gaga-Zombies als Tatort-Beigabe finde ich etwas deplatziert. Als Metapher auf die tumben AfD- und Pegida-Parteigänger hingegen durchaus gelungen.

Man wird insgesamt den Eindruck nicht los, dass das Drehbuch Sympathien für für die nationalen Ökos hegt und gleichzeitig Ressentiments gegen Migranten, Industrie und Staatsgewalt pflegt. 

Der Tatort experimentiert seit einiger Zeit mit neuen, auch ungewöhnlichen Formaten. Mal mehr gelungen, mal weniger. Mit der Episode "Böser Boden" begeben sich die Macher auf gefährliches Terrain, dem sie ganz offensichtlich nicht gewachsen sind oder dies nicht sein wollen.

Das finde ich bedenklich.

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Innenminister Herrmann

Bayerisches Innenministerium: 83% aller Straftaten gegen Flüchtlinge veröffentlichen wir nicht

Joachim Herrmann: 87% aller Straftaten gegen Flüchtlinge veröffentlichen wir nicht

83 Prozent aller Straftaten gegen Flüchtlinge gelangen nicht ans Licht der Öffentlichkeit. Aus ermittlungstaktischen oder sonstig fadenscheinigen Gründen, denn offenbar wird die Öffentlichkeit auch nach Beendigung der Ermittlungen nicht informiert.

Wer anbetracht dieser Zahlen noch von "der Terror ist in Deutschland angekommen" schwadroniert und sich dabei auf die islamistischen Anschläge jüngster Zeit beruft, verkennt die Lage auf das sträflichste. Der Terror von rechts hat dieses Land schon lange im Griff.

Die Informationspolitik von Bayerischer Regierung und Staatsanwaltschaft wiegt ein Land in Sicherheit, die es so schon lange nicht mehr gibt. Rechter Terror gehört zum Alltag. Nicht nur in Sachsen.

Eigentlich Stoff genug für Verschwörungstheoretiker. Doch diese Bagage wird hier nicht aktiv. Passt nicht ins rechte Weltbild.

Ob nun hierbei die Informationspolitik über rechte Gewalt eine besondere Behandlung erfährt, werden wir wohl nie erfahren. Die Aussage aus dem Hause Herrmann lässt vermuten, dass hier auf Zeit gespielt wird:

"Diese Statistik würde eine ausführliche Auswertung durch die sachbearbeitenden Polizei- und Kriminalpolizeidienststellen erforderlich machen. Dies ist vorab in der Kürze der zur für die Beantwortung der Anfrage zur Verfügung stehenden Zeit nicht zu realisieren."

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