Süper Ü - ein Nachruf

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12.02.2014

Im Dezember 2013 im Keller des Substanz. Zwischen schiefen Regalen, Getränkekisten und allerlei Bühnenequipment machen wir es uns bequem.

Ein lockeres Interview sollte es werden. Freunde unter sich.

Ein Nachruf ist es geworden. Kaum einen Monat später haben Süper Ü - so ganz nebenbei - ihre Auflösung bekannt gegeben.

Hier also die letzten Worte einer einst hoffnungsvollen Spielgemeinschaft.

Einleitende Worte können hier getrost weg gelassen werden. Der Geschichte der Band und ihrer Highlights ist auf dieser Seite bereits reichlich Platz eingeräumt worden.

Heimat bist du großer Söhne

Suppi: Du Fragst und wir sagen was?! Oder sollen wir dich was fragen?

Geist: Ihr könnt Euch auch gegenseitig was fragen.
Wo kommst Du überhaupt her?

Mark: Wo ich her komme? (aus dem Off: Vo dahoam)

Björn: Aus Erding.

Mark: Aus Erding komme ich im Moment gerade. Einem Landkreis nordöstlich von München.

Suppi: Sagensemal in Echt. Von der Küste da irgendwo?

Mark: Ja. Meckpomm.

Suppi: Der Itschi kommt aus Schwabing. Komm Itschi, sags, Du kommst aus Schwabing.

Itschi: Maxvorstadt.

Suppi: Aber Kaulbachstraße ist doch Schwabing?

Itschi: Lehel ist das sogar. Früher war das Lehel.

Suppi: Na, alter bist Du krass.

Björn: Sendling 70.

Suppi: Neuhausen. Donnersbergerstrass.

Geist: Jetzt aber Gern. Zum Gern haben.

Suppi: Jaja, klar. Ein gewisser sozialer Aufstieg.

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Geboren um Lärm zu machen

Itschi: Aber Du bist schon hier geboren?

Mark: Ich bin in Belgien geboren. Und mit eineinhalb Jahren nach Sendling 70.

Itschi: Da bist Du also stationär.

Mark: Wenn man noch den Schlachthof dazu nimmt...

Suppi - Substanz - Dezember 2013

Suppi - Substanz - Dezember 2013

Rotwein ist das Salz der Suppe

Björn: Da haben wir immer total geile Party bei Dir gemacht. Mit dem Selli (Freund der Band) gegenseitig mit Rotwein beschüttet. War das lustig. HaHaHa.
Und viel Salz drüber geschüttet, damit ...

Itschi: Worüber?

Björn: Über den Selli.

Mark - Substanz - Dezember 2013

Mark - Substanz - Dezember 2013

Club of Hundred

Mark: Die beste Party war als Sascha, Wastl und noch jemand den Club of Hundred gespielt haben. Dieses mit den Filmdöschen. 100 Filmdöschen mit Bier trinken. Die haben irgendwie um 21 Uhr angefangen um 11 hat der Wastl dann über den Tisch gekotzt. Er ist aufgestanden und dann so büärg. Die anderen sind um drei fertig geworden, haben ihre 100ste getrunken, sind aufgestanden...

Suppi: Was geht da nei? 5 cl oder? Vier Mass halt.

Mark: Das ist das Spiel, das die Neuseeländer immer spielen vor der Wiesn.

Suppi: Vor der Wiesn?

Mark: Die spielen das wirklich vor 12 und gehen dann auf die Wiesn.

Itschi: Warum machen die das nicht mit Thunfischdosen? Mit größeren Gefäßen?

Mark: Weils da ned so schäumt.

Suppi: Und wer hatte die vielen hundert Filmdosen die die alle getrunken haben?

Mark: Du brauchst ja nur eine.

Suppi: Ach, die füllst du immer nach? Da musst ja zählen.

Mark: Stell dir vor, die stehen da alle und dann kotzt da einer drüber.

Suppi: Vorher brauchts die doch. Vorher voll machen und dann gib ihm.

Geist: Auf Geschwindigkeit?

Suppi: Die ersten 20, stell ich mir vor, die sind gleich weg.

Mark: Also Wastl hat nach der 35sten gekotzt. Sagt die Legende.

Suppi: Des is a Weichei.

Itschi: Wenn ich mir vorstell aus Plastik zu trinken. Ist ja widerwärtig.

Suppi: Gibt ja auch so alte Metallfilmdosen. Aus Alu.

Mark & Suppi - Substanz - Dezember 2013

Mark & Suppi - Substanz - Dezember 2013

Erste Gehübungen in Leiden Christi

Geist: Wie habt Ihr euch kennen gelernt? Ich weiß, dass der Itschi und der Suppi schon ganz schön lange zusammen spielen.

Suppi: Freili.

Geist: Mit unterschiedlichen Gästen.

Suppi: In Leiden Christi. Wie alt waren wir da? 14?

Itschi: 14. Im Pfarrsaal von Leiden Christi. Mit den Graveyard Diggers. Oder wie hießen die?

Suppi: Dying Graveyard?

Geist: Damals hießt Ihr noch Die bleichen Haxen.

Itschi: Da haben wir beide immer das selbe gespielt. Immer A A A, dann E E E und D D D, C C C.

Suppi: Oana is dabei immer rausgeflogen.

Itschi: Ja, ich bin immer rausgeflogen. Ich hab ein Trauma gehabt. Ich stand da, plötzlich gings los und ich wusste nicht, was ich tun soll. Der Suppi hat das alleine gemacht. Ich hab nur gut ausgeschaut. Und der Nick, unser Schlagzeuger, ist immer vom Hocker hinten runter geflogen.

Suppi: Und ich hab eine Gitarrenseite von einer geliehenen Gitarre von der Hauptband abgerissen. Ich hab das gar nicht gemerkt. Und dann sind die auf die Bühne gegangen mit voller Nebelshow. Schlagzeuger und Bass waren schon da und haben für Stimmung gesorgt. Dann kommt der Gitarrist - dideldi.. bonk. Dann haben die wieder alles abgeblasen, die Seite gewechselt und alles von vorn... die Seite war angerissen und der hat das nicht gemerkt.

Itschi: Ja, so ging das los damals.

Björn - Substanz - Dezember 2013

Björn - Substanz - Dezember 2013

Nichts als Ärger mit den Heavy Metlern

Geist: Zu der Zeit habt Ihr mit einer Metalband im Übungsraum zusammen gespielt?

Suppi: Mit so Sendlingprolls halt.

Itschi: Da war so ein großer, rothaariger dabei.

Suppi: Des war doch keine Metalband oder?

Björn: Logisch. Djubells Empire hiessen wir damals.

Suppi: Is des so was wie Klabusterbeeren?

Itschi: Das Problem war Euer Übungsverhalten. Das war kacke. Ihr habt immer laut bei offener Tür geübt. Und habt uns damit fast den Übungsraum madig gemacht.

Geist: Da gabs doch wunderschöne Aufnahmen vom Nachbarn von der Straße gegenüber. Um zwei Uhr nachts.

Björn: Echt?

Suppi: Der ist dann zur Polizei oder zum Kindergarten?

Itschi: Zum Kundergarten. Der hat denen des vorgespielt, das war plattenreif.

Suppi: Da war der doch cool eigentlich. Er hätt ja auch die Hundertschaft anrücken lassen können. SEK.

Björn: Und ich hätte fast meinen Praktikumsplatz verloren. Und den Übungsraum dazu.

Suppi: Und unseren Übungsraum auch.

Björn: Da waren immer so nette Zettel bei uns an den Instrumenten: Wichst Euch doch bitte in die eigene... äh nein, spuckts doch in euer eigenes Micro ihr Wichser.

Itschi: Wer hat die wohl geschrieben?

Itschi - Substanz - Dezember 2013

Itschi - Substanz - Dezember 2013

Überlasst das Bassspielen denen, die es können

Itschi: Wir hatten einen Bassisten damals, der hatte eine mords Bassanlage, da war die Sicherung mal ein halbes Jahr draußen, der hat keine Zeit gehabt, eine neue Sicherung zu kaufen.

Geist: Mit einem Kaugummipapier überbrückt, das hat prima funktioniert.

Suppi: Der hatte ja irgendwann auch nur noch zwei Seiten auf seinem Bass. weil er die anderen beiden nie gebraucht hat.

Geist: Naja, vier Saiten sind ja auch viel zu viel.

Suppi: Da war dann schon der Petzi Schlagzeuger. Legendär.

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Itschi: Mark, Du hast damals sicher schon in irgendwelchen Police-Cover-Bands gespielt?

Mark: Wann war des?

Suppi: So 1985 oder? 85 sind wir bei uns eingezogen. Und da waren wir auch ziemlich lange drin.

Übungsraum Uni-Kindergarten 2013

Übungsraum Uni-Kindergarten 2013

Die Übungsraumsituation bleibt schwierig

Björn: In der Glocke waren wir auch lang.

Suppi: Als wir in der Glocke waren, war ich gerade Lehrling. Da haben wir das Material hin gebracht zum Übungsraumausbauen und erst als das fertig war, sind wir dort eingezogen. Also war ich da schon geschmeidige 21, 22... im Baal waren wir nur kurz. Da sind wir bezichtigt worden, dass wir Bier gestohlen haben. Haben wir aber nicht... oder vielleicht doch?

Mark: Echt? Ihr habt im Baal geprobt?

Suppi: Ja, im Bierkeller vom Baal.

Itschi: Da haben wir über ein altes Röhrenradio gespielt.

Mark: Wer?

Itschi: Na, wir alle.

Suppi: Da haben wir einen Haufen Drähte zusammengelötet mit lauter Klinkenanschlüssen, ans Radio angeschlossen, einer alten Röhrenkiste mit Stoff davor. Gesang, Gitarre und Bass.

Geist: Und es gab eine Wendeltreppe zum Getränkelager vom Baal. Das fanden die irgendwann nimmer so gut.

Suppi: Wir haben uns da aber nicht bedient. Also ich glaub, ich hab das nicht.

Itschi: Das war schon der Nick.

Mark - Substanz - Dezember 2013

Mark - Substanz - Dezember 2013

Der Geist der Band

Mark: Zu welcher Zeit hast Du da eigentlich mitgespielt?

Geist: Zu der Baal-Zeit und anfangs im Unikindergarten.

Mark: Und wie hiesst Ihr da?

Suppi: Catweazle.

Geist: Des Wahnsinns fette Beute.

Björn - Substanz - Dezember 2013

Björn - Substanz - Dezember 2013

Itschi: Und was hast Du zuerst gemacht?

Mark: Äh...ich hatte so einen Ohrwurm-Workshop, den wir zu einer Band außerhalb von Ohrwurm gemacht haben. Da war ich 14. Da hatten wir sogar einen Gig im Feierwerk. Den hab ich aber geschwänzt... weil ich soo verliebt war.

Suppi: Das hat aber mit Rock'n'Roll nichts zu tun.

Süper Ü - Substanz - Dezember 2013

Süper Ü - Substanz - Dezember 2013

Liebe Liebe Liebe

Björn: Ich kann mich da auch noch an eine Aktion erinnern. Da sollten wir im Feierwerk spielen, bei einer Marathonnacht, da hatte ein Bandmitglied eine Freundin - ich weiß gar nicht, ob er da verliebt war - wir konnten da gar nicht auftreten, weil er vorher mindestens eine Stunde mit seiner Freundin streiten musste.

Suppi: Wer war des? Ich? Ich kann mich da gar nicht mehr daran erinnern. Das hab ich total verdrängt.

Björn: Damals gabs noch keine Handys. Da wars Du einfach weg.

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Suppi & Itschi - Substanz - Dezember 2013

Feierwerkfest

Suppi: Aber die Feierwerkfeste damals waren alle saulustig. Voll eine Woche Party.

Mark: Ein Traum. Ich glaube, da haben wir uns auch kennen gelernt.

Björn: Ich glaube beim Lärmkessel haben wir das erste Mal zusammen gespielt. Das war schon früher.

Mark: Die Feierwerkfestzeit. Der Bierkrieg.

Suppi: Die Zeitung.

Mark: ich hab die Zeitung noch.

Itschi: Damals war die Vreni auch noch schwer aktiv. Und hat für Schlagzeilen gesorgt.

Itschi - Substanz - Dezember 2013

Itschi - Substanz - Dezember 2013

Zeitunglesen bildet

Suppi: Ja, da war die noch krass drauf... das war eine Feierwerkzeitung, die ist jeden Tag raus gekommen. So mit Schreibmaschine und Ausschneiden und Zusammenpappen.

Geist: So wie man früher eben eine Zeitung gemacht hat. Wie der Lärmkessel halt auch. Mit so Schlagzeilen wie "Das gute Eitinger. Von Eingeweihten auch Eiter genannt."

Mark & Suppi - Substanz - Dezember 2013

Mark & Suppi - Substanz - Dezember 2013

This is the End

Itschi: Dass wir dann wieder Musik gemacht haben... da habts Ihr euch mal getroffen. Mit der Vreni auf irgend einem Fest.

Suppi: Da waren wir im "Flaschenöffner" in der Frauenhofer Straße.

Björn: Genau.

Bleibt zu sagen: es hat Spaß gemacht mit Euch!!!

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Freihandelszone

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Und wieder soll eine Bastion des Protektionismus zum Segen des weltweiten Kapitalismus geschleift werden. Die letzten Handelsschranken nach Übersee sollen fallen.

Ein neues, goldenes Zeitalter prophezeien die Auguren von Handelskammertag und EU-Kommission. Europa könne um Milliarden Euro mehr Exportieren. Hunderttausende Arbeitsplätze könnten geschaffen werden. Das Wirtschaftswachstum - oh Du Götze der modernen Zeit - könne immens gesteigert werden. Todschlagargumente aus der Mottenkiste wirtschaftsliberaler Fundamentalisten.

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