Studiengebühren

23.12.2012

Die Bundesländer sind für die Finanzierung und Gestaltung der allgemeinen Bildung zuständig.

Bildung ist in der heutigen Zeit der Informationsgesellschaft als eins der höchsten Güter anzusehen, dass eine moderne Gesellschaft hat.

Insofern muß es ein unbedingtes Ziel eines jeden Bundeslandes sein, für bestmögliche Bildungsmöglichkeiten zu sorgen.

Dies beginnt mit der Grundschule, geht über die weiterführenden Schulen bis hin zu qualifizierter Berufsausbildung und Studienmöglichkeiten.

Lehrmittelfreiheit

Leider ist immer wieder festzustellen, dass Bildung zum politischen Spielball ideologischer Strömungen wird und nicht zuletzt von finanziellen Überlegungen abhängig gemacht wird.

Wärend Wirtschaft und Finanzsysteme immer wieder mit immensen Summen subventiniert werden, wird an der Bildung immer mehr gespart.

Für die daraus resultierenden Fehlentwicklungen werden gerne die schwächsten Glieder in die Pflicht genommen.

Seien es die Eltern, die für vernünftiges Lehrmaterial trotz Lehrmittelfreiheit aufkommen müssen. Die Kosten für Nachhilfe aufbringen müssen, damit die Kinder und Jugendlichen den Anschluß nicht verpassen.

Seien es Gesellen, die, um weiter zu kommen, für Meisterschule und Meisterprügung auf kommen müssen.

Oder seien es die Studierenden, von denen Studiengebühren verlangt werden.

Studiengebühren in Bayern

Bereits 1999 wurden die ersten Vorläufer der heute gültigen Studiengebühren eingeführt: Für ein Zweitstudium wurden 1000.- DM fällig.

Ab 2005 wurden auch Langzeitstudierende mit 500.- Euro zur Kasse gebeten.

Seit 2007 gelten die allgemeinen Studiengebühren in Bayern.

Zwar hat jede Uni und jede Fachhochschule einen Ermessensspielraum, in welcher Höhe sie Gebühren erhebt, meist schöpft sie jedoch den Rahmen mit 500.- Euro pro Semester voll aus.

Verwendung der Studiengebühren

Die Studiengebühren sollen direkt den Studierenden zugute kommen. Sie sollen sicherstellen, dass ausreichend Lehrpersonal zur Verfügung steht und dass aktuelles Lehrmaterial in genügender Menge angeschafft werden kann.

Die Realität sieht oft anders aus. Nach wie vor fehlen Professoren, Seminarräume und Materialien.

Einnahmen und Rücklagen

Die jährlichen Einnahmen aus Studiengebühren betragen etwa 180 Millionen Euro.

Die sogenannten Restmittel, also nicht ausgegebene Gelder, beliefen sich Ende 2009 auf etwa 106 Millionen Euro. Diese Zahlen legen nahe, dass die Hochschulen nicht recht wissen, wie sie mit diesem Geld umgehen sollen. Auf jeden Fall wird das Geld offenbar nicht für die Verbesserung der Studienbedingungen genutzt. Zeitnah schon gar nicht.

Studiengebühren in anderen Bundesländern

Einige Bundesländer haben von vornherein keine Studiengebühren erhoben, ander haben die Gebühren als falschen Weg erkannt und längst wieder abgeschafft.

Auch in Bayern wurden die Gebühren als falscher Weg erkannt. Zwischenzeilich sah es aus, als wäre es ein leichtes, einen Schlußstrich unter das Kapitel zu ziehen. Mit einer überwältigenden Mehrheit aus CSU, SPD, den Grünen und den freien Wählern wäre das ein Kinderspiel gewesen.

Weil sich jedoch eine kleine Koalitionspartei, die sich einst Bildungspolitik auf die Fahnen geschrieben hatte, verweigert, an den Gebühren festhält wie ein Ertrinkender an einem Strohhalm, müssen sich die Bayerischen Studierenden weiterhin mit der verordneten Zwangsabgabe zurechtfinden.

Die Gedankenspiele

In den letzten Wochen und Monaten wurden seitens der Bayerischen Regierungen die unterschiedlichsten Modelle diskutiert.

Hierbei geht es weniger darum, eine wirklich vernünftige Lösung der Bildungsfinanzierung zu finden, denn mittels Taschenspielertricks den Spagat zwischen Koalitionsbefriedung und der Abwendung des Volksentscheides hin zu bekommen.

Studentenkredit

So können die Studiengebühren mittels eines billigen Studierendenkredits finanziert werden. Der Kredit könne dann bequem irgendwann in der Zukunft zurückgezahlt werden.

Nachgelagerte Studiengebühren

Oder Studiengebühren werden nachträglich erhoben. Also erst, wenn das Studium abgeschlossen und das Berufsleben erfolgreich aufgenommen ist.

Wahlweise können die nachträglichen Gebühren auch vorab über einen Kredit finanziert und später abbezahlt werden. Ne, Quatsch, das war ja das Studentenkreditmodell. Nachgelagerte Studiengebühren sind also quasi ein vorgezogener Studentenkredit.

Egal, wie man es nennt, es bleiben Gebühren, die die Studierenden belastet. Gebühren, die finanziell weniger gut Ausgestattete von Studieren abhalten können. Gebühren, die weiter dazu beitragen, dass eine gute Bildung weniger von der eigenen Leistung denn vom Geldbeutel der Eltern abhängt.

Ein Rechenbeispiel

Laufende Kosten eines Studierenden:

Rechnung: (Monat/Semester)

Sudiengebühren: 84.-/500.-

Verdienstmöglichkeiten eines Studierenden:

Durchschnittlicher Stundensatz für Studierende ca 10.- Euro. Macht bei Kosten von 850.- Euro im Monat also 85 Stunden Arbeit im Monat, bzw. 21 Stunden in der Woche.

Will also heissen, wenn die Eltern nicht ordentlich in die Tasche greifen, und dazu sind beileibe nicht alle Eltern in der Lage, muss ein Studierender wenigstens einen Halbtagsjob annehmen, um finanziell etwa auf das Niveau eines Harz IV Empfängers zu kommen.

Ob dabei noch sinnvolles Studieren möglich ist?

Weiterführendes:

Quellen:

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Wenn man sich wundert, warum eine Übersetzung nicht funktioniert, obwohl i18n() eingesetzt, die Übersetzungsdatei vorhanden ist und die Eintragungen dort stimmen - sowohl name asl auch message::source - dann kann es immer noch an einer fehlenden ini-Eintragungen liegen.

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