Spenden für die Kirche

24.04.2019

Spenden ist per se freiwillig. Ist es nicht freiwillig, ist es keine Spende.

Manche Menschen spenden gerne, manche oft. Manche Menschen spenden selten oder gar nicht.

Das dicke Konto spendet dicke Summen, aus dem schmalen Geldbeutel kommen nur ein paar Münzen.

Manch einer hat es nötig, sich mit seiner Großherzigkeit zu brüsten. Andere bleiben lieber anonym.

Hinter Spenden können sich egoistische Ziele verbergen. Man spendet, um sein Gewissen zu beruhigen oder altruistisch, weil man einfach Gutes tun will.

Soll jeder halten wie es es für gut befindet.

Ein bisschen anders verhält es sich, wer und zu welchem Zweck zu Spenden aufruft.

Da gibt es löbliche Beweggründe, wirtschaftliche oder auch rein egoistische.

Nehmen wir eine humanitäre Katastrophe. Erdbeben, Überschwemmungen, Hungersnöte. Dahinter stecken Menschen, die unverschuldet in Not geraten sind, denen es an die Existenz geht, die sich nicht mehr aus eigener Kraft helfen können. Wenn vor solchen Hintergründen Spendenkonten eingerichtet werden, von offizieller Seite zum Spenden aufgerufen wird, wer mag da sein Herz verschließen?

Nehmen wir hingegen eine Organisation, die ihren Anhängern seit Jahrhunderten das Geld aus der Tasche zieht, die ihre Tempel mit Gold auskleidet und ihre Vertreter in Brokat gewandet. Auch hier: Mag spenden, wer spenden will. Man mag sich am Kopf kratzen, angesichts der Summen die das fließen und doch bleibt es Sache der Spender, was sie mit ihrem Geld machen. Ihr mögt es ahnen, ich sprech' es aus: Es geht mir um die niedergebrannte Kathedrale in Paris.

Ja, auch mich verwundert die Freizügigkeit, die allerorten herrscht. Auch ich würde mit wünschen, wenn Leid und Armut mit ähnlichem Enthusiasmus bedacht würden. Doch muss ich sagen, letztlich ist es recht gleichgültig, wenn die Christenheit ihre Nächstenliebe lieber in protziges Gestein meißelt, denn mildtätig an ihren Nächsten übt. Das war nie anders, das wird sich nicht ändern.

Was mich hingegen aufbringt: Angesichts der drängenden Probleme in Stadt, Land und Erdkreis rufen Städte und Kommunen zur finanziellen Beteiligung am Wiederaufbau des Symbols der mittelalterlichen Götzenverehrung auf. Das ist nicht deren Aufgabe. Nicht der Aufruf ist ihre Aufgaben, nicht die Debatte darüber uns auch nicht das Einrichten von Spendenkonten. Da fehlt mir das Verständnis.

So, jetzt wende ich mich wieder wichtigerem zu. Einen schönen Tag noch.

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Lasst mich darüber ein wenig nachdenken.

Der Kapitalismus ist ja geneigt, alles zu vereinnahmen, mit dem sich irgendwie Kohle machen lässt.

Da werden Jugendbewegungen aufgekauft (siehe: Ramones bei C&A), revolutionäre Romantik vermarktet (wer bringt das Ché T-Shirt heute noch mit Kubas Befreiung in Verbindung?) oder Punk Ikonen aufs Butterbrot geschmiert (Jonny Rotten im Werbefernsehen).

Ist es da nicht folgerichtig, dass auch Flüchtlinge für Werbekampagnen und Unterhaltung herhalten müssen?

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