Spanien, wo geht die Reise hin?

03.10.2017

Wenn ein Staat mit Gewalt und Härte gegen das eigene Volk vorgeht, die Polizei gegen das Volk einsetzt. Wenn so der Dialog abgebrochen und Fakten geschaffen werden.

Dann sind Rechtsstaat und Demokratie am Ende. Dann wird Recht zu Unrecht und Widerstand zur Pflicht.

Unabhängig davon, ob das Referendum gerechtfertigt ist oder nicht. Unabhängig davon, wie der einzelne zu katalanischen Unabhängigkeitsbestrebungen steht.

Hunderttausende demonstrieren in Barcelona

"Aus Protest gegen Polizeigewalt gehen in Katalonien 300.000 Menschen auf die Straße." ist im Spiegel zu lesen.

Wenn in letzter Zeit irgendwo Hunderttausende demonstriert haben, gab es im Anschluss meist einen Bürgerkrieg, oft Ausschreitungen mit Toten. Die Regime unter denen das passierte, waren für gewöhnlich Diktaturen, Monarchien, auf jeden Fall vordemokratisch.

Diesmal also im Zentrum Europas. Ob die aufgeklärten Demokratien besser reagieren? Ob sie den friedlichen Dialog suchen?

In Spanien sieht das aktuell nicht so aus. Da sitzt eine Regierung in Madrid, die sich nicht entblödet, dem eigenen Volk "mafiöses Verhalten" zu unterstellen und mit weiter hartem Vorgehen zu drohen.

Es ist noch keine drei Tage her, da war ich den Separatisten skeptisch bis ablehnend gegenüber. Die brutale Polizeigewalt hat mir quasi die Augen geöffnet. Eine Zentralregierung, die so mit ihren Regionen, mit der Bevölkerung umspringt, von solch einer Regierung muss man sich separieren.

Es wird Zeit, dass Brüssel, dass die anderen EU Länder klare Worte in Richtung Rajoy finden. Das Schauspiel ist Europas unwürdig!

Wenn die Situation weiter eskaliert, wenn es weiter Verletzte gibt, wenn es gar Tote gibt... dafür sind all jene mitverantwortlich, die der unverantwortlichen Regierung unter Rajoy die Stange halten. Dann sind das Tote, die auf Kosten der ganzen Europäischen Union gehen.

Stoppt diesen Irrsinn!!!

Lange habe ich mit mir gehadert, ob ich Filme von dieser Gewalt weiter verbreiten soll oder nicht. Letztlich habe ich mich entschlossen, es zu tun.

Warum? Weil ich voller Hoffnung bin, dass wenn die Bilder dieser Polizeigewalt gegen friedliche Bürger und Bürgerinnen um die Welt gehen, so viel Druck auf die Spanische Zentralregierung ausgeübt wird, dass endlich an den Verhandlungstisch und zu konstruktiven Gesprächen zurückkehrt.

Gewalt in Katalonien
comments powered by Disqus

Lebensfreude

Feuerwerk und Lebensfreude? Verbieten, verbieten, verbieten...

Sonne

Eine Bürgerinitiative zieht von Bürgerversammlung zu Bürgerversammlung, um ein Verbot der jahresendlichen Feuerwerkssitten zu erreichen.

Jetzt hat sich Münchens Oberbürgermeister zu Wort gemeldet und dabei einen recht beachtlichen Satz gesagt:

"Ich kann sehr gut verstehen, dass die Leute immer mehr Umweltbewusstsein entwickeln."

An 364 Tagen im Jahr geht dem Münchner das Umweltbewusstsein vorwiegend am Arsch vorbei. Da darf der Bolide Dreck in die Luft pumpen, die Bio-Banane in Plastik verpackt werden, der Togo-Becher in die Ecke geworfen werden.

An einem Tag im Jahr kommt das Umweltbewusstsein dann zusammen mit den guten Vorsätzen ums Eck und sagt: Jetzt wird es Zeit ein Zeichen zu setzen. Und warum nicht den böllerliebenden Zeitgenossen ihre Lebensfreude abzwicken.

Die Hunde, der Dreck, der Feinstaub. Da kann dann niemand reinen Gewissens dagegen argumentieren.

Kann er nicht? Kann er doch!

Ich, der ich seit Jahren nicht böllert, ich sage euch, sobald die Stadt befreit ist von Autoabgasen, von Laubbläserlärm, von U-Bahnmusik und roten Ampeln nach Mitternacht, ich werde in vorderster Front gegen ... nein, werde ich nicht, weil mir die Verbieterei der Lebensfreude auch dann entschieden auf den Sack gehen wird.

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z