Siko, die Wehrkundetagung

25.02.2019

Seit 1963 findet in München alljährlich die sogenannte Sicherheitskonferenz statt. Dort sitzen Vertreter von Politik, Militär und Wirtschaft - vorwiegend der Rüstungswirtschaft - zu Tische und beraten, wie aus aktuellen und zukünftigen Krisen und Kriegen Kapital geschlagen werden kann. Lange Zeit firmierte diese Veranstaltung unter dem Label "Wehrkundetagung".

Vordergründig - und weil es vielleicht die Intention des Gründers dieser Veranstaltung war - um Kriege zu verhindern.

Jetzt frage ich mich - und euch - wie um alles in der Welt sollen denn bitte Kriege verhindert werden, wenn die Kriegstreiber dieser Welt ihre Köpfe zusammen stecken? Kann es denn im Sinne der Rüstungsindustrie sein, wenn keine Rüstungsgüter mehr benötigt würden? Im Sinne des Militärs, wenn es keine Armeen benötigte?

Bücher statt Waffen

Bücher statt Waffen - Anti-Siko Demo 2019

Jetzt sitzen also die Großen zu Tisch, währen die Kleinen vor der Türe ihrem Unmut Luft machen. Fahnen werden geschwenkt, Parolen werden gebrüllt. Jahr für Jahr. Den Tagungsteilnehmern geht das reichlich am Arsch vorbei. Die werden von der Polizei und auf unser aller Kosten vom Unmut der Demonstration fern gehalten.

Folklore des Protests

Die unvermeidbare Demonstration gegen die Sicherheitskonferenz hat etwas schmerzhaft Folkloristisches. Veranstalter wie Mitmarschierer sind sich ihrer Machtlosigkeit bewusst. Und doch packen sie bei Wind und Wetter - dieses Jahr unter lachender Sonne - ihre Transparente aus und opfern ihre Freizeit, immer in der Hoffnung, die Welt vielleicht doch ein bisschen besser machen zu können.

Ein Freund meinte einmal, man müsse mal eine "Demonstration zur Aufarbeitung alter Transparente" organisieren. Die Sicherheitskonferenz wäre hierfür ein dankbarer Anlass. Transparente aus den 80er Jahren, etwa zum Nato Doppelbeschluss und der Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen in Europa. Nachdem sich Russland und die USA darin überbieten, Abrüstungs- und Rüstungskontrollabkommen aufzukündigen... die Älteren unter uns werden ein unangenehmes Déjà-vu haben.

Ich hätte da noch ein altes T-Shirt im Schrank hängen: "Bildung statt Militär". Das war uns zu Schulzeiten wichtig. Heute ist zu lesen "Bücher statt Waffen".

Manchen Transparenten ist anzusehen, dass sie schon so einige Einsätze auf der Straße hinter sich haben. Das ist traurig, sehr traurig, denn es ist ein Zeichen dafür, dass sich in den letzten Jahren wenig zum Besseren gewendet hat.

Denen, die mit mir auf der Straße waren, mag ich zurufen "Gebt nicht auf. Was zählt ist die Gewissheit, für das Gute eingetreten zu sein.".

comments powered by Disqus

Die Partei

Nein zu Europa, ja zu Europa

TTIP durchgewunken?

Ach du meine Fresse, da steht man mal im Rampenlicht und was passiert? Man greift grammatikalisch mit beiden Händen voll in die Sch... Grube.

"TTIP durchgewinkt"...

Bei solch einer Nachlässigkeit, wer achtet da noch auf den Inhalt?

Ich bedanke mich bei den Wächtern der Grammatik von der Titanic und gelobe Verbesserung.*

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z