Schlecker - alles nur geliehen

Und die Erben stehlen sich aus der Verantwortung - Das vielleicht letzte Kapitel

06.08.2012

Für eine gute Durchblutung war Schlecker schon immer zu haben.

Bis zuletzt hat das "Familienunternehmen" kaum eine Möglichkeit ausgelassen, dem geneigten Betrachter die Zornesröte ins Gesicht zu treiben.

Bespizelung

Ein Vertrauensverhältnis zwischen Schlecker und seinen Mitarbeiterinnen hat offenbar nie bestanden. Im Gegenteil, Schlecker war bemüht, ein Klima der Angst aufrecht zu erhalten. Ob mit Spitzeln und Detektiven, die auf das Personal angesetzt waren, mit Einschüchterungen oder mit moderner Überwachungtechnik. Das Unternehmen legte hier eine erstaunliche Kreativität an den Tag.

Betriebsrat

Schlecker zog alle Register, um eine Arbeitnehmervertretung zu verhindern. Aufsplitten der Firma in kleine Einzelbetriebe, damit die nötige Mitarbeiterzahl nicht erreicht wird. Entlassung bevor der Kündigungsschutz greift.

Von 60 erfassten Gründungsversuchen konnte Schlecker so alleine 28 erfolgreich verhindern (-> www.boeckler.de)

Leiharbeit

Perfide, unverschämt, geschmacklos. Derartige Adjektive kommen mir in den Sinn, wenn ich mich an eine besonders ausgefeilte Variante des Lohndrückens zurückerinnere. Die Metode: Belegschaft entlassen, Filiale schliessen, Filiale wieder aufmachen, Belegschaft über eine Leiharbeitsfirma wieder einstellen. Ergebnis: Der Lohn für die Leiharbeiter war erheblich geringer, als der für fest Angestellte. Nebeneffekt: Leiharbeiter haben weder ein Recht auf einen Betriebsrat, noch einen Kündigungsschutz.

Schon sehr früh wurde vermutet, dass die Beteiligte Leiharbeitsfirma Meniar eng mit Schlecker verbandelt war (-> www.spiegel.de). Wie eng die Verbandelung war, konnte erst vor wenigen Tagen in den Medien bestaunt werden. Meniar war offenbar ein Unternehmen der Schlecker-Kinder Lars uns Maike (-> www.ivz-online.de)

Verantwortung

Dieser Tage ist zu lesen, dass etwa 9 Millionen Euro gefehlt haben, um Schlecker zu retten und die Arbeitsplätze zu erhalten. Gleichzeitig ist zu lesen, dass die Schlecker-Kinder mit ihrer Leiharbeitsfirmal lockere 40 Millionen erwirtschaftet haben. Also sozusagen aus der "Mutterfirma", bzw den Mitarbeiterinnen herausgepresst haben.

Die Schlecker-Kinder sind jedoch nicht bereit, die 9 Millionen bereit zu stellen.

Rechtlich ist natürlich nichts zu machen. Meniar ist nicht Schlecker. Moralisch hingegen zeug es doch von grosser Verkommenheit aus den Arbeitskräften Kapital zu schlagen und sie dann in einer Notlage eiskalt abblitzen zu lassen.

So leid es mir um die Arbeiterinnen tut, letztlich ist es doch eine grosse Erleichterung, wenn die unsägliche Geschichte von Schlecker nun endgültig eine Ende gefunden hat.

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Ein Leben lang leiden.
Wissen, dass man als armer Sünder im Diesseits keine Erlösung erfährt.

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Und wenn diese Macht heute was anderes sagt als gestern, dann ist das eben so.

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Und wenn sie nicht wissen, dann machen sie eben.

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