SUV Eltern und ihre Kinder

03.06.2019

Eine neue Studie belegt, Kinder von SUV Eltern geraten schulisch und gesellschaftlich immer mehr ins Abseits.

Währen die Eltern aus Sorge um ihren Nachwuchs versuchen, Gefahren des Alltags durch immer mehr Blech abzuwehren, sehen sie nicht, dass sie ihren heranwachsenden Kindern damit die Chance auf die Entwicklung einer selbstbestimmten, starken Persönlichkeit nehmen.

Straßenverkehr

Heutzutage ist es nicht einfach, erhobenen Hauptes durch die Straßenschluchten der Großstädte zu navigieren. Also, das Navigieren selbst ist schon recht einfach, dazu gibt es ja technische Hilfsmittel wie Google Maps. Die tatsächliche Bewegung in der Realität hingegen fordert vom Individuum ein paar Fertigkeiten, die sich schwerlich erlernen lassen, wenn einem als kleiner Mensch alle Möglichkeiten vorenthalten werden, diese Fähigkeiten zu erwerben. Wer erst mit 17, 18 seine ersten, zaghaften Schritte außerhalb des elterlichen Cayenne unternimmt, wird mit den Anforderungen von Ampelanlage und Zebrastreifen heillos überfordert sein, sich vielleicht gar nicht über die Straße trauen. Eventuell sollte man an diese armen Kreaturen Anstecker mit der Aufschrift "Helft mir, ich bin neu hier" verteilen.

Hausaufgaben

Ein wichtiger Bestandteil im schulischen Überlebenskampf ist das Vorweisen einer - wenn auch nur rudimentären - Beschäftigung mit den Hausaufgaben. Wer bar jeder Bemühungen vor den Lehrer tritt, kann gewahr sein, dass sich eine derartige Ignoranz pädagogischer Anweisungen negativ auf die Eintragungen in der Notenliste auswirkt. Generationen von Schülern haben daher ein ausgeklügeltes System entwickelt, um mit möglichst wenig Aufwand ein Maximum an Effektivität zu erreichen. Unbedingte Bestandteile dieses Systems sind Trambahn, S-Bahn und die hintere Ecke im Pausenhof. Dort fand immer ein reger Austausch statt: Biete Stochastik, suche Algebra. Wer hingegen schon einmal versucht hat, das Deutschheft seines Banknachbarn mit in die elterliche Karosse zu schmuggeln und dort im morgendlichen Stop-and-Go die aktuelle Textanalyse zu kopieren, wird schnell an die Unmöglichkeit dieses Unterfangens stoßen. Übertriebene elterliche Sorge kann somit schnell Defizite in der juvenilen Bildungsphase hinterlassen.

Peergroup

In der - ich sag jetzt mal - normalen Entwicklungsgeschichte eines Menschen gehört die langsame aber sichere Abnabelung von der eigenen Herkunftsfamilie hin zu einer neuen Geborgenheit in der - von Fachleuten sogenannten - Peergroup schon fast zwingend dazu. Wird diese Entwicklung von Seiten der Eltern unterbunden, kann es zu nachhaltigen Entwicklungsstörungen kommen. Dem jungen Menschen wird die Möglichkeit genommen, unter seinesgleichen Beziehung, Konkurrenzsituationen oder Solidarität zu erfahren. Als Grund führt die Studie an, dass durch pünktliches Anliefern und Abholen der Sprösslinge die soziale Interaktion mit Gleichaltrigen vor und nach der Schule, sowie auf dem Heim- und Schulweg weg fällt.
Radfahren

Solcherart von der Teilnahme am Straßenverkehr ferngehaltene Individuen können Fertigkeiten wie das Radfahren nicht erlernen, finden sich im Netzt der öffentlichen Verkehrsmittel schlecht zurecht und fallen erheblich häufiger durch die Führerscheinprüfung, wie ihre Alterskollegen, die auf der Straße aufwachsen dürfen.

Da machen sich die Helikopter-Eltern keine Vorstellung, wie sie mit ihrer falsch verstandenen Fürsorge soziale Problemfälle von morgen heranziehen.

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Jan Fleischhauer schreibt in seiner Spiegel-Kolumne "Bei vielem, was in Amerika oder Brüssel gegen die deutsche Autoindustrie unternommen wird, geht es darum, Deutschland zu schwächen. Warum fällt es vielen bei uns bloß so schwer, das zu begreifen?" und einiges mehr.

Schon während des Lesens wird klar, das kann so nicht stehen gelassen werden.

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