Rückbau der Glockenbachwerkstatt

Wie Wohnungsnot gegen Kinder ausgespielt wird

11.10.2012

Die Glockenbach- werkstatt besteht seit 1979 und ist damit Münchens ältestes Bürgerhaus.

Unter einem Dach beherbergt das Haus Angebote für die unterschiedlichsten Altersgruppen.

Von der Kinderkrippe über Kindergarten und Schülerhort bis zu Werkstätten, dem Stadtteiltreff und Raum für unterschiedlichste kulturelle Veranstaltungen.

Von der Wiege bis zur Bahre

Im Laufe der Jahre hat sich der Trägerverein, die Belegschaft und die unüberschaubare Menge der Nutzer und Nutzerinnen des Hauses gegen alle nur erdenklichen Unbillen und Widrigkeiten behaupten können.

Beschwerden wegen Lärmbelästigung wurden mit immer neuen Lärmschutzmassnahmen begegnet.

Finanzielle Engpässe konnten durch Einsparungen und ehrenamtlichem Engagement überwunden werden.

Das lange Zeit ungesicherte Mietverhältnis konnte mit viel Verhandlungsgeschick und der Unterstützung der Stadt immer wieder verlängert werden.

Soziokultur

Auf Veränderungen der Nutzerstruktur und der Bedürfnisse der Besucher reagierte die Glockenbachwerkstatt stets mit großer Felixibilität und kreativen Ideen.

Somit konnte die Glockenbachwerkstatt über die Jahre hinweg von einer kleinen Bürgerinitiative zu einem wichtigen Bestandteil der Münchner Sozial- und Kulturszene heranreifen.

Heute bietet das Haus einen wichtigen Raum für Künstler und Kunstinteressierte jenseits des Mainstreams.

Trägerschaft

Durch die Übernahme der Trägerschaft für mittlerweile 10 Kindergärten, Kindertagesstätten, Kooperationseinrichtungen und Schülerbetreuungen leistet die Glockenbachwerkstatt einen nicht unerheblichen Beitrag zur Kinderbetreuung der Stadt.

Dieser Tage sieht sich die Glockenbachwerkstatt erneut einem substantiellen Angriff gegenüber.

Gentrifizierung

Das an den Bolzplatz des Bürgerhauses grenzende Gebäude Müllerstraße/Ecke Corneliusstraße, wahrlich kein Augenschmaus mehr, soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Dabei wird offenbar auch der Bolzplatz selbst ins Visier genommen.

Die Auswirkungen auf die Glockenbachwerkstatt wäre enorm.

Direkt betroffen wären die hauseigenen Kindergruppen, denen wichtiger Raum zum Ausleben des natürlichen Bewegungsdranges genommen würde.

Indirekt würde das ganze Bürgerhaus leiden: Die geplanten Wohnungen würden direkt an den verbleibenden Hinterhof mit den Werkstätten und dem kleinen Biergarten grenzen.

Beschwerden wegen Lärmbelästigung werden die Folge sein.

Rückbau

Goldgrund

Goldgrund

Erst fällt der Bolzplatz.
Dann der Hinterhof mit Werkstätten und Biergarten.
Und zuletzt verschwindet die Glockenbachwerkstatt als eines der letztes sozialen Refugien in der durchkommerzialisierten Innenstadt.

Insofern rufe ich die geneigte Leserschaft auf, untersützt die Glocke in ihren Bemühungen, die soziokulturelle Arbeit auf hohem Niveau in der Münchner Innenstadt fortzuführen.

Weiterführendes

Bolzen verboten

Bolzen verboten

Die Seite der Glockenbachwerkstatt: www.glockenbachwerkstatt.de

Demonstration für den Erhalt des Bolzplatzes: Facebook

Petition gegen das undurchdachte Bauvorhaben der Stadt: www.openpetition.de

Exposé auf www.immobilienscout24.de

Die Sitzungsvorlage des Stadtrates zum Thema: PDF

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