Reisefreiheit

Undertaker
23.02.2016

Das mit dem Reisen und das mit der Freiheit... das sind ja schon so Sachen.

Darf man selbst nicht Reisen, andere aber schon, dann ist das irgendwie blöd.

Genießen andere eine gewisse Freiheit und man selbst nicht, dann ist das auch irgendwie blöd.

Darf man jetzt selbst von da weg, wo man ist - sagen wir mal, weil es wo anders etwas besser ist - dann ist das schon recht gut.
Will aber jemand anderes von da weg, wo er gerade ist - weil es da einfach so richtig mega scheisse ist - dann nervt das irgendwie.
Zumal wenn der andere dann dahin kommen will, wo man selber gerade ist... und eigentlich weg will.

Etwa die Sachsen. Die durften 40 Jahre nicht dahin, wo... also nicht dahin, wo sie wollten, denn sie hatten ja eigentlich keine Ahnung davon, wohin sie wollten.
Sie wollten nur eben dahin, wohin sie nicht durften.
Jetzt dürfen sie, aber können nicht.
Weil sie es sich nicht leisten können.

Das ist jetzt auch wieder blöd. Weg dürfen aber nicht können.
Ach, es ist einfach ein Dilemma. Was sag ich, zwei Dilemma, drei, vier...

Jetzt ziehen also die Leute, die es sich daheim irgendwas nicht leisten können - eigentlich egal, ob sie sich Reisen, Autos oder Bananen nicht leisten können - irgendwohin, wo sie so viel verdienen, dass sie sich all das leisten können.
Würden sie dabei nicht inländische Staatsgrenzen überschreiten, sondern ausländische Landesgrenzen, dann wären das ganz klar Wirtschaftsflüchtlinge.

Die inländischen Wirtschaftsflüchtlinge, die es nicht schaffen über die inländischen Staatsgrenzen zu kommen, neigen dazu ausländische Wirtschaftsflüchtlinge als solche zu titulieren und ihnen die schnellsmögliche Abschiebung an den Hals zu wünschen.
Ist ja schon auch irgendwie einfacher, ordentlich sauer auf irgendwen - egal ob der mit der Sache zu tun hat oder nicht - zu sein, bevor man beginnt, sich über die eigene Unfähigkeit Gedanken zu machen.

Jetzt nicht abschweifen...
Viele diese, ich sag jetzt mal inländischen Wirtschaftsgranten - ob imi oder emi mag definieren wer will - wurden oder werden da wo sie landen aufgenommen.
Und wenn sie sich nicht aktiv und lauthals daneben benehmen, in der Regel freundlich.
Ob sie das selbst erwirtschaftete Geld oder die gewährten Sozialleistungen in die Heimat schicken, danach kräht kein Hahn.

Die daheim gebliebenen, jetzt von den eigenen, entsanten Wirtschaftsflüchtlingen, den daheimigen Sozialleistungen oder - und ich sag das nicht gerne - dem Soli ordentlich gepamperten, die sich nicht zwanzig, nicht vierzig und auch nicht sechzig Jahre um Mitbürger mit Migrationshintergrund oder Flüchtlinge Gedanken haben machen müssen, die reklamieren jetzt für sich, das Volk zu sein...
Alle anderen... naja, zumindest einigermassen viele von den anderen, sehen das gelassener.
Wenn sie nicht gerade stramme Anhänger einer der C-Parteien sind.

Wo Lederhosen und Laptop gehen, da geht auch Obazda und Döner. Nicht gleichzeitig... aber Obazda und Leberkäs gehen auch nicht gleichzeitig.

Dann gibt es da noch ganz andere Menschen, zum Beispiel Syrer, die müssen plötzlich wo hin, wo sie vielleicht nie hin wollten.
Und wo sie vielleicht auch ganz schnell wieder weg wollen.
Weil sie eigentlich gerne da geblieben wären, von wo sie weg sind.
Da bleiben wär aber so richtig blöd, weil lebensgefährlich, gewesen.

Könnte man doch eigentlich sagen, jetzt bleib erst einmal da, dann sehen wir weiter.
Ein Blick in den Durchschnittskühlschank zeigt, das reicht locker für noch einen.. oder zwei.
Und das geht auch. Nicht immer leicht und nicht immer von heute auf morgen, aber es geht.
Das geht in München, in Nürnberg, in Hamburg und auch in Berlin - wobei Berlin schon recht unter den Schwaben zu leiden hat.

Jetzt hätten wir noch die, die sich so aufführen, dass sie niemand mag.
Weder da, wo sie gerne hin wollen - etwa auf Mallorca oder beliebig irgendwo anders in der Zivilisation - noch da, wo sie gerade sind.
Weil sie aber da, wo sie gerade sind, bedauerlicherweise in der Mehrheit sind...
...oder die Mehrheit sie dultet und nicht mit peinlichen "Wir sind noch viel mehr das Volk" Sprüchen in das Land des Pfeffers treibt...
...oder weil die "Wir sind das Volk" Minderheit als Minderheit besonderen Schutz geniesst...
...oder weil sich die Minderheit bereits - in Polizei und Politik - so festgesetzt hat, dass sich niemand mehr traut zu sagen "Euch will hier keiner"...

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Weiter Wulffen

Kotzen

Na Herr Wulff, mit Ihnen hatte ich schon gar nicht mehr gerechnet. Jetzt machen Sie doch wieder von sich reden. Eine Frage sei gestattet: War das mit dem "Ehrensold" wirklich so gedacht? Als Unterhalt für Ihre Ex-Bettina?

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