RT Deutsch...

...und warum man genau das nicht abonnieren sollte

11.11.2014

Ein Facebookpost suggeriert, dass es sich lohnt eine Webseite namens RT Deutsch zu abonnieren, weil dort Informationen zu finden sind, die sonst in der Presse verschwiegen werden.

Eigenwerbung: "Wir zeigen und schreiben das, was sonst verschwiegen oder weggeschnitten wird. Wir sind DER FEHLENDE PART in der deutschsprachigen Medienlandschaft."

Werfen wir also einen Blick hinter die Kulissen.

Russia Today

Allein der verklausulierte Name sollte stutzig machen. RT steht für Russia Today und ist ein staatlich finanzierter Fernsehsender aus Moskau. Stellt sich schon die erste Frage: Kann mir irgendwer einen einzigen Grund nennen, warum ich in einen staatlich finanzierten russischen Sender auch nur einen Jota mehr vertrauen haben sollte, als in einen deutschen, gebührenfinanzierten oder in einen amerikanischen, werbefinanzierten?

Russland mag für so einiges bekannt und berühmt sein - Kreml, Vodka, Borschtsch - aber sicherlich nicht für Presse- und Meinungsfreiheit. Und wenn man mit der Berichterstattung hierzulande hadert, weil tatsächlich oder vermeintlich Informationen vorenthalten oder frisiert werden, dann ist - wenigstens für mich - Russland sicher nicht die erste Adresse, um der Wahrheit näher zu kommen.

Interview- und Kooperationspartner

Die Liste Deutscher Interview- und Kooperationspartner liest sich wie das who-is-who der neurechten-querfront-verschwörungstheoretiker Szene. Von denen möchte ich nichts lesen, die möchte ich nicht unterstützen und entsprechend möchte ich niemanden unterstützen, der dieser Szene eine Plattform bietet.

Für einen Journalisten/eine Journalistin mag sich das nicht ganz so einfach anlassen. So wird etwa auf Facebook ein Interview mit Udo Ulfkotte verteidigt:

In diesem Statement steht jedoch schon der Fehler in sich: "wenn journalistinnen damit beginnen nachrichten zu zensieren" oder "als journalistinnen sind wir informationsüberbringerinnen". Hier fehlt etwas entscheidendes: Journalisten und Journalistinnen sind auch gehalten, Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Landläufig auch Recherchieren genannt. Ein unkommentiertes Interview lässt hingegen jede Recherche vermissen.

Während RT das Interview reisserisch mit "Exklusiv" und "packt jetzt aus" anpreist und bemängelt, dass die Mainstream-Medien das Buch "Gekaufte Journalisten" ignorieren, ist bei den Krautreportern zu lesen, dass in dem Buch vorwiegend bekannte Banalitäten zu einer kruden Verschwörungstheorie zusammengezimmert werden. Während RT dem Herrn Ulfkotte also kommentarlos eine Plattform für seine Verschwörungstheorien bietet, machen sich die Krautreporter die Mühe, zu recherchieren.

Warum nicht Bild?

Aus meinem Freundeskreis käme kaum jemand auf die Idee, Artikel aus der Bild-Zeitung zu posten und zu bewerben. Warum, so frage ich Euch, werdet Ihr nicht müde, zweifelhafte Webseiten und Publikationen anzuführen, deren Reputation noch weit unter der Bild zu finden ist?

Kommt mir bitte jetzt nicht mit der Gleichschaltung der Medien. Oder damit, dass Informationen manipulativ zurückgehalten werden. Wer sich ein wenig Mühe macht, findet jede relevante Information irgendwo in halbwegs seriösen Publikationen.

Nehmen wir beispielhaft die Verlegung des G7 Gipfels. Dass der Gipfel verschoben wird, ist die Mainstream-Presse rauf und runter zu lesen (lmgtfy). Selbst die mehr oder weniger ominöse Nähe zu der geheimnisumwitterten Bilderberg-Konferenz wird nicht verschwiegen. Also sorry Anonymous, da sehe ich überhaupt keinen Grund, RT Deutsch zu abonnieren.

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Per Anhalter durch die Galaxis

Anhalter: Zitrone und Gin Tonic

Arthur wachte auf und dachte, dies sei ein wunderschöner Tag, um verrückt zu werden.

Ford sagt, er sei auch einmal eine Zeit lang verrückt gewesen: "ich hab gedacht ich sei eine Zitrone die aus einem Gin Tonic rein und wieder raus springt."
Arthur: "Wo hast du denn einen Gin Tonic gefunden?"
Ford: "Hab ich nicht. Ich hab einen See gefunden der dachte er sei ein Gin Tonic. Jedenfalls glaube ich dass er das dachte."

So oder so ähnlich ging die Stelle.

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