Obama - ein Nachruf

04.01.2017

Mit der Wahl Obamas erhofften sich viele Menschen - so auch ich - mehr Frieden in der Welt. Selbst der Nobelpreis wurde ihm in der Hoffnung und als Vorschuss verliehen.

Obama hat diese Hoffnungen beinahe auf ganzer Linie enttäuscht. Ich möchte ihm nicht unterstellen, dies aus Absicht gemacht zu haben. Vielleicht lag es daran, dass er selbst Getriebener seiner Berater blieb, vielleicht weil er eben auch nur ein Amerikaner ist, der nicht aus seiner Haut kann, vielleicht weil das System aus Checks und Ballances ihn nicht anders hat agieren lassen.

Sehen wir uns die Situation der Welt nach Obama an.

Guantanamo

Im Wahlkampf hatte Obama versprochen, Guantanamo aufzulösen. Die Gefangenen entweder einer ordentlichen Gerichtsbarkeit zu überstellen oder in ihre Heimat zurückzuführen. Sicher, er hat den einen oder anderen Anlauf unternommen. Ist gescheitert an den Checks und Ballances, die seine Vorgänger scheinbar mühelos umschifft haben. Ist gescheitert an mangelnder Unterstützung der Staatengemeinschaft. Niemand will die Häftlinge aufnehmen, niemand will Kosten übernehmen.
Was dabei nicht minder traurig ist: Guantanamo ist international kein Thema mehr. Weder taucht der permanete Bruch der Menschenrechte in den Medien auf, noch wird es bei Gesprächen mit US-Amerikanischen Vertretern auf den Tisch gebracht. Nicht von der EU, nicht von Russland, nicht vom Generalsekretär der UNO.

Drohnenkrieg

Als weiteres Erbe seiner Vorgänger hat Obama den Dronenkrieg in Afǵhanistan und Pakistan übernommen und ... nicht nur weitergeführt, sondern auch noch intensiviert. Dabei bleiben nicht nur Menschenrechte und Rechtsstaatlichkeit auf der Strecke. Selbst unter der Ägide "der Zweck heiligt die Mittel" ist der Kriegsführung durch gezielte Liquidationen kein Erfolg beschieden. Weder konnte Al Quaida besiegt, noch der weltweite Terror zurückgedrängt werden.

Ukraine

Aus einem regionalen Konflikt, dessen Wurzeln irgendwo in den Untiefen der Sowjetaera zu suchen sind, ist mit massiven Einmischungen unterschiedlicher Interessen eine veritable internationale Kriese geworden.
Auf der einen Seite zerrt die EU, die auch nicht davor zurückschreckt, mit bekennenden und gewaltbereiten Nazis gemeinsamme Sache zu machen. Auf der anderen Seite zerrt Putin, der ungeniert seine Muskeln spielen lässt und alle internationalen Gepflogenheiten fahren lässt. Hier dürfen die USA und ihr Präsident nicht fehlen. Zusammen mit der NATO wird laufend Öl ins Feuer gegossen. Da werden Truppen stationiert, da werden Manöver in unmittelbarer Nähe zu ukrainisch-russischen Kampfhandlungen abgehalten.

Syrien

Was zunächst wie ein weiteres Kapitel des sogenannten Arabischen Frühlings anmutete, entwickelte sich schnell zu einem unübersichtlichen explosiven Gebräu unterschiedlichster Interessengruppen. Bei oberflächlicher Betrachtung haut in Syrien jeder jeden. Die Syrische Armee, Rebellengruppen, der Islamische Staat, Kurden, die Türkei, Frankreich, Russland. Der Iran ist beteiligt, ebenso wie der Irak. Da darf natürlich auch die USA nicht fehlen. Mangels rechtzeitiger diplomatischer Initiativen ist es versäumt worden, die internationale Staatengemeinschaft an einen Tisch zu bekommen, um ein gemeinsames Vorgehen zu koordinieren. An einen Islamischen Mörderstaat kann schließlich niemand Interesse haben. Da die unübersehbare Männerfeindschaft zwischen Obama und Putin bereits im Zusammenhang mit der Ukraine zu einem Wettgegockele geführt hat, sah sich Obama einmal mehr ausserstande, über seinen Schatten zu springen und die Hand Richtung Russland zu strecken.

Russland

Und damit möchte ich zum Abschluss des reichlich pessimistischen Nachruf kommen. Ein Präsident, noch dazu der einer Großmacht, sollte jederzeit erwachsen und in der Lage sein, persönliche Befindlichkeiten hinten an stehen zu lassen. Sympathie und Antipathie sind selten ein gute Berater, wenn es darum geht, verantwortungsvolle Politik zu machen. Dass sich der russische Testosteronbomber Putin hier nicht unter Kontrolle hat, ist hinlänglich bekannt. Leider hat auch Obama sich hinreißen lassen. Mit dem Erfolg, dass die Beziehungen zwischen USA und Russland so schlecht wie seit dem Kalten Krieg nicht mehr sind.

Ausblick

Der nächste Präsident ist augenscheinlich ein unkontrollierbarer Horror Clown, der sich selbst nicht im Griff hat. Das mag einem Putin imponieren, der Rest der Welt kann schon mal in Deckung gehen...

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Der Sylvensteinspeicher und der Kirchturm von Fall

sylvenstein-staumauer

Der Speichersee ist geplant abgelassen worden, um eine notwendige Nachrüstung des Staudamms zu ermöglichen.

Ein willkommener Anlass, mal nach dem Rechten zu sehen.

Dabei lässt sich obendrein vortrefflich mit einem alten Mythos abrechnen.

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