Ohrenreiniger spenden Freude

26.07.2019

Ohrenreiniger spenden Freude.

Als ich neulich von einem Kurztrip aus Japan zurück kaum, befand sich in meinem Rückreisegepäck ein Paar Ohrenreiniger. Es ist nämlich so, dass es in Japan üblich ist, sich gegenseitig zu beschenken. Dabei geht es nicht um wertvolle oder ausgefallene Geschenke, vielmehr geht es um die Geste. Und ein Paar Ohrenreiniger taugen allemal als nette Geste.

Die meinen hingegen sind selbst gekauft.

Wer schon einmal von seiner Ohrenärztin mit vorwurfsvollem Blick ob der Benutzung von Wattestäbchen getadelt würde und sich im Folgenden verkrustete Böller unansehnlichen Schmalzes aus den Gehörgängen schaben lassen musste, der wird meine Freude über Japanische Ohrreiniger verstehen.

Zu tief eingeführt, besteht, ähnlich wie mit dem Wattestäbchen, die Gefahr, das Trommelfell zu perforierten. So manch ein Schlagzeuger weiß ein Lied über die Pein des perforierten Trommelfells zu pfeifen. Das zerfetzte Fell auf der Bühne eines wichtigen Auftritts erzwingt die vorzeitige Beendigung des beschwingten Abends. Denn im Gegensatz zum Verschleiß gewohnten Gitarristen hat der Schlagzeuger selten Vorsorge getroffen.

Das zerfetzte Fell im Ohr hingegen bedeutet Pein im Alltag. Also Freunde gepflegter Ohren, lasst Vorsicht walten.

Wer sich nun gewissenhaft und achtsam die kleinen Bambusstäbchen in den Kopf einführt, wird einen Genuss empfinden, den ihm ein schönes Wattestäbchen niemals verschaffen kann.

Außerdem, wie sieht das denn aus, wenn einem blassgelbe Ohrerzeugnisse bei Überproduktion auf's Revers kleckern?

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