Nazis - verirrte Schafe?

Wursthaut
09.01.2014

Im Netzt und in den Medien werden Nazis immer öfter als arme Opfer dargestellt. Und Opfern muss man helfen.

Da muss ich erneut und energisch intervenieren. Nazis sind keine Opfer! Nazis sind Verbrecher! Und die brauchen keine Hilfe, die brauchen Strafe. Ob im Zuge einer Strafe Resozialisierung möglich ist, steht auf einem anderen Blatt.

In diesem Zusammenhang erreichte mich aus dem Umfeld der Linken folgender Beitrag:

"Kein Mensch wird als Nazi geboren, sondern zu dem gemacht, es sind meist Jugendliche, die sich von den Rattenfänger einfangen lassen, Jugendliche die meist aus Sozial schlecht gestellten Familien kommen, schlecht in den Schulen, keine Ausbildung... kein richtige Familien, die sie unterstützen. Man muss auch versuchen diese verirrten Schafe auf den richtigen Weg zu bringen, in denen man ihnen zuhört. Es gehört auch zu unserer Aufgabe den Rattenfängern so viel wie möglich sogenannte Sympatisanten abzujagen."

Dieser Beitrag schreit nach Widerspruch! Und weil es nicht meine Art ist, einfach zu widersprechen, sondern das auch zu argumentieren, werde ich die Aussagen versuchen der Reihe nach zu zerpflücken.

"Kein Mensch wird als Nazi geboren"

Eine Binsenweisheit. Natürlich wird kein Mensch mit irgendwelchen politischen Überzeugungen geboren. Kann ich also so stehen lassen.

"es sind meist Jugendliche, die sich von den Rattenfänger einfangen lassen"

Kein Alter davor ist davor gefeit, nach rechts abzudriften. Eindrucksvoll belegt durch klingende Namen, wie Horst Mahler, Franz Schönhuber oder Thilo Sarrazin. Alle drei kommen ursprünglich aus eher linken oder bürgerlichen Zusammenhängen und haben ihre Sozialisation in Richtung rechten Rand erst mit beachtlichem Abstand zu ihrer Jugendlichkeit begonnen.

Insofern halte ich das für sehr bedenklich, das Problem auf Jugendliche zu begrenzen.

"Jugendliche die meist aus Sozial schlecht gestellten Familien kommen, schlecht in den Schulen, keine Ausbildung... kein richtige Familien, die sie unterstützen"

Hier klingen längst überholte Klischees nach. Wäre natürlich schön einfach, wenn man das Naziproblem mit prekären Lebensumständen abtun könnte.

Dieses Klischee wird durch regelmässiges Wiederholen weder richtiger, noch bietet es Lösungsansätze.

Ein Blick in die Studie "Die Mitte im Umbruch" der Friedrich-Ebert-Studie zeichnet ein wesentlich differenziertes und auch beängstigenderes Licht auf die Angelegenheit. So schwer es glauben fällt, so verbergen sich selbst in den Reihen der Linken mehr als erträglich Subjekte, deren politische Überzeugung mit den Zielen der eigenen Partei nicht zusammen zu bringen ist.

Ein geschlossenes rechtes Weltbild und damit die Nähe zum Nationalsozialismus ist längst kein Randgruppenphänomen mehr. Wer trotzdem versucht, den Eindruck zu erwecken, leistet einer Verharmlosung Vorschub.

"Man muss auch versuchen diese verirrten Schafe auf den richtigen Weg zu bringen"

Auch vor 1933 gab es vielfältige Bemühungen, "diese verirrten Schafe auf den richtigen Weg zu bringen". Das Ergebnis war wenig befriedigend. Die Folgen katastrophal.

"in denen man ihnen zuhört"

Wer mal versucht hat, einem Nazi zuzuhören, weiss welch sinnloses Unterfangen Zuhören sein kann. Auch stellt sich hier die Frage, mit welchem Ziel zugehört werden soll. Um Verständnis zu signalisieren? Na Prost Mahlzeit. Um mit Argumenten zu überzeugen? Wie sollten Argumente bei jemandem ziehen, dessen Weltbild sich komplett irrational zusammensetzt?

"Es gehört auch zu unserer Aufgabe den Rattenfängern so viel wie möglich sogenannte Sympatisanten abzujagen"

Wenn sich die Linke anschickt, ihre Reihen mit "sogenannten Sympathisanten" aufzufüllen... mir wird schwarz vor Augen.

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alexis-tsipras

Europas Alptraum Alexis Tsipras der Geisterfahrer.

So steht es auf dem Titel des Spiegels zu lesen. So macht sich der Spiegel einmal mehr zum Knecht des Kapitals, zum Erfüllungsgehilfen der Troika.

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Weiter möchte ich mich mit Medienschelte hier nicht aufhalten.

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