MVG: Jetzt drohen Streiks

21.06.2018

Erst dachte ich, da hast einen lustigen Spruch zu. Dann war da schnell noch ein Spruch. Eine Idee, und dann wollte ich denen noch was sagen.

Und bis ich drei Mal geschaut hatte, war freies Assoziieren draus geworden.

Der erste Reflex: "Hey MVG, bezahle deine Leute gefälligst ordentlich. Mit unterbezahlten Fahrern und regelmäßigen Streiks wird das nie was mit  der Verkehrswende."

Da lachen mich doch alle Autofahrer aus, wenn ich ihnen erzähle, mit den Öffentlichen käme man jederzeit überall hin. Kommt man eben nicht. Fährt ja nichts. Und es wird häufig gestreikt.

Man kann jetzt einwerfen, beim MVG wird vielleicht einmal im Jahr gestreikt, das mache ja so manches Auto auch. Man kann da dann dagegenhalten, manches Auto vielleicht, die allermeisten jedoch nicht. Die tun brav ihren Dienst. Auch nachts, wenn so manche Buslinie in den 40 Minuten Takt übergeht.

Und wenn die MVG ihren Angestellten ordentliche Löhne zahlt, dann lässt sie sich das vom Fahrgast vergolden. Die Ticketpreise steigen von Jahr zu Jahr. Übrigens auch unabhängig von Lohnforderungen. Der Service hingegen steigt nicht. Nicht die Taktung der S-Bahn... oh, jetzt tue ich der MVG Unrecht, für die S-Bahn ist sie gar nicht zuständig. Auch viele überfällige Streckenausbauten sind noch lange nicht in Sicht. Pasing wartet noch immer auf die U-Bahn und von Milbertshofen nach Moosach, da läufst du zu Fuß auch nicht recht viel länger.

Weil wir gerade bei Service sind. Ich bin mir sicher, dass der Ausbau, respektive die Erneuerung der Anzeigen in den U-Bahnhöfen und bei vielen Bus und Tram Haltestellen ordentlich was gekostet haben. Die versagen dann zuverlässig, wenn man sie am nötigsten bräuchte, nämlich wenn es zu "Unregelmäßigkeiten im Fahrplanablauf" kommt. Die Anzeigen oberirdisch sind dann schnell eingeschnappt und zeigen gar nichts mehr an. Vielleicht noch ein lapidares "Eine Auskunft ist zur Zeit nicht möglich". Das hat einen ähnlichen Informationsgehalt wie Stromausfall.

In den U-Bahnhöfen wird dann auf vielleicht stattfindende, gelegentlich völlig unverständliche Lautsprecherdurchsagen hingewiesen. Besonders begeistern mich Hinweise wie "Kommt es zu Verspätungen oder Zugausfällen". Geschenkt. Das mag MVG-intern interessant sein. Der mündige Fahrgast hingegen, ja der würde sich schlicht und ergreifend wünschen, dass da steht, wann denn nun der nächste Zug kommt und ob es nicht vielleicht ein Besseres wäre, sich nach Transportalternativen umzusehen.

Ich für meinen Teil bevorzuge ja das Fahrrad. Da streikt nichts und im Stau stehe ich auch... nicht, wollte ich gerade sagen. So ganz stimmt das jetzt aber auch wieder nicht. Es gibt schon Strecken, da geht es zu, du machst dir keine Vorstellungen. Fahr mal morgends um acht die Leopoldstraße lang. Kolonnefahren hinter irgendeiner Schnarchnase, die niemanden vorbei lässt. Das ist kein Spaß. Da brauchst du schon gute Nerven.Wenn ich mir jetzt vorstelle, dass die MVG mit ihrer Preis- und Fahrplanpolitik weitere Pendler und Sonntagsfahrer auf den Radlweg treibt. Dann treibt's mir die Tränen in die Augen. Das hält das Münchner Radwegnetz - und meine Nerven - nicht aus.

Gute Nacht.

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Heute ist mir mal wieder so nach Rundumschlag. Also bitte hinten anstellen. Es kommt jeder an die Reihe.

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