Luxusgut Wohnen

Haus
13.03.2013

Zu lesen ist, in Ballungsräumen solle die Mietsteigerung "nur" noch 15% alle drei Jahre betragen dürfen. Bislang waren es 20%.

Lasst mich also zur Rechentafel schreiten, um die Situation ein wenig zu verbildlichen.

Als Ausgangslage nehme ich eine eine dreiköpfige Familie, zwei Erwachsene, ein Kind. Die Familie bewohnt eine 60 qm Wohnung, sagen wir mal irgendwo im München. Bei ortsüblichem Quadratmeterpreisen von 13 € kommt die Miete aktuell auf 780 €. Das Haushaltseinkommen setze ich mit 2706 € an. Jährliche Lohnsteigerung (3,1%) und Inflation (2%) verrechne ich vorab, bleiben also jährlich 1,1% mehr in der Kasse. Ausgehend von den Harz 4 Sätzen nehme ich einen Bedarf von 1016 € monatlich an.

Damit ergibt sich bei der bestehenden Regelung, also die Miete alle 3 Jahre um 20% rauf, folgendes Bild:

  heute in einem Jahr in fünf Jahren in zehn Jahren In 100 Jahren
Einkommen 2.706 € 2.736 € 2.855 € 3.004 € 5.683 €
Miete 780 € 832 € 1.040 € 1.300 € 5.983 €
Lebensunterhalt 1.016 € 1.016 € 1.016 € 1.016 € 1.016 €
Restgeld 910 € 888 € 799 € 687 € -1.316€

Von dem Restgeld müssen so Sachen wie Auto, Urlaub oder die neue Waschmaschine bezahlt werden.

Die geplante Deckelung der Mietsteigerung auf 15% alle drei Jahre ergibt gleich ein wesentlich entspannteres Bild:

  heute in einem Jahr in fünf Jahren in zehn Jahren In 100 Jahren
Einkommen 2.706 € 2.736 € 2.855 € 3.004 € 5.683 €
Miete 780 € 819 € 975 € 1.170 € 4.680 €
Lebensunterhalt 1.016 € 1.016 € 1.016 € 1.016 € 1.016 €
Restgeld 910 € 901 € 864 € 818 € -13 €

Während also der gemeine Mieter mit einer Realeinkommensabsenkung leben muss, kann sich der Vermieter um eine automatische Steigerung seiner Rendite freuen.

Oder mit anderen Worten: Wer keinen eigenen Besitz hat, ist und bleibt der Arsch. Wer seine Tücher im Trockenen hat, dem wird gegeben.

Quellen:

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Medienschelte

Mädchen zu Tode getrampelt

Mädchen zu Tode getrampelt

Die Abendzeitung bemüht sich nach überstandener Insolvenz um einen Neuanfang. Dass es an manchen Ecken quitscht und ächzt sei dem Neuanfang mit Milde nachzusehen.

Ob aller Milde soll hier doch kritisch begleitet sein. Und Schlagzeilen wie "Mädchen zu Tode getrampelt" schreien danach, auf den Boulevard- und Belanglosigkeitsprüfstand gestellt zu werden.

Damit soll der Tod eines Mädchens keineswegs bagatellisiert werden. Der gewaltsame Tod, zumal eines jungen Wesens, ist immer tragisch.

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