Lügenpresse

Keramik

Bitte hinten anstellen.

12.01.2013

Es gibt so Tage, da kann ich mich gar nicht entscheiden, auf wen ich als erstes eindreschen möcht.

Also bitte schön der Reihe nach.

Peer Steinbrück

Ich hatte ja schon die ganz große Keule gegen Dich in der Hand. Auch schon ausgehohlt. Von wegen eine Erhöhung des Kindergeldes um 10 Euro entspräche zwei Schachteln Zigaretten oder zwei Wein. So kolportiert von der Bildzeitung und verschiedenen anderen Medien.

Du würdest dir keinen Wein für 5 Euro kaufen. Snobistisch sei das. Ein Schlag ins Gesicht derer, die sich teure Weine nicht leisten können. Als Biertrinker sag ich dazu: Geschenkt.

Nicht geschenkt wiederums die Assoziation von Kindergeld und Zigarettenschachteln... doch halt, jetzt möcht ich doch genau wissen, was Du gesagt hast.

Springerblatt

Der Bild-Artikel ist vom 03.12.2012. Sozusagen als Vorgeschmack zur Kanzlergehaltsgeschichte. Der Focus übernimmt neun Stunden später und beruft sich auf die Bild. Eine weitere Stunde später meldet sich auch der Westen zum Thema. Nennt ebenfalls das Springerblatt als Quelle.

Gesagt sollst Du den Satz in einem Cicero-Gespräch haben. Also höre ich mir das an, um den O-Ton selbst zitieren zu können. Den einen oder anderen launigen Satz aus deinem Munde konnte ich vernehmen. Hier eine Spitze gegen die Regierung, dort ein Wort der Läuterung zu vergangenen Verwirrungen. Nichts jedoch zum Thema Kindergeld oder Wein.

Das kommt mir doch etwas komisch vor. Also weiterrecherchiert. Und siehe da, der Tagesspiegel vermeldete am 03.07.2008 was von "zwei Schachteln Zigaretten oder zwei großen Pils" zum Thema. Von einem Cicero-Gespräch ist dort nicht die Rede. Die Ruhr Nachrichten seien die Quelle. Am 11.07.2008 zieht die Bild nach.

Die Ruhr Nachrichten jedoch schweigen sich zu dem Thema aus. Sei es, weil der Artikel mittlerweile ins Web-Nirvana eingegangen ist. Sei es, weil die Ruhr Nachrichten mangels echter Quelle einen Rückzieher gemacht haben.

Lügenpresse

Eigentlich wollte ich Dir, lieber Peer, nochmal ordentlich eine mitgeben ob deines hoffnungslos verpatzten Wahlkapfauftakts. Jetzt muss ich mich wenden und der Springerpresse in die Fresse treten. Und so Schmierblättern wie dem Focus gleich mit.

Volker Beck

Als nächstes wollte ich eigentlich den Herrn Volker Beck aufs übelste beschimpfen. Von wegen die Medien würden eine Kampagne gegen Peer Steinbrück fahren.

Wenn ein Politiker von Pressekampagne spricht, sträuben sich mir automatisch die Haare. In den seltensten Fällen gibt es irgendwo eine Kampagne. Meist liefert der betroffene Politiker selbst ordentlich Stoff.

In jüngerer Zeit geschehen bei Herrn Wulff, Herrn Guttenberg oder bei Herrn Beck und seinem Vergnügungspark. Da musste niemand eine Kampagne initiieren. Da reichte es, die Tatsachen zu benennen.

So aber... nach eigener Recherche muss ich feststellen, da werden Zitate von sonst wo hergezogen, aufbereitet und umgeschrieben. Zur richtigen Zeit lanciert und ein Blatt schreibt vom anderen ab, ohne auch nur die mindeste journalistische Sorgfalt walten zu lassen.

Vielleicht doch eine Kampagne?

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Liebe CSU, mir deucht, Du benötigst gar keinen Herausforderer. Du sorgst selbst für deinen Niedergang.

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