Läßt der Brexit den IRA-Terror neu aufflammen?

23.01.2019

Zur Situation:

Die Grenzen zwischen der Republik Irland und Nordirland sind offen. Dahinter stehen zwei Abkommen.

Einmal das Karfreitagsabkommen, mit dem der Nordirland-Konflikt beigelegt - oder wie Kritiker meinen: pausiert - wurde.

Zum anderen das Schengen-Abkommen, dass die Grenzkontrollen zwischen den EU Mitgliedsstaaten abgeschafft hat.

Der Brexit stellt die offenen Grenzen nun in Frage. Vor allem, weil damit eine paradoxe Situation geschaffen wird:

Nach dem Brexit sind die Grenzen zu Großbritannien Außengrenzen und müssen eigentlich genau so dicht gemacht werden, wie die Grenzen zu allen anderen nicht EU-Staaten auch.

Das wollen die katholischen Nordiren nicht, sie würden lieber die Grenze zu Rest-Großbritannien schließen. Das wiederum wollen die Loyalisten auf keinen Fall.

Eigentlich wollte Nordirland nicht aus der EU austreten. Aus Großbritannien schon eher... also die Katholiken, die Protestanten natürlich nicht.

Die EU will natürlich weder die Republik-Iren verlieren, noch den Nordirland-Konflikt wieder beleben. Den Brexit-Briten ist das piepegal.

Bliebe die Grenze zwischen den beiden Irland offen, was würde dann Schottland dazu sagen? Die Schotten haben schon mehrmals betont, dass sie lieber in der EU, denn bei Großbritannien bleiben würden. Und all die anderen Staaten, die gerne in die EU möchten, aber nicht dürfen. Die Türkei zum Beispiel. Mit welchem Argument sollen dann künftig Grenzkontrollen begründet werden?

Macht die EU die Grenzen zu Nordirland tatsächlich dicht, dann müßte sie sich jeden weiteren Toten in Nordirland anrechnen lassen.

Lässt sie die Grenzen offen, dann wird das kleine Großbritannien die große EU am Ring durch die internationale Manege führen. Dann wäre die EU erpressbar.

Ach Leute, von der Abschaffung der Nationalstaaten sind wir wohl heute weiter entfernt als jemals zuvor in der Geschichte der europäischen Einigung.

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