Krötenwanderung

Gastropod

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... wer hat Lust die Banken zu retten?

15.10.2012

Viele Worte sind der Tage über Bankenkriese, Bankenrettung oder auch Spekulation mit Nahrungsmitteln gefallen. Schnell ist hier die Übersicht verloren. Welche Bank macht was, wer zockt wen ab, wer muss wann wieder gerettet werden.

Zunächst das einfache:

Leidtragend sind immer die kleinen Leute. Hier bei uns, aber auch im Rest der Welt und nicht zuletzt in den Entwicklungsländern.

Der Mechanismus funktioniert etwa so: Die Banken nehmen das Geld vom einfachen Mann. Sparguthaben, Versicherungen, Fonds und wie die "Produkte" alle heissen. Mit diesem Geld wird dann spekuliert. Nehmen wir hier die Spekulation mit Nahrungsmitteln. Läuft alles gut, also im Sinne der Kapitalmaximierung, so macht die Bank ordentlich Reibach und gibt, zähneknirschend, einen Teil davon an die Geldgeber, also den Sparer, weiter. Gleichzeitig steigen die Nahrungsmittelpreise, so dass der Sparer hier wieder Mehrausgaben hat. Läßt sich verkraften, mag der eine oder andere einwenden, wird durch die Rendite mehr als aufgefangen. Ob er diesen Einwand auch ohne zu zögern einer hungernden Familie, sagen wir mal in Afrika, ins Gesicht sagen kann. Einer Familie, die sich dank der feinen Rendite nicht den Reis in die Schale leisten kann. Muß ein verdammt harter Hund sein, der das ohne Gewissensbisse hin bekommt.

Läufts nicht so gut, also maximiert sich das Kapital nicht so, wie erhofft, dann gerät die Bank in eine finanzielle Schieflage. Kann passieren, wenn die Spekulation so irrwitzig ausgeufert ist, dass sich niemand mehr Nahrungsmittel leisten kann. Dann haben nicht nur die Anleger keine Rendite und die hungernden Familien nichts zum Essen, dann haben vor allem die Banken kein Geld mehr und müssen, so die alternativlose Meinung, gerettet werden. Und wer muß zum Retten ran? Es sind die, deren Geld bereits von den Banken verzockt worden ist.

An den Haaren herbeigezogen das ganze? Mag sein.

Dann nähern wir uns vielleicht von etwas realistischerer Seite: Nehmen wir die Immobilienkriese. Sozusagen die Mutter aller folgenden Kriesen.

Banken haben ordentlich Geld von Anlegern. Banken versuchen das Geld zu vermehren. In Amerika sind die Banken dazu übergegangen, scheinbar wahllos und ohne auf irgendwelche Sicherheiten bedacht, Kredite zum Erwerb von Immobilien zu vergeben. Also Kedite an Häuslebauer. Diese Kredite wurden dann von einer Bank zur nächsten verschoben und jede Bank versuchte mehr und mehr Kapital daraus zu schlagen. Irgendwann waren dann erste Häuslebauer nicht mehr in der Lage, ihre Kredite abzuzahlen. Und los geht der Dominoeffekt. Wenn ein Häuslebauer nicht mehr zahlen kann, dann können das vielleicht andere auch nicht? So versuchten die Banken also möglichst schnell und rücksichtslos die Schulden einzutreiben. Menschen werden aus ihren Häusern vertrieben und die Häuser... na, die bleiben leer, kauft niemand. Ist ja niemand mehr da, der kaufen kann. Die Situation also: Der Häuslebauer hat kein Geld und kein Haus, die Bank hat das Haus aber kein Geld mehr. Doch bevor die Bank pleite geht, wird eine Bank besser gerettet. Mit dem Geld der Steuerzahler.

Mit anderen Worten: Wir finanzieren die Banken. Erst mit unseren Einlagen und wenn das nicht reicht, dann eben über die Steuern. Unser Geld landet immer bei den Bonzen.

Schluss damit. Es gibt Alternativen. Es gibt einen Namen: "Krötenwanderung".

ATTAC hält hierzu einige Informationen, sowie eine Liste mit Alternativen bereit. Eine Alternative ist etwa die GLS-Bank, die bietet auch Informationen und Service rund um den Bankenwechsel.

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Blockflöte des Todes

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"Blockflöte des Todes" war also angesagt. Auf dem Tollwood-Festival zu nachtschlafener Zeit, dafür umsonst und drinnen.

Der Name sagt alles, oder?

Auf jeden Fall erweckt er Neugier und Erwartungen. Um die Erwartungen nicht allzu hoch zu schrauben, hab ich mir vorab nicht die Mühe gemacht, zu erkunden, was ich da zu erwarten hab.

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