Kommunalwahl 2014 - München am Scheideweg

Wahlurne
15.03.2014

Am 16. März sind die Münchner zu den Urnen gerufen.

Die Qual der Wahl ist einmal mehr eine ganz perfide.

Werners Wahltipp erhält eine Aktualität wie selten.

Seit nunmehr 30 Jahren wird München von einem SPD Bürgermeister regiert. Eine beträchtliche Zeit gestützt von einer SPD/Die Grünen/Rosa Liste Koalition.

Man möchte meinen, 30 Jahre wären eine ordentliche Zeit, um die drängendsten Probleme einer Millionenstadt in den Griff zu bekommen. Die Realität zeichnet ein anderes Bild.

Als Stichworte seien hier nur Wohnungsnot und Krankenhäuser genannt.

Wenn ein Herr Reiter nun mit dem Slogan "Damit München München bleibt" in den Wahlkampf zieht, dann offenbart er eine stolze Ignoranz der Bevölkerung gegenüber.

Ein Blick in die Runde zeigt: München verabschiedet sich immer mehr von sich selbst. Sei es die zweifelhafte Unterstützung des Flughafenausbaus, der nur durch massives bürgerschaftliches Engagement gegen die SPD in vernünftige Bahnen gelenkt werden konnte. Oder sei es die undurchsichtige Verwaltung stadteigener Wohnungen, auf die erst die Spaßguerilla von Goldgrund aufmerksam machen musste, bevor die träge Stadtverwaltung in die Pötte kam.

Nun steht also die Wahl zum neuen Stadtrat an. Gerne möchte man die Koalition aus SPD und den Grünen abstrafen. Gerne würde man beide in die Opposition schicken. Allein es zeigt sich keine Alternative. Ein CSU dominierter Stadtrat mit einem Seppi Schmid an der Spitze? Na dann gute Nacht.

Und: Egal wie die Mehrheiten aussehen werden, entweder die SPD oder die Grünen werden mit am Tisch sitzen.

Grün ist das neue Schwarz

Frau Nallinger und die Grünen zeigen auf den Wahlplakaten schon recht deutlich, wo die Reise lang gehen soll. "Schwarze Zahlen mit grünen Ideen", deutlicher kann man es kaum auf den Punkt bekommen. Oder im Klartext: Jede Stimme für die Grünen ist ein Schritt weiter zu einem CSU Oberbürgermeister.

Die Grünen - Schwarze Zahlen mit grünen Ideen

Die Grünen - Schwarze Zahlen mit grünen Ideen

Es ist ein Trauerspiel!

BIA und die Freiheit

Als sei das nicht schon deprimierend genug, treten diesmal auch noch jede Menge rechtsaußen Parteien an.

Die NPD Tarnliste BIA (Bürgerinitiative Ausländerstopp) tritt die Weltoffenheit Münchens und die hier lebenden Minderheiten mit Füßen. Die Partei "die Freiheit" schürt mit monoton verlogenen Kampagnen gegen moslemische Mitbürger und Bürgerinnen Fremdenfeindlichkeit und versucht daraus Kapital zu schlagen.

Last but not least reiht sich die Alternative für Deutschland in den Chor der Rechtspopulisten ein. Während Herr Lucke versucht, auf Bundesebene ein seriöses Bild aufrecht zu erhalten, agiert die Basis zunehmend im Sumpf der rechten Geschmacklosigkeiten.

Die Alternativen

Bleiben ein paar wenige Kleinparteien, die sich aus ehrlicher Überzeugung für München und seine Bevölkerung einsetzen.

Der Hut

Verständlich, wenn einem in einem Klima der Rot-Grünen Vettern- und Misswirtschaft der Hut hoch geht (diese abgedroschene Metapher sei mir verziehen). Ehrenvoll, wenn man sich dann nicht in die Nichtwähler-Schmollecke zurückzieht.

Ein Blick auf die Kandidatenliste lässt allerdings Zweifel aufkommen, ob sich hier wirklich eine lohnende Alternative anpreist.

Der Lebenslauf ihres Spitzenkandidaten Wolfgang Zeilnhofer-Rath liest sich interessant. Der hat das Zeug, den Stadtrat aufzumischen. Des weiteren stehten auf der Liste ein Sammelsurium von Vertretern verschiedener Initiativen und Interessengruppen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass dabei konstruktive Sachpolitik in der ganzen Bandbreite städttischer Aufgaben heraus kommen kann.

Die Piraten

Es ist still geworden um die einstigen Überflieger. Bundespolitisch liefern sie sich ja momentan eine richtungsweisende Schlammschlacht, ob es mehr nach links oder mehr in Richtung FDP gehen soll.

Zumindest des Slogan "Damit München bezahlbar bleibt" zeigt hier bedauerlich in die wirtschaftsliberale und damit realitätsferne Richtung. München ist für viele Münchner längst nicht mehr bezahlbar.

Die Piraten - Damit München bezahlbar bleibt

Die Piraten - Damit München bezahlbar bleibt

Die Linke

Die Linke führt bislang etwas ein Schattendasein im Stadtrat. Obwohl den beiden Stadträtinnen Brigitte Wolf und Dagmar Henn und dem Stadtrat Orhan Akman oft und auch von politisch konträrer Seite gute und konstruktive Arbeit bescheinigt wird, werden sie von der breiten Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.

Es bleibt zu hoffen, dass die Linke diesmal in Fraktionsstärke in den Stadtrat einziehen und damit ihr Profil schärfen kann.

Die Linke - 100% sozial... auch nach der Wahl

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Hanfmesse 2017

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Ist das wirklich eine Veranstaltung der FDP? Oder wanzt sich die da nur an?

Lassen sich hier Die Grünen und Die Linke ureigene Themen nehmen?

Und wieso kann man nicht über Hanf reden, ohne gleich auch die Themen Bio und Vegan mit aufs Brot geschmiert zu bekommen?

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