Jahresendschlag - 2015

24.12.2015

Jetzt ist wieder die Zeit, wo aller Orten gebetet wird. Die einen beten für den Untergang des Abendlandes, die anderen für dessen Fortbestehen.

Die einen beten, weil sie eh jeden Tag beten, die anderen, weil sie um diese Zeit eben beten, oder weil die Adventszeit am Gewissen rüttelt.

Das beste was mir zu dem allgemeinen Rumgebete einfällt: Während des Betens machen die Beter wenigstens keinen Scheiß!

Weil Beten nicht so das meine ist, nutze ich das bisschen Zeit, nachzusehen, was die ganzen Beter so machen, wenn sie gerade nicht beten. Ich kann Euch sagen, sie beten eindeutig zu wenig und machen dafür ganz klar zu viel Scheiß.

Die Schlagzeilen vom 23. Dezember - also einen Tag vor dem sogenannten heiligen Abend - zeigen ganz deutlich, da wird nicht gebetet, da ist man schon einen Schritt weiter. Da wird heiter gemordet, da werden ganze Staaten an den Abgrund heran geführt.

Schlagzeilen - 23.12.2015

Schlagzeilen - 23.12.2015

Der Umbau Polens

Der Umbau Polens hat begonnen. Eine demokratisch gewählte Regierung bemüht sich im Eilschritt, demokratische Errungenschaften mitsamt rechtsstaatlicher Grundlagen abzuschaffen. Was in Ungarn seinen Ausgang gefunden hat, greift auf das nächste Land über. Wer sich in Deutschland gefeit vor solchem Rückfall in längst vergangene Zeiten wähnt, hat nicht verstanden, dass hierzulande mit Sarrazin, Pegida und AfD längst ähnliche Strömungen auf der Straße und in der Mitte der Gesellschaft ihren Platz gefunden haben.

Ein Blick in das Geschichtsbuch lehrt, wenn sich solch Ungeist Bahn bricht, ist nichts Gutes zu erwarten. 

Mit Karacho in den Bürgerkrieg

Wenden wir den Blick kurz gen Osten. Ein bis vor kurzem hoffnungsvoller Aufnahmekandidat für die EU gebart sich als Berserker gegen die eigene Bevölkerung und gegen die Menschlichkeit. Die Türkei lässt Daesh gewähren. Die Türkei mordet Kurden in Syrien und dem eigenen Land. Ein Bürgerkrieg scheint kaum mehr abwendbar.

Dieses Land ist in der NATO, dieses Land wird von Europäischen Regierungen hofiert. Während ein Assad verteufelt wird, darf ein Erdogan wüten wie ein Teufel. Nichts ist von offizieller Stelle zu vernehmen. Keine Mahnung, keine Drohung, kein Dringen auf Mäßigung.

Mein Krampf

Das Urheberrecht - bis 31.12.2015 in Händen des Baierischen Freistaates - erlischt Anfang nächsten Jahres. Dann wird das Hauen und Stechen über die Hoheit von "Mein Kampf" zu absurden Blüten führen. Die Bibel für Neo- und Alt-Nazis? Abschreckende Horrorlektüre für Schüler und Studenten? Oder - wie gelegentlich kolportiert - unleserliches Machwerk eines unsäglichen Geistes?

Sich besonders schlau gebarende Zeitgenossen träumen von einer kommentierten Auflage. Wer soll... wer darf kommentieren? Staatlich ausgesuchte Aufklärer? Wissenschaftlich unvorbelastete Historiker? Hinz und Kunz? Vielleicht mit einem Vorwort von Lutz Bachmann und als Gegenpol ein Nachwort von Joachim Gauck?

Bei Wikipedia ist zu lesen "Das Buch ist älter als die Bundesrepublik und kann sich daher als vorkonstitutionelle Schrift nicht gegen ihre Verfassungs- und Rechtsordnung richten". Im Klartext: Wir dürfen die nächste Zeit mit einigen Erzeugnissen aus der finstersten Zeit Deutschlands rechnen. Laufen doch so manche Urheberrechte in nächster Zeit aus.

Der Schmied von Kochel

Abschließend etwas zum Geraderücken lieb gewordener Traditionen.

In meiner Kindheit habe ich bei diversen Trachtenumzügen fiebrig auf den Auftritt des Schmieds von Kochel gewartet. Die imposante Erscheinung mit Muskelbergen und Morgenstern entschädigte mich für die stundenlange Marschmusik der Brauchtumsbrigaden aus dem Oberland.

Ein Held sei er gewesen, der Schmied. Den Bauernaufstand hätte er angeführt. An der Spitze der Freiheitskämpfer sei er in Sendling einmarschiert. Wacker hätte er gekämpft, als letzter sei er gefallen. All diese Heldenmythen ranken sich um die historische Person.

Doch halt. Historische Person? Mit Nichten. Eine Sagengestalt ist der feine Herr Schmied. Wirklich gegeben hat es den nie. In der patriotischen Traditionspflege macht sich so eine Heldenfigur allerdings recht gut. Allemal besser, als das Bild einer Horde aufmüpfiger Bauern, die sich gegen die Obrigkeit, respektive gegen die ungeliebten Besatzer aufgelehnt haben.

So ist denn auch diese Sagengestalt, einst als Träger der Flamme geboren, zum Hüter der Asche verkommen.

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Islamismus

Mit Schweineschnitzel gegen Islamismus

Schweinsbraten

Der unbegründeten Angst vor Islamisierung des Abendlandes lässt sich mit ein paar einfachen Hausmitteln wunderbar beikommen.

Bereits mit ein ganz klein wenig Korankenntnissen lässt sich nämlich herausfinden, was den Islamismus fernhält, dem gläubigen Moslem jedoch nicht gefährlich werden kann.

Für Pegida und Konsorten habe ich ein paar wirkungsvolle Rezepte aus Großmutters Hausapotheke zusammengestellt.

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