Irrsinn Migration

08.08.2018

Je weiter rechts die Denke, desto mehr Schubladen, in die Menschen - vor allem flüchtende Menschen - gesteckt werden. Schubladen, auf denen mit großen Lettern steht: "Die haben unsere Solidarität nicht verdient".

Schnell ist für jede Fluchtursache ein Grund gefunden, warum die Flüchtenden keine Berechtigung zur Flucht haben.

Menschen, die vor Armut fliehen. Sollen sie doch arbeiten.
Menschen, die vor Hunger fliehen. Sollen sie doch auf die Felder und anbauen.
Menschen, die vor Unterdrückung und Verfolgung fliehen. Selber Schuld. Wer sich nichts zu Schulden kommen lässt, hat auch nichts zu befürchten.
Menschen, die vor Krieg fliehen. Feiglinge, sollen sie doch um ihre Heimat kämpfen.

Erschreckend ist, dass dieser Umgang mit Migration immer weiter in die Mitte der Gesellschaft eindringt. Das mittlerweile selbst in linken Kreisen zwischen guten Flüchtlingen - denen unsere Solidarität gilt - und schlechten Flüchtlingen unterschieden wird.
Sehen wir uns einmal in unserer näheren Umgebung um.

Was würden wir tun

Nehmen wir das Thema Armut. Ganze Landstriche der ehemaligen DDR sind heute beinahe entvölkert. Weil es dort keine Jobs gibt, weil es keine Zukunftsperspektive gibt. Wer kann - gut ausgebildet oder frei von jeder Bildung - sucht sein Glück in den alten Bundesländern. Seit Öffnung der Grenze findet eine gigantische Arbeitsmigration von Ost nach West statt. Und seien wir mal ehrlich, wer auf dem Land hat, zieht in die Stadt. Wer in Berlin keine Perspektive hat, zieht nach München. Das war schon immer so, das wird so bleiben. Und niemand käme auf die Idee Grenzen zu ziehen und Mauern zu bauen. Nicht umsonst ist die Freizügigkeit im Grundrecht verankert und nicht umsonst ist auch Europa bemüht, die Freizügigkeit auf einem ganzen Kontinent zu ermöglichen.

Nehmen wir das Thema Hunger. Das ist uns jetzt nicht ganz so nahe, weil bei uns seit Jahrzehnten niemand mehr hungern musste. Nur mal angenommen, der Klimawandel würde den Landbau auch bei uns zum Erliegen bringen. Nicht nur eine Saison, sondern 5, 10, 20 Jahre hintereinander. Würde bei uns jemand zusehen wollen, wie die eigene Familie verhungert? Oder würde er nicht auch Himmel und Hölle in Bewegung setzen, um irgendwo hin zu kommen, wo die Wiesen grün und die Läden gut gefüllt sind.

Nehmen wir Unterdrückung. Wir brauchen da gar nicht die Vergangenheit heran ziehen, in der Menschen auf Grund ihrer Gesinnung oder Religion verfolgt und getötet wurden. Auch heute brüsten sich bereits wieder ganze Landstriche damit national befreit zu sein. Werden Menschen mit dunkler Hautfarbe gejagt und verprügelt. Müssen sich Menschen, die für Offenheit und Solidarität einstehen beschimpfen und bedrohen lassen. Gibt es Tote auf der Straße, die nichts unrechtes getan haben.

Nehmen wir Krieg. Muss ich dazu echt was sagen? Ist es echt verwerflich, wenn jemand niemanden umbringen will und im Gegenzug dazu auch ganz gerne selbst nicht umgebracht werden will. Wie wenig muss Menschen, die solch eine Denke haben, ein Menschenleben gelten?

Was tun wir

Entgegen unserer christlich abendländisch geprägten Leitkultur setzen wir Hilfsbedürftige Gefahr für Leib und Leben aus. Lassen sie im Mittelmeer ertrinken, sperren sie in Lager, grenzen sie aus unserer Gesellschaft und unserem Wohlstand aus. In unseren Gedanken, in unseren Gesetzen und ganz real im wirklichen Leben.

Wer so denkt und handelt und sich trotzdem noch christlich nennt, wie kann sich so jemand morgends im Spiegel in die Augen sehen. Welch ein Gewissen muss jemand haben, der von Toten Kindern am Strand liest und Jugendliche abschieben will. Wie verkommen muss ein Mensch sein, der Witze über Abgeschobene macht... und sich dann darüber beschwert, wenn anständige Menschen über seine Witze nicht lachen.

Ist das die Gesellschaft, in der wir alt werden wollen? Ist das die Gesellschaft, in die wir unsere Kinder entlassen wollen? Ist diese Verkommenheit das, was zukünftige Generationen über uns in den Geschichtsbüchern lesen sollen?

Legal ausreisen? Ganz schlimm

Abschließen möchte ich mit einer ganz perfiden Volte aus dem Alltag der bundesdeutschen Abschiebepraxis.

Kommt ein Flüchtling in Europa an und hat keine gültigen Papiere vorzuweisen, dann wir ihm unterstellt, keinerlei Fluchtgrund zu haben und sich lediglich Sozialleistungen erschleichen zu wollen. Kommt jedoch ein Flüchtling mit gültigen Papieren an, dann... wird ihm unterstellt, er würde gar nicht verfolgt und wird direktemang abgeschoben.

Abschiebung wegen Fax-Panne

Wer gültige Papiere hat, wird nicht verfolgt

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Untrinkbare Biere

Untrinkbare Biere: Trappistes Rochefort

Trappistes Rochefort

Von diesem Getränk habe ich voller Spannung einen Schluck genommen. Nach einer kurzen Verschnaufpause einen zweiten... um den unglaublichen Eindruck des ersten Schluckes bestätigt zu bekommen.

Ach du Scheiße, dass ist mal ein greisliches Gebräu. Sofort in den Ausguss. Den Mund spülen und zu etwas erfreulicherem... und wenn es Oettinger ist.

Trappistes Rochefort

Belgien

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