Grillx - Wreck And Reference

26.08.2019

Wenn man in einer fremden Stadt unterwegs ist, kann es passieren, dass man sich unverhofft in einem dunklen Keller mit dunklen Gestalten bei dunkler Musik wiederfindet.

Gut, tatsächlich unverhofft war das Wiederfinden nicht. Eigentlich war es integraler Bestandteil der Abendgestaltung. Aber wie das so in fremden Städten ist, ein gewisses Restabenteuer bleibt selbst bei penibler Planung.

Der Ort des Geschehens sollte das Grillx in Wien sind. Zwei Mal bin ich um die Peterskirche rum, bis ich zwischen den Nobelschuppen den Eingang zum Kellerloch der Sehnsucht gefunden hab'. "Wreck And Reference" sollten sich die Ehre geben.

Und weil der Falter ein paar wunderschöne Sätze über das Duo verfasst hat, möchte ich hier kurz den Falter zitieren:

"Das Schlagzeug-Elektronik-arger-Gesang-Duo aus Los Angeles verbindet kunstigen Metal und unheilschwangeren Drama-Pop, barocke Klänge und eindringliches Gebrüll sowie spröde Computermusik und ausdrucksstark-leisen Sprechgesang."

Damit ist schon viel gesagt. Jedoch nicht alles, sonst könnte ich mir die folgenden Zeilen sparen.

Denn irgendwie klappte das nicht so recht. Die spröde Computermusik war mehr so ein gekünsteltes Herumgefiepe, das in seinen besseren Momenten nicht auf die Nerven ging. Zwar lustig anzusehen, wie der Herr Künstler sein Elektronik-Tablett schwang, als würde er Gitarrensaiten malträtieren. Das geübte Ohr hingegen weiß, die künstlichen Klänge lassen sich nicht mit Luftgitarrengehabe manipulieren.

Der Mann am Schlagzeug? Ich denke, der mag sein Instrument wirklich nicht. Mit welcher Wut er auf die Felle eingedroschen hat. Meine Güte, die haben ihm doch nichts getan. Vielleicht mag er einfach die ganze Welt nicht so. Der wutige Gesichtsausdruck, das hasserfüllte Geschrei.

Das Publikum schien den beiden eher lästig. Kein Wort der Begrüßung, keine Ansprache zwischen den Stücken. Die Töne des letzten Stückes waren noch nicht verklungen, da wickelten sie bereits kommentarlos ihre Kabel auf. Das Publikum nahm's hin. Vielleicht weil es froh war von dem Herumgestümper erlöst zu sein.

Randnotiz: Wer meine Vorliebe für schwarze Klamotten kennt, den wird das vielleicht wundern, doch an diesem Abend hätte ich mir gewünscht, ein knallig buntes Hawaiihemd im Gepäck gefunden zu haben. Nur um mich von den ebenfalls monoton schwarz gewandeten Leidensgenossen abheben zu können.

Nein, mein Jung. Du wirst da kein Feedback raus bekommen. Egal, wie du das Ding schüttelst.

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