Google: Phishermans Friend

Keramik
04.11.2013

Wer glaubt, nur dubiose Geschäftemacher und Abzocker bedienen sich der Betrugsmethode "Phishing", läuft Gefahr, von seriös erscheinenden Firmen über den Tisch gezogen zu werden.

Auch ich wäre die Tage bald auf dem Leim von Google hängen geblieben.

Google schickt momentan massenhaft Mails an Inhaber von Google+ Profilen. Darin wird eine klingende URL versprochen, die anstelle der bislang kryptischen Zahlenreihen auf das eigene Profil verweisen sollen.

Es wird versprochen, dass das ganz einfach geht und natürlich kostenlos ist. Doch was bei Google kostenlos ist, gibt es noch lange nicht für umsonst. Natürlich fordert Google eine Gegenleistung.

Folgt man also Google Angebot, dann landet man zunächst auf dieser harmlos scheinenden Maske:

Google URL - Einladung

Google URL - Einladung

Das Akzeptieren der unvermeidlichen Nutzungsbedingungen haben wir ja schon akzeptiert. Denn akzeptieren wir nicht, wirds auch nichts mit der ersehnten Leistung.

Google gibt sich hier auch sehr userfreundlich und entgegenkommend: Gefällt der eigene Name nicht, kann ohne große Hürde ein gefälligerer beantragt werden. Ob die Beantragung dann ähnlich zickig bearbeitet wird, wie das auf den meisten Standesämtern der Fall ist, möcht ich gar nicht ausprobieren. Bin mit meinem Namen im Großen und Ganzen schon zufrieden.

Freudigen Mutes auf "URL ändern" geklickt, schon den Stift gewetzt, um die neue Adresse in die Welt zu posaunen, lande ich im Folgenden auf dieser Maske:

Google URL - Phishing

Google URL - Phishing

Will schon meine Handynummer rauskramen, als ich staunend höre, wie der Groschen pfennigweise fällt. Pling... das sollte doch einfach gehen. Pling... was will Google da jetzt von mir. Pling... wie jetz Handynummer um etwas zuschicken zu lassen. Pling... für was einen Code, wo ich doch angemeldet bin. Pling... Stopp und innegehalten.

Verwundert reibe ich mir die Augen. Ach ja, ich hab mich schon mehrfach geweigert, irgendwelche Telefonnummern zu hinterlegen. Ich will nicht mit Google telefonieren und will auch nicht angerufen werden. Bislang konnte der googlesche Griff auf die Handynummer noch mehr oder weniger galant abgewehrt werden. Doch jetzt wird Google rabiat. Keine Preisgabe der Daten, keine URL.

Hier verhält sich der globale Datenkrake ganz wie der kleinkriminelle Phishing-Betrüger von ums Eck.

Aber nicht mit mir. Noch nicht.

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