Die Dildo-Urne

Vibrator - blau

Makabere Erinnerungsbox

09.09.2015

Seinen Partner zu verlieren ist zweifelsfrei einer der schlimmsten Schicksalsschläge, die einem widerfahren kann. Jeder Mensch geht anders mit dem Tod eines geliebten Menschen um, und dabei mutiert das Geschäft mit dem Tod immer öfter zum makaberen Sterbeevent. Doch der niederländische Designer Mark Sturkenboom bricht die letzten Tabus. Bei einer Designmesse stellte er einen Glasdildo in einer Erinnerungsbox vor: Den „21 Gramm“, eine spezielle und grenzwertige Erfindung zum Gedenken an den verstorbenen Partner.

Wenn es nach Sturkenboom geht, so ist der Tod des Partners längst nicht das Ende, nämlich nicht das Ende vom gemeinsamen Liebesleben! Die von ihm erfundene, stilvoll gestaltete und mit goldenen Scharnieren veredelte Schatulle enthält unter anderem eine Urne, in Form eines mundgeblasenen Dildos, in den man die Asche eines Verstorbenen füllen kann, nämlich exakt 21 Gramm, angeblich das Gewicht der menschlichen Seele. Der Glasdildo, welcher sich in dieser verschließbaren Box befindet, kann außerdem Musik abspielen, die man mit dem Partner verbindet und enthält einen Parfum-Diffuser, welcher mit dem Lieblingsduft des Verstorbenen befüllt werden kann. Durch einen Schlitz lässt sich sogar das Iphone des Verstorbenen in die Box einführen, das durch integrierte Lautsprecher den musikalischen Inhalts des Telefons wiedergeben kann. Durch das Zusammenbringen von Erinnerungen, wie dem Parfum des Partners, der Musik und der Erotik will Mark Sturkenboom ein Fenster zu vergangenen Momenten von Intimität und Liebe öffnen. Der Schlüssel zur Box kann von der Witwe als Anhänger an einer Halskette getragen werden. Kritik, Aufregung und ethische Bedenken erachtet der Künstler für unnötig, da seine Erinnerungsbox der Weg zur „neue Art des Trauerns“ sein soll. „Ich versuche ein neues Fenster zu öffnen für die Art und Weise, wie man sich an jemanden erinnert.“ So erklärt der Trauer-Künstler die Entstehung seines neuesten Objektes. „Ich habe einer älteren Frau mit ihren Einkäufen geholfen und sie hatte beim Fenster eine Urne mit den Überresten ihres Ehemanns stehen. Sie sprach immer mit so viel Liebe über ihn, aber der Behälter hat diese Liebe gar nicht gespiegelt." Die künstlerische Antwort erfolgte daraufhin prompt in Form eines durchgestylten Urnen-Dildos für die liebesbedürftige Witwe.

All jene, die über genug Erspartes verfügen, haben die Möglichkeit die Asche ihres Verstorbenen zu Diamanten pressen zu lassen, welche bestimmt auch mit Sturkenbooms Dildobox kompatibel sind. Und wem der Urnen-Dildo nicht bereits zu grenzwertig ist, der könnte künftig sogar den Geruch des verstorbenen Geliebten versprühen: Wissenschaftler der nordfranzösischen Universität Le Havre haben eine Methode entwickelt, mit welcher der Duft von Menschen aus Kleidungsstücken gewonnen und als „Toten-Parfüm“ für die Ewigkeit konserviert werden kann. Nun ja, es hätte bestimmt sinnvollere Forschungsprojekte gegeben.

Ob Mark Sturkenboom mit seiner speziellen Gedenkbox Raum für alle sonst eher verborgenen Gefühle und unausgesprochenen Aspekte der Trauer schafft, die beim Verlust des Partners entstehen, oder ob sein visionärer Trauertrend bereits unethische oder sogar nekrophile Züge annimmt, muss wohl jedes Paar für sich klären. Denn letztendlich ist die Art der Trauer und Verlustbewältigung eine hochsensible und höchst persönliche Sache. Doch vielleicht nehmen wir diese skurrilen Trauerideen zum Anlass, über den Wert des Heute und Jetzt - samt allen inkludierten Menschen nachzudenken, damit wir geliebte Personen nicht erst nach deren Tod gebührend wertschätzen.

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