Scheckenplage und das Karma

11.06.2018

Bis vor Kurzem war ich überzeugt, vor allem Kartoffelkäfer sind die Pest für Kartoffeln. Entsprechend habe ich mich auf einen Kartoffelkäfer freien Garten gefreut.

Jetzt muss ich mit erschrecken feststellen, gibt es keine Käfer, übernehmen das die Schnecken eins a. Den Salat haben sie schon geschafft, jetzt richten sie ihr Augenmerk direkt auf das Knollengemüse.

Schnecken auf Kartoffel

Schnecken auf Kartoffel

Was ich also heute gemacht habe? Das darf man niemandem sagen. Vor allem nicht meinem Karmabeauftragten. Da käme ich echt schlecht weg. Also so seelentechnisch.

Wobei, aus berufenem Veganermunde war zu vernehmen, Schnecken hätten gar keine Seele. Na dann, noch einmal Glück gehabt.

Sonst - und da muss ich Martina Schwarzmann bemühen - wäre einem jeden Salatesser das Fegefeuer gewiss. Denn was an Schnecken drauf geht bis ein Salatkopf auf dem Teller landet, das geht auf keine Kuhhaut. Und sage mir niemand, er würde die Schleimer wegstreicheln oder wegmeditieren.

Schnecken auf Ruccola

Schnecken auf Ruccola

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Verbieten

Feuerwerk und Lebensfreude? Verbieten, verbieten, verbieten...

Sonne

Eine Bürgerinitiative zieht von Bürgerversammlung zu Bürgerversammlung, um ein Verbot der jahresendlichen Feuerwerkssitten zu erreichen.

Jetzt hat sich Münchens Oberbürgermeister zu Wort gemeldet und dabei einen recht beachtlichen Satz gesagt:

"Ich kann sehr gut verstehen, dass die Leute immer mehr Umweltbewusstsein entwickeln."

An 364 Tagen im Jahr geht dem Münchner das Umweltbewusstsein vorwiegend am Arsch vorbei. Da darf der Bolide Dreck in die Luft pumpen, die Bio-Banane in Plastik verpackt werden, der Togo-Becher in die Ecke geworfen werden.

An einem Tag im Jahr kommt das Umweltbewusstsein dann zusammen mit den guten Vorsätzen ums Eck und sagt: Jetzt wird es Zeit ein Zeichen zu setzen. Und warum nicht den böllerliebenden Zeitgenossen ihre Lebensfreude abzwicken.

Die Hunde, der Dreck, der Feinstaub. Da kann dann niemand reinen Gewissens dagegen argumentieren.

Kann er nicht? Kann er doch!

Ich, der ich seit Jahren nicht böllert, ich sage euch, sobald die Stadt befreit ist von Autoabgasen, von Laubbläserlärm, von U-Bahnmusik und roten Ampeln nach Mitternacht, ich werde in vorderster Front gegen ... nein, werde ich nicht, weil mir die Verbieterei der Lebensfreude auch dann entschieden auf den Sack gehen wird.

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