Fukushimatomate

Fukushimatomate

Strahlung geht schneller aufs Gehirn, als gedacht.

12.01.2011

Edano oder Dick... laßt es Euch schmecken.

Ist noch kein Monat her, da hab ich mich über einen gewesten, Strahlenmolke löffelnden, bayerischen Umweltminister lustig gemacht. Wobei ich eigentlich dachte, das sei die Spitze der Dummheit, die ein Mensch vor laufender Kamera erreichen kann.

Weit getäuscht. Es geht noch besser. Die Hirndübel der japanischen Regierung toppen selbst das. Mampfen vor laufender Kamera verstrahltes Gemüse. Mutprobe? Ich denke nicht... einfach nur Dummheit.

Bitte entschuldigt, wenn ich hier gleich nochmal mit Parallelen aus der Vergangenheit komme.

Vor Tschernobyl gab es den Begriff GAU. Also Größter anzunehmender Unfall. Damit waren bis dato so Kleinigkeiten, wie Harrisburg oder Windscale abgedeckt. Tschernoby stellte alles dagewesene in den Schatten. Da reichte dann kein "Größter" mehr, da musste es dann ein "Super-Größter" sein. Ein Superlativ zu einem Superlativ. Nicht nur zum Grauen der Grammatiker.

Weil so Begriffe, wie "Größter", "Super", vielleicht auch noch "Mega" für Wissenschaftler etwas ungenau sind und die Bevölkerung im Zweifelsfall eher beunruhigen denn informieren, musste schnell eine neue Terminologie her. Die "Internationale Bewertungsskala für nukleare Ereignisse", kurz Ines, war geboren (englisch: international nuclear event scale; wobei hier event eher nicht für ein gesellschaftlich kulturelles Ereignis steht). Nun ja "7 auf der Ines-Skala" hört sich nicht so beängstigend an wie "Super-Größter anzunehmender Unfall". Ist wahr. 7 ist das, was in Tschernobyl passiert ist und mehr gibts auf der Scala nicht.

Vor Tschernobyl gab es den Begriff GAU. Nach Tschernobyl den Super-Gau.

Vor Fukushima gab es den Ines Wert 7. Nach Fukushima? Na dann erweitern wir die Skala halt ein wenig. So wie wir Grenzwerte ja auch beliebig anheben können. Sind ja nur Zahlen.

Zum Thema Zahlen hätt ich auch noch einen Vorschlag:

Gestern war bei Heise von "630.000 Terabecquerel an Strahlung" zu lesen. 630.000 Terabecquerel hört sich ganzschön bedrohlich an. Ich finde, man sollte zu einer etwas beruhigenderen Sprachregelung übergehen. Sozusagen den linken Panikmachen ein wenig den Wind aus den Segeln nehmen. 630 Petabecquerel hört sich doch schon garnicht mehr so schlimm an. Und 0,63 Exabecquerel wären geradezu zu vernachlässigen.

Ihr seht, es ist alles nicht so schlimm. Eigentlich ist die Sache mit dem Atom lediglich ein semantisches Problem.

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Niederträchtig

Vertrauensbruch: CSU erlaubt Glyphosat-Verwendung

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Die CSU neigt ja immer dazu, sich die Welt nach Bedarf zurecht zu biegen und damit haarscharf oder auch mal fußballfeldweit an der Realität, dem gesitteten Umgang miteinander und der Vernunft vorbei zu segeln.

Diesmal liefert also der Landwirtschaftsminister Schmidt ein wahres Husarenstück. Er schafft drei Fliegen locker mit einer Klappe.

Fangen wir einmal mit dem Kontext an:

1. Die CSU befindet sich noch mit der SPD zusammen in einer - wenn auch kommissarischen - Regierung, die eine klare Absprache haben, wie im Falle von unterschiedlichen Ansichten abzustimmen ist.

2. Wie angeschnitten, der Herr Schmidt ist nur noch kommissarisch im Amt. Und einer kommissarischen Regierung, ebenso wie einem kommissarischen Minister steht es gut zu Gesichte, sich in Zurückhaltung zu üben. Vor allem keine Entscheidungen zutreffen, die dem Wählerwillen oder einer möglichen künftigen Regierung zuwider laufen.

3. Gerade spriesst das zarte Pflänzchen einer Sondierung zwischen Union und SPD. Da ist es mehr als ein Fauxpas, den möglichen Partner erst einmal vor den Kopf zu stossen.

In diesem Kontext krempelt Schmidt die Ärmel hoch und reisst mit einer Entscheidung gleich drei Hürden von Würde und Anstand.

Aus Bayern kommt schon eine beachtliche Menge an unerträglichen Hohlbirnen...

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