Flüchtlinge - eine Kosten-Nutzen-Analyse

15.11.2018

Einfache Gemüter regen sich gerne über ein paar Brocken auf, die ihnen aus mehr oder weniger berufenem Munde vorgeworfen werden.

Einer dieser Brocken wäre etwa die beachtliche Zahl 68.500.000. Wobei das Beachtliche erst beachtlich durch Relationen wird.

68.500.000 Miese auf meinem Konto wären beachtlich hoch. Die selben 68.500.000 - die entsprechend irgendwo anders ein Plus ausmachen müssen - in der Statistik der Deutschen Bank gerade einmal Peanuts.

Nach einem Fußmarsch 68.500.000 Kilometern hätte man den Weg bis zum Mars - wenn er denn gerade recht nah' an der Erde ist - zurückgelegt. Eigentlich ein Klacks. Wenn mann sich - mit frischem Schuhwerk und ordentlich Marschverpflegung ausgestattet - dann weiter in Richtung Beteigeuze aufmacht, wird man schnell feststellen, dass die Stullen für die nächsten 6.078.518.000.000.000 Kilometer vielleicht doch etwas knapp bemessen sind.

Doch eigentlich will ich auf etwas ganz anderes hinaus. 68.500.000 ist nämlich die Zahl der Menschen, die sich 2017 weltweit auf der Flucht befunden haben.

Aus manch, eher einfach gestrickten, Munde quillt schnell ein "wenn die alle zu uns wollen". Das trifft fatalerweise gerne auf das ebenso einfach gestrickte Ohr, das die Information ungefiltert an das entsprechend gestrickte Hirn weiter leitet: knapp 70 Millionen Flüchtlinge treffen auf 80 Millionen Einheimische. Ach du meine Güte. Und dann vielleicht noch alle nach München - weil alle wollen nach München, die Hamburger, die Dresdner und damit ist ganz klar, auch die aus Damaskus - weil in München die Lebensqualität so prima ist.

Aber jetzt verliere ich mich. Ich will auf was ganz anderes hinaus.

Ich nehme zu der Zahl 68.500.000 noch zwei weitere Zahlen hinzu: 130.000.000.000 und 1.538.023.770.000, sowie eine Referenzgröße von 7.600.000.000.

Sehr abstrakt, so viele Ziffern, keine Frage. Und ohne weitere Umschweife möchte ich den Zahlen eine Bedeutung geben:

7.600.000.000 Menschen lebten 2017 auf dieser unseren Welt.

In dem gleichen Jahr wurden 130.000.000.000 Euro Entwicklungsgelder auf dem Planeten umverteilt.

Mit der letzten Zahl möchte ich mir noch ein wenig Zeit lassen. Die Dramatik sozusagen etwas steigern.

Taschenrechner zur Hand und auf geht's:

Rein statistisch hat somit ein jeder Mensch auf dieser Welt - ob groß, ob klein, ob arm, ob reich - 17 Euro zur Entwicklungshilfe beigetragen. Wenn ich in meinen Geldbeutel schaue, dann ist das ein Klacks. Vielleicht zwei Mal Mittagessen und ein Bier dazu, also in der Kantine. Legt man das auf die Flüchtlinge um, dann wären das 1.900 Euro für jeden einzelnen. Damit ließe sich am Hindukusch, bei einem Durchschnittseinkommen von 505 Euro schon was anfangen. Selbst in Syrien könnte der eine oder andere was auf die hohe Kante legen.
Jetzt sind die 68.500.000 Flüchtlinge im Allgemeinen eher nicht das, was einfach gestrickter Mund gerne als Wirtschaftsflüchtling bezeichnet. Weit aus mehr Menschen flüchten vor Krieg.

Um einen ordentlichen Krieg zu veranstalten, braucht es heutzutage ein ordentliches Waffenarsenal. Sicher kann man mit Äxten und Macheten auch schon gut was anrichten, das schlägt aber auf die größte Zahl in diesem Zusammenhang nicht merklich durch. 1.538.023.770.000 ist nämlich die Menge an Euros, die weltweit für Rüstung ausgegeben wird. Da sind Äxte und Macheten nicht mit eingerechnet.

Meine weiteren Schlussfolgerungen mögen vereinfacht und populistisch sein, so ganz von der Hand zu weisen, das wird nicht so einfach. Also Taschenrechner her und weiter geht's:

203 Euro gibt ein Jeder für Rüstung aus. Dafür könnte ich... einen Moment... einen ganzen Monat lang jeden Tag zum Schnitzelessen gehen... also in der Kantine. Das macht sich schon bemerkbar. Auf jeden Fall an den eigenen Speckröllchen.

Mit diesem Geld werden weltweit Flüchtlingsströme ausgelöst und am Laufen gehalten. Es wird also ordentlich Aufwand betrieben, um Flucht und Flüchtlinge zu erzeugen.

Würde man das Geld den Flüchtlingen hingegen direkt in die Hand drücken - also in Form von Geldscheinen, nicht als Bomben - dann hätte jeder flockige 22.000 Euros auf der Hand. Der Durchschnittsverdiener am Hindukusch könnte davon also locker 40 Jahre zehren. Jemand, der sein Auskommen auf 40 Jahre gesichert sähe, der braucht keinen Krieg, der hat auch keinen Anlass zu flüchten. Ehrlich jetzt.

Puh, da muss man schon ein wenig mitdenken. Wie einfach ist es da doch zu sagen "jeder einzelne Flüchtling kostet den Steuerzahler 30.000 Euro im Jahr". Manch ein Arbeitnehmer hierzulande würde sich die Finger danach abschlecken.

Rechnet man jetzt die Ausgaben gegen, die aufgewendet werden, um Flüchtlinge zu erzeugen - also die Rüstungsausgaben - dann würde der einzelne Flüchtling den Steuerzahler gerade noch 7.535 € kosten. Umgerechnet wären das... einen Moment... 0.000188425 Euro für jeden einzelnen Flüchtling. Bei geschätzten 40.000.000 Steuerzahlern. Wenn alle Steuerzahler eine Schachtel Zigaretten zu 6 Euro pro Jahr weniger rauchen würden, dann wären schon 32.000 Flüchtlinge finanziert.

Ach ja, würden wir das Geld nicht für Rüstung ausgeben, gäbe es keine Flüchtlinge. Dann bräuchten wir auch nicht auf diese eine Schachtel Zigaretten verzichten.

Das aber nur am Rande.

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