Fleisch

Schweinsbraten
06.04.2013

Manchmal sind es die kleinen Randbemerkungen, die schnell das Blut zum sieden bringen. Nicht der PlemPlem aus Nordkorea, nicht die Mutti aus Berlin.

Heute war's eine Bemerkung auf Bayern 5.

Weil es mit der Umwelt, den Bauern und was weiß ich noch was den Bach hinab geht, wird ein Sündenbock gebraucht. Einer der sich nicht wehren kann ist da willkommen.

Hier also der Satz des Anstoßes: "Fleisch muss billiger werden, weil der Verbraucher das fordert."

"Fleisch muss billiger werden, weil der Verbraucher das fordert."

Habt Ihr in der letzten Zeit einen Verbrauchermob durch die Straßen ziehen sehen? "Macht unser Fleisch billiger" skandierend? Ich nicht.

Ich hab auch niemanden mit einem "Ich will Pferdefleisch im Nudelsalat"-Transparent gesehen.

Keine Forderung nach "Gammelfleisch statt Qualität".

Der einfache Bürger

Was ich aber gesehen hab' sind Mieten, die der einfache Arbeiter nicht zahlen kann. Strompreise, die nur eine Richtung kennen, nämlich die nach oben. Steigende Krankenkassenbeiträge, steigende Müllgebühren, steigende Benzinpreise... Pflegeversicherung, Soli, Steuern, Gebühren,...

Was ich gesehen hab' sind Harz IV, prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Leiharbeit, Ein-Euro-Jobs.

Soll nun der Verbraucher losziehen und nach möglichst teuren Lebensmitteln verlangen? Preise fordern, die er nicht berappen kann? Ist es nicht vielmehr verständlich, dass die kleine Geldbörse den kleinen Preis bevorzugt? Dass der Einkauf bei Aldi und nicht bei Käfer getätigt wird?

Doch sehen wir uns die Situation mal etwas genauer an.

Die Marktwirtschaft

Wirtschaft und Politik beten uns Tag für Tag vor, die Marktwirtschaft ist ein Segen. Die Marktwirschaft sorgt dafür, dass es uns allen gut geht. Der Markt regelt sich von alleine. Angebot und Nachfrage... blablabla.

Gleichzeitig jammern die Bauern, dass sie von ihren Erzeugnissen kaum noch leben können. Viel zu billig müssten sie produzieren. Sie seien gezwungen umweltbelastend und tierlebenverachtend zu arbeiten.

Wo bleibt denn da die Marktwirtschaft? Angebot und Nachfrage?

Nachdem Deutschland alles mögliche ist, aber bestimmt kein Land der Vegetarier und Veganer, ist die Nachfrage nach Fleisch ungebrochen hoch. Die Marktwirtschaft lehrt, ist die Nachfrage hoch, ist auch der Preis hoch. Steigt die Nachfrage, steigt auch der Preis.

Der Preis steigt nicht. Warum? Weil die Marktwirtschaft eben genau nicht funktioniert!

Die kapitalistische Verdrängung

War es früher, also nicht in der Zeit, in der angeblich alles besser war, sondern vor nicht allzuvielen Jahren so, dass es an jedem Eck einen Metzger gab, so sind es heute Aldi, Lidl und Co, die den Markt unter sich aufteilen.

Hatte der Metzger noch ein großes Repertoire an Möglichkeiten, sich von der Konkurrenz abzuheben, bleibt den großen Ketten nur mehr der Preis.

Der Metzger konnte glänzen durch Freundlichkeit, Service, Qualität, Kundennähe und Sortiment. Im Supermarkt gibt es keinen Service, keine Freundlichkeit. Das Sortiment ist überall das gleiche und Nähe spielt für Autofahrer keine Rolle.

Und hier kommt die Verdrehung der Tatsachen ins Spiel. Nicht der Kunde verlangt nach billigen Preisen, der Supermarkt bietet sie. Mit dem Erfolg, dass erst der Metzger schliessen und dann der Nachbarsupermarkt mit immer neuen Dumpingangeboten in die Knie gezwungen werden muss.

Die Auswirkungen

Die Folgen sind Massentierhaltung und Überdüngung der Böden, verarmte Bauern, prekär beschäftigte Kassiererinnen und qualitativ schlechte Lebensmittel.

Gleichzeitig gehören die Aldis und die Lidls zu den reichsten Deutschen.

Das sind die Folgen. Die Folgen der freien Marktwirtschaft. Und dafür soll jetzt der Verbraucher in Haftung genommen werden?

Der Verbraucher steht da und wundert sich.

Quellen

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Jetzt ist wieder die Zeit, wo aller Orten gebetet wird. Die einen beten für den Untergang des Abendlandes, die anderen für dessen Fortbestehen.

Die einen beten, weil sie eh jeden Tag beten, die anderen, weil sie um diese Zeit eben beten, oder weil die Adventszeit am Gewissen rüttelt.

Das beste was mir zu dem allgemeinen Rumgebete einfällt: Während des Betens machen die Beter wenigstens keinen Scheiß!

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