Fanzine Archiv

emaz 26 - Seite 1
20.01.2014

Es ist nun schon einige Zeit her, da bin ich im Keller auf einen Karton gestossen, der dick mit Klebeband umwickelt war und auf dem unübersehbar die Warnung  "Nur öffnen, wenn viel Zeit zum Einscannen!!!" prangte.

Diese Warnung war durchaus ernst gemeint.

In dem Karton fanden sich gute zehn Jahre bundesdeutscher Fanzinegeschichte. Woher ich das weiß? Ich habe den Karton unvorsichtigerweise trotz Warnung geöffnet.

Die Perlen der Punkliteratur überschwemmten mein Zimmer, meine Wohnung, was sag ich, unseren ganzen Straßenzug. Es gelang mir, größere Schäden zu verhindern, indem ich einen Abflusskanal zur Post grub und so die Fluten zum Archiv der Jugendkulturen in Berlin umleiten konnte.

Während der anschließenden Aufräumarbeiten sind mir ein paar Reste in die Hände gefallen, deren Erhalt für die Nachwelt mir erstrebenswert erschien.

Nächtelanges Scannen war die Folge. Die Ergebnisse waren bereits auf laermkessel.de zu bestaunen, später auch auf dieser Seite. Nach dem kürzlichen (und immer noch nicht abgeschlossenen) Relaunch drohten die Archivbestände erneut in Vergessenheit zu geraten. Diesen Zustand kann ich natürlich nicht dulden und so präsentiere ich nun erneut ein paar Glanzstücke kulturellen Schaffens der 1980er Punkszene.

EMAZ

Zuerst die Komplette Ausgabe der EMAZ. Weil meine Wenigkeit federführend beteiligt war. Weil tatsächlich alle Ausgaben erhalten geblieben sind. Nicht zuletzt weil EMAZ das ganze Spektrum des Fanzineschaffens repräsentiert. Artikel über Kunst und Kultur, Plattenkritiken, Interviews, Zeichnungen und Geschichten. Optisch eingerahmt von fanzinetypischem Layout. Schnippeln, kleben, basteln. Das Ergebnis? Allemal interessant.

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Salve

Salve war eins der wichtigsten Fanzines der 80er Jahre im München. Leider ist bislang nur eine, und zwar die letzte Ausgabe aufzutreiben gewesen.

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Time for Action

Eine besondere Rarität stellt das Time for Action dar. Im real existierenden Sozialismus - oder was sich die Gehirnathleten der SED darunter vorstellten - war es um ein vielfaches schwieriger, Fanzines zu entwerfen, vervielfältigen und verteilen. Hier hat sich eine München-Weimar-Konnection als segensreich erwiesen.

Unter den Augen von Vopo und Stasi fanden die Vorlagen ihren Weg von Weimar durch den Eisernen Vorhang nach München. In München kopiert konnten einige Exemplare reimportiert werden. Wie viele Ausgaben letztlich in den Archiven der Staatssicherheit gelandet sind, darüber können nur Vermutungen angestellt werden.

Die Vorlagen blieben in München und können daher von mir erneut der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Heute archiviert nicht mehr die Stasi mit, heute sind es BND und NSA.

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Nachsatz

Alle Fanzines können kostenlos heruntergeladen und weiter verteilt werden.

In Kürze werden auch alle ausgaben des Lärmkessels wiederveröffentlicht werden. Ebenso werden Faksimilebücher von EMAZ, Time for Action und Lärmkessel erhältlich sein.

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Bone Club

Bone Club - 04. Dezember 1992

... aber in welchem Jahr.

Waren Soulcharge bereits eine Herausforderung, sind es Bone Club nicht minder.

Wichtig genug, in der Kulturstation zu spielen, nicht wichtig genug hingegen, um in die Welt des Zwischennetzes hinübergerettet zu werden.

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