Extremisten? Nein. Besorgte Bürger.

Fight Nazis
27.07.2015

Bis tief in die 80er Jahre, und darüber hinaus, reichte der Besuch einschlägiger Kneipen oder die Teilname an einer Demonstration bei weitem aus, um die Aufmerksamkeit des Staatsschutzes auf sich zu lenken. Nicht selten war man schnell der Unterstützung einer terroristischen Vereinigung verdächtig und hatte mit allerlei Unannehmlichkeiten zu rechnen.

Ich möchte hier nicht nach der Staatsmacht rufen und auch der Wunsch nach ausgleichender Ungerechtigkeit liegt mir fern. Und doch frage ich mich, was aus der so genannten wehrhaften Demokratie geworden ist, die einstmals so oft beschworen wurde.

War man gegen Atomkraft, für Umweltschutz oder bemängelte massenhaft leerstehende Häuser bei gleichzeitiger Wohnungsnot, konnte man sich der Aufmerksamkeit des Verfassungsschutzes sicher sein. Und zwar nicht in Form von finanzieller Zuwendung und schützender Hand.

Selbst heutzutage wird schnell der Prozess gemacht, wenn auch nur der Verdacht besteht, es würden potentiell systemfeindliche Embleme öffentlich zur Schau gestellt. Dabei ist es egal, ob es sich um ein durchgestrichenes Hakenkreuz, das FDJ-Emblem oder die PKK-Fahne handelt.

Ist man hingegen in der rechtsradikalen und rassistischen Ecke unterwegs, wird man mit Samthandschuhen angefasst. Hofiert geradezu.

Zündet man Flüchtlingswohnungen an oder jagt Autos engagierter Demokraten in die Luft, kann man sich sicher sein, immer noch als "besorgter Bürger" zu gelten.

Ist man strammer Nazi und hat irgendwie keinen Bock mehr, dann braucht man wenig Angst vor einer Verurteilung wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu haben. Dann fällt man weich in das Polster diverser Aussteigerprogramme.

Nicht dass ich prinzipiell was gegen Aussteigerprogramme hätte - jeder Nazi weniger ist zu begrüßen, egal wie - aber irgendwie entsteht doch der Eindruck, dass hier ein brauner Sumpf vom Entstehen, über das wachsen, bis hin zu seiner (re-)Kultivierung staatlich alimentiert wird.

comments powered by Disqus

Griechenland

Tsipras der Geisterfahrer

alexis-tsipras

Europas Alptraum Alexis Tsipras der Geisterfahrer.

So steht es auf dem Titel des Spiegels zu lesen. So macht sich der Spiegel einmal mehr zum Knecht des Kapitals, zum Erfüllungsgehilfen der Troika.

Freie Presse, es steht nicht gut um dich. Kritischer Journalismus? Beim Spiegel Fehlanzeige.

Weiter möchte ich mich mit Medienschelte hier nicht aufhalten.

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z