Euer Hass hat keine Zukunft

oder: Der hässliche Deutsche zeigt wieder Fratze

09.11.2015

Einmal mehr haben die Pegida-Nazis ein geschichtsträchtiges Datum missbraucht, um ihren Hass und ihr Gift über die Gesellschaft zu speien.

Vermeintlich im Gedenken an den Mauerfall 1989 planten sie einen Marsch auf die Feldherrnhalle in München.

Unschwer zu erraten, dass es ihnen um Gedenken ganz anderer Art ging.

Der 9. November 1938 steht unter dem Begriff "Novemberpogrome" als Fanal für Mord und Totschlag, für den Beginn des Völkermordes an den Juden. Die Feldherrnhalle diente als Schauplatz des Hitlerputsches 1923. Ebenfalls am 9. November.

Den Marsch auf die Feldherrnhalle konnten die Pegida-Nazis nicht durchsetzen. Eine Versammlung an der Münchner Freiheit jedoch schon. Ihr Vorhaben, zum Siegestor zu marschieren (verharmlosend als "Spaziergang" tituliert), konnte von einem breiten Bündnis antifaschistischer Aktivisten und Aktivistinnen, sowie vieler Münchner Bürger und Bürgerinnen vereitelt werden.

Sosehr sich die Stadt und die Münchner Zivilgesellschaft gegen das verstärke und dauernde Auftreten der Pegida-Nazis stemmt, sosehr machen die Gerichte ein ums andere Mal den Weg frei für menschenverachtende Propaganda.

Es scheint - wie dereinst 1933 - dass Demokratie und Rechtsstaat nicht in der Lage oder nicht willens sind, sich gegen Angriffe von rechts zu schützen.

Wie weit soll das noch gehen?

Nazibanden brennen Flüchtlingsheime nieder. Täter werden selten ermittelt.

Rassisten pöbeln in sozialen Netzwerken. Und wähnen sich vor Strafverfolgung sicher.

Antifaschisten werden bedroht. Anschläge werden verübt.

Verfassungsschutz, Polizei und Staatsanwaltschaft sehen nach wie vor keinen Handlungsbedarf.

Hakenkreuzschmierereien? Ein rechtsextremer Zusammenhang wird von der Polizei erst auf Druck der Öffentlichkeit eingeräumt.

Pegida vom Verfassungsschutz beobachten? Es besteht keine Notwendigkeit.

Wer aus der Geschichte nichts lernt, sei verdammt, sie zu wiederholen. Auch wenn ich es ungerne sage, aber unsere Gesellschaft scheint nicht gelernt zu haben.

comments powered by Disqus

Interview

Die dritte Startbahn

Mehr Startbahn, mehr Reibach

Nachdem der Bürgerentscheid jetzt vorbei ist, hat sich Herr Schoenfelder bereit erklärt, die Hintergründe der Initiative "Pro Beton" zu erläutern. Er gibt hier erstaunliches preis. Aber lesen Sie selbst.

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z