Entschädigung für Vattenfall???

Atom in Dosen
15.10.2014

Atomkonzerne haben jahrelang auf das falsche Pferd gesetzt und gesellschaftliche Konflikte nicht nur in Kauf genommen sondern mit Nachdruck geschürt.

Gigantische Gewinne haben sie auf Kosten der Allgemeinheit eingestrichen.

Lasten wollen sie auf den Steuerzahler abwälzen und last but not least möchten sie auch aus der längst überfälligen Entscheidung zum Atomausstieg noch Reibach machen.

4,7 Milliarden Euro will nun Vattenfall von Deutschland. Vom Steuerzahler, also von uns allen. Für eine Leistung, die der Konzern nicht erbringt.

Ist das dreist? Ich meine ja.

Der Presse ist zu entnehmen, dass Vattenfall Deutschland auf 4,7 Milliarden Euro verklagen will. Als ob das nicht schon unverschämt genug wäre, finden sich auch noch selbstberufene Verteidiger von Vertragsfreiheit und Rechtssicherheit, die sich nicht entblöden, dies auch noch zu rechtfertigen.

Da werden abstruse Vergleiche heran gezogen:

Grüne Eimer

Grüne Eimer

Wer grüne Eimer herstellt und dies aus einer Laune heraus plötzlich nicht mehr machen darf, dem möchte man gerne ein Recht auf Entschädigung zubilligen. Einer Regierung, die die Produktion grüner Eimer aus einer Laune heraus verbietet würde man hingegen schnell die Zurechnungsfähigkeit absprechen.

Der Hinweis an den Autor, dass der Vergleich doch recht an den Haaren herbei gezogen ist, ruft sofort den nächsten Freund der Atomverharmlosung auf den Plan. Ich möge doch die verquere Abstraktion goutieren. Das lässt mich zu einem weiteren, zugegeben auch recht an den Haaren gezogenen, Gleichnis greifen:

Grüne Eimer in Tschernobyl

Grüne Eimer in Tschernobyl

Der aufmerksame Beobachter fühlt sich berufen, mich sogleich zurecht zu weisen:

Tschernobyl - Alles gar nicht so schlimm

Tschernobyl - Alles gar nicht so schlimm

Und richtig, es waren keine zehntausende, die gestorben sind. Es waren läppische 1562 Tote und zu vernachlässigende 900.000 Betroffene, die über gesundheitliche Probleme klagen. Und erwiesen ist das auch nicht, das ist eher zufällig, dass Strahlung und Leiden aufeinander treffen.

Vielleicht hätte ich auch keine strahlenden Pilze erwähnen, sondern mich gleich auf Wildschweine, die als Sondermüll entsorgt werden müssen, berufen sollen.

Es war aber auch kein grüner Eimer...

Zum Abschluss noch einmal der erste Redner:

Wer Angst vor dem Super GAU hat, glaubt auch an Chemtrails

Wer Angst vor dem Super GAU hat, glaubt auch an Chemtrails

Ich wollte nun wirklich keine Unterscheidung nach "gut" und "böse". Wobei... irgendwie finde ich grüne Eimer bei der Gartenarbeit schon gut. Und unbewohnbare, weil verstrahlte, Gebiete... na ja, jetzt nicht wirklich böse. Aber irgendwie doof schon.

Der Seitenhieb mit dem Chemtrails? Darüber muss ich noch ein wenig nachdenken... ich denke, ich hefte das mal unter "launige Bemerkung" ab.

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