Energieeffizienz effizient verbessern

energie

... ohne dabei Energie zu sparen

10.05.2015

Was beim Auto oft für empörte Diskussion sorgt, wird bei Elektrogeräten in den eigenen vier Wänden stillschweigend hingenommen:

Die Herstellerangaben über Verbrauch - Energie oder Benzin, das tut hier nichts zur Sache - haben mit der Realität unerfreulich wenig zu tun. Es wird getrickst auf Teufel komm raus.

Der Autobauer redet sich heraus, indem er sich auf Laborbedingungen beruft. Ist ja auch einfach nachvollziehbar. Damit der Verbrauch verschiedener Autos miteinander vergleichbar wird, muss der Verbrauch auch unter vergleichbaren Bedingungen gemessen werden. Und das geht am besten im Labor.

Und im Labor lässt man den Boliden bei ordentlich Rückenwind gleichmäßig bei optimaler Geschwindigkeit 100 Kilometer bergab rollern und schon kommt man auf Werte, die beim alltäglichen Autofahren nie erreicht werden können.

Bei Waschmaschinen oder Spülmaschinen ist das etwas schwieriger. Da hilft Rückenwind nicht weiter und das Gerät während des Betriebs den Berg runter rollen lassen...

Der Kunde legt heutzutage sein Augenmerk gerne auf die bunten Tafeln mit den Energieeffizienzklassen. Da möchte das begehrte Gerät schon wenigstens ganz viele + neben dem A stehen haben. Um die begehrte Auszeichnung für ein Gerät zu erhalten, müssen beste Energiewerte her, die das Gerät im normalen Betrieb zwar nicht benutzbar machen, im Labor aber ausgewiesen werden können.

Bei Siemens verfolgt man hierzu zwei vielversprechende Ansätze. Einmal die Optimale-Werte-zum-Wegklicken Variante und einmal die Optimale-Werte-als-Extra-Option Variante.

Optimale-Werte-zum-Wegklicken

Durch Experimentieren werden Strom- und Wasserverbrauch soweit gesenkt, wie nur irgend möglich. Dabei wird die Betriebsdauer im Labor beliebig in die Länge gezogen. Das Labor beschwert sich nämlich nicht, wenn die Wäsche erst nach drei, vier Stunden aus der Maschine genommen wird.

In den eigenen vier Wänden will man selbstredend keine vier Stunden neben dem Gerät verbringen. Deshalb erhält die Maschine einen Knopf, mit dem die Betriebsdauer auf eine erträgliche Stunde reduziert werden kann. Die versprochene Energieeffizienz wird dann natürlich nicht erreicht.

Optimale-Werte-als-Extra-Option

Wenn sich die optimale Betriebsdauer letztlich in Regionen ausdehnt, die dem Kunden nicht wirklich zugemutet werden kann, dann versteckt man dies als extra Option hinter einem Bedienelement. So kann dann theoretisch der ausgewiesene Energieverbrauch erreicht werden. In der Praxis wir das nie passieren.

Und mit einer Kombination beider Verfahren, kann sich Siemens besten Gewissens ein grünes Mäntelchen umhängen. Dass der Verbraucher damit gehörig an der Nase herum geführt wird, braucht das Unternehmen nicht zu scheren, denn den Anforderungen des Gesetzgebers ist schließlich entsprochen. 

comments powered by Disqus

Zeitgeist

Zeitgeist, geh mir nicht auf's Zahnfleisch!

Don't go me on the Ghost!

Hey ihr das draußen! Ja, ihr mit euren Moden und eurem Zeitgeist!

Ihr geht mir ganz schön auf den Zeiger. Seit früher Jugend gebe ich mir Mühe, euch aus dem Weg zu gehen. Euch und euren Diktaten. Dieses musst du tun, jenes sieht gut aus und das da ist gesund. Hitparade, Bestsellerliste, Trendmagazine und was ihr noch alles hervorgebracht habt, um euch auf Linie zu bringen.

A ? B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W Z