Ein Angriff... oder so etwas ähnliches

19.04.2012

Durch Spanien schallt es, durch die Medien schallt es: Skandal, Sozialismus. Das riecht nach Intervention, nach Krieg gar.

Was also ist passiert?

Repsol, ein bislang wenig beachteter Öl-Konzern, der jahrzehntelang Millionen gescheffelt hat, wird an die Öffentlichkeit gezerrt. Auf Kosten eines Staates, eines ganzen Volkes hat er Bodenschätze ausgebeutet. Hat Öl und bare Münze aus Südamerika nach Europa transferiert. Hat Not und Elend in Argentinien ausgenutzt und befördert. Hat sich einen Dreck um Land und Leute geschert.

Das hört sich nach tiefstem Mittelalter an. Nach der Zeit als Spanische Galeonen geraubtes Gold in die Heimat schafften. Als Conquistadores Indianer meuchelten um Ruhm und Ehre für das Vaterland zu erringen.

Wahrlich ein Skandal. Doch nein, nicht dies ist gemeint. Gemeint ist vielmehr folgendes:

Ein Land läßt sich nicht mehr alles gefallen. Will nicht mehr ausgeplündert werden. Eine Präsidentin macht sich sorgen um ihr Volk, um die Zukunft ihres Landes. Nachdem Verhandlungen und Selbstverpflichtungen nicht gefruchtet haben greift sie zu dem letzten Mittel, dass ihr zur Verfügung steht: Die Enteignung. Nicht um selbst Kapital daraus zu schlagen, sondern um die Not der Bevölkerung zu lindern. Das ist der Skandal.

Darauf muß die Spanische Regierung natürlich mit Fassungslosigkeit reagieren. Von Bruch der Freundschaft schwadronieren. Und natürlich mit Konsequenzen drohen. Hat doch Repsol bislang die Taschen der eigenen Bonzen gut gefüllt. Vielleicht auch die Kassen der Regierung, die Frage mag erlaubt sein.

Heissa, da sind wir also wieder. Mitten im Mittelalter. Kolonialismus, Protektionismus. Ja auch Merkantilismus und Hegemonie treten zu Tage. All das, was man aus dem Geschichtsbuch so kennt. Und überwunden glaubte.

Dem Gebaren nach könnte man fast meinen, Repsol wäre ein Wohltäter für das Spanische Volk gewesen. Von den Wohltaten der Ölkonzerne ist ja allenthalben auch hierzulande zu lesen: Preisanstieg zu Ostern, Überhöhte Preise für freie Tankstellen, Verdacht auf Preisabsprachen. Nun denn, lasst uns gemeinsam auf die Barrikaden gehen und uns gegen die Ungerechtigkeit, die Repsol widerfährt stemmen. Denn freie Fahrt den freien Bürgern, Kapital den Kapitalisten. Was schert uns das Volk in Südamerika.

Wie so oft: Ich glaub ich bin im falschen Film. Was muss noch alles passieren, bis die Völker merken, wie sie von Kapitalisten und Regierungen verarscht und ausgenutzt werden? Wann stellen wir uns gemeinsam mit den Spaniern auf die Seite der Argentinier? Wann endlich nehmen wir den Scheissebesen zur Hand und sorgen für Gerechtigkeit auf dieser Welt?

Aber das nur nebenbei...

An dieser Stelle möchte ich noch eine Lanze für die Abendzeitung brechen. In diesem Thema auch noch ein gerüttelt Maß an Sexismus unter zu bringen, das nötigt Respekt ab. Ich freue mich schon auf künftige Schlagzeilen ala "Bürgerkönig Christian Ude (mit dem schlecht kaschierten Oberlippenproblem)..." oder "Bayerns Ministerpräsident (der seinen Schwanz nicht in der Hose halten kann)...".

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Bildung

Bildung is a Wanka

Gerader Rücken

Uiii, wo haben sie denn die ausgegraben? Gut, und mit Recht gut, hat sie sich bislang versteckt gehalten.

Ich bin mir noch nicht ganz sicher, ob Frau Wanka schon mal was von der Bildungshoheit der Länder gehört hat. Sollte sie doch, sollte sie auch wissen, dass sie als Bundesministerin da gar nichts mitzureden hat.

Aber das ist nicht das Thema. Zerpflückt soll sie werden und das anhand ihrer eloquenten Art Plattitüden ungebremst in die Freiheit zu entlassen.

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