Dieses Plakat ist so erbärmlich, wie unsere Klimapolitik

23.09.2019

Wenn die Politik nicht gerade von der Realität überrollt und damit zum Handeln gezwungen wird, beschäftigt sie sich vor allem mit Verschleppen, Lamentieren, Taktieren und Aktionismus auf Nebenkriegsschauplätzen.

So waren es nich Vernunft, politische Überzeugung oder Eingehen auf die Wünsche der Bevölkerung, die und den Einstieg in die Energiewende beschert haben. Es war die Katastrophe von Fukushima. Um nur ein Beispiel zu nennen.

Folgender, kurzer Ausschnitt aus einer Diskussion auf Facebook veranschaulicht die Misere recht deutlich.

Die Protagonisten:
Irmi Weber*, ihres Zeichens SPD Mitglied oder zumindest der SPD nahe stehend und Paul Balthasar, unsere Allzweckwaffe, wenn es darum geht querulatorisch aufzufallen.

Irmi Weber*:

Ich habe gar nichts gegen Friday for Future. Warum auch, wer könnte etwas gegen eine gute Zukunft haben?! Ich fände es nur schön, wenn irgendwann der zweite Schritt mit konkreten und durchdachten Forderungen da wäre. Also Klartext: Alle Benzin- und Dieselautos verbieten? Was passiert mit unserer Gesellschaft wenn wir schnell Millionen von Arbeitslosen haben, weil Werke und Zulieferer schließen. Keine Atomkraft, keine Kohlekraftwerke, keine Windenergie (Landschaftsverschandelung, Vogelschutz), keine Stromleitungen... wie soll dann konkret unser Leben aussehen, woher kommt die Energie? Versteht mich nicht falsch. Ich sorge mich schon seit Jahrzehnten um unseren Planeten und finde dass vieles schief läuft und habe meinen persönlichen Lebensstil schon immer bewusst und nachhaltig gestaltet. Bloß möchte ich gerne konkrete Vorschläge, wie es jetzt als nächste Schritte weitergehen soll.

Paul Balthasar:

Woran gut bezahlte Politiker, Profis, Lobbyisten, Unternehmer und wie sie alle heissen, nicht gedacht haben, sollen jetzt ein paar Kinder übernehmen, die ein Problem erkannt und Angst um ihre Zukunft haben. In welcher Welt lebst du denn?

Nachdem du, Irmi Weber*, offensichtlich der SPD nahe stehst oder ihr angehörst, muss ich noch einmal nachtreten. Es ist ein sehr einfaches, sich, als in verantwortlicher Stellung befindend, mit dem Finger auf andere zu zeigen. Gerade die SPD hätte mehr als genug Zeit und Gelegenheit gehabt, das eine oder andere Problem in den Griff zu bekommen. Das ist ihr aus Ermangelung an eigenen Konzepten und/oder aus Ermangelung an Rückgrat nicht gelungen. Sich jetzt pikiert zeigen, weil da jemand auf die Straße geht und das der Regierung - der die SPD ja nun nach wie vor angehört - um die Ohren haut, ihr Versäumnisse vorwirft und rasches und konsequentes Handeln anmahnt, finde ich schon ein starkes Stück. Die Parteien und Regierungen sind es, die die Macht zur Veränderung haben. Sie werden gewählt, damit sie Konzepte erarbeiten und Lösungen auf den Weg bringen.

*Name von der Redaktion geändert

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Die Maut, die Hinterwäldler, die Linke und die Demokratie.

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Da beschließt eine hinterwäldlerische Bauernpartei eine Maut und eine zweitklassige Knallcharge drückt sie gegen den Willen aller durch. Und hinter "aller" versammelt sich schon eine beachtliche Koalition. Von der EU und den Anrainerstaaten über die bundesdeutschen Parteien - mit einer einzigen Ausnahme aus Bayern - bis natürlich zu den betroffenen Autofahrern selbst.

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